Bad Mergentheim

Preisverleihung Erster Platz geht an Industriekauffrau Franziska Schneider / Fabi-Vorsitzender ging auf wirtschaftliche Lage im Main-Tauber-Kreis ein

„Wer ausbildet, bleibt an dem Puls der Zeit“

Archivartikel

Neunkirchen/Main-Tauber-Kreis.Im Anschluss an die Mitgliederversammlung der Firmenausbildungsverbundes (Fabi) Main-Tauber die Verleihung der Fabi-Preise. Die mit einem Geldpreis verbundene Auszeichnung wird jährlich an besonders erfolgreiche Absolventen der dualen Ausbildung in einem der Mitgliedsunternehmen oder -Institutionen vergeben.

Hohe Innovationsbereitschaft

„Die Innovationsbereitschaft des verarbeitenden Gewerbes ist und war in den letzten Jahren sehr hoch. Auch der Tourismus ist als wichtiger Faktor ständig gewachsen“, skizzierte Wolfgang Reiner, Vorsitzender und Vorstandsmitglied der Sparkasse Tauberfranken, in seiner Laudatio die wirtschaftliche Situation im Main-Tauber-Kreis vor der Coronakrise. Andererseits stagniere der Umsatz im verarbeitenden Gewerbe im Vergleich mit anderen Wirtschaftsregionen in Baden-Württemberg. Zudem gehe die duale Ausbildung landesweit zunehmend zurück. „Durch die Coronapandemie sind die Herausforderungen an uns alle erheblich gestiegen“, betonte Reiner. So sei nur schwer absehbar, wie lange Einschränkungen für Privathaushalte und Unternehmen anhalten würden sowie welche wirtschaftlichen und sozialen Abläufe und Konsequenzen sich daraus ergäben. Dies könne zu einer Kaufrückhaltung bei den Haushalten und zu weniger Investitionen durch die Unternehmen führen. Die finanzpolitischen Reaktionen von Deutschland seien beispiellos in der Nachkriegsgeschichte, wie sich zum Beispiel an den Änderungen beim Kurzarbeitergeld feststellen lasse.

Flexible Lösungen ermöglicht

In diesem Zusammenhang erinnerte der Vorsitzende an das Landesprogramm zur Unterstützung der Ausbildungsbetriebe. „Mit der Förderung der Verbundausbildung sollen flexible Lösungen ermöglicht werden, damit die Kurzarbeit nicht zu Lasten der Ausbildungsqualität und -quantität geht. Ausbildungsbetriebe, die alleine eine vollständige Ausbildung nicht durchführen können und einen Verbund bilden, können durch die Gewährung einer Prämie gefördert werden.“ In dieser herausfordernden Zeit sei es sehr wichtig, „dass wir ein Zeichen der Zuversicht setzen“, appellierte er.

Die drei Preisträger zeichneten sich durch eine herausragende Qualität und Kontinuität in der Ausbildung aus: „Der Main-Tauber-Kreis braucht Sie und Sie können zukünftig dazu beitragen, dass wir in der Region weiterhin wirtschaftlich erfolgreich sind. Wir würdigen Ihren Erfolg auch, um andere anzuspornen“, meinte er zu dem erfolgreiche Trio, das mit dem sehr guten Abschluss „die Eintrittskarte für eine aufregende Reise in ein Berufsleben mit vielen Möglichkeiten“ in den Händen halte. Gerade die duale Ausbildung liefere dazu eine hervorragende Grundlage. „Mit dem Ausbilden stärken Firmen nicht nur ihr Image, sondern auch ihre Chancen auf geeignete Nachwuchskräfte. Wer ausbildet, bleibt am Puls der Zeit“, unterstrich der Vorsitzende und Sparkassen-Mitvorstand. „Auszubildende kennen die Trends der jungen Generation, bringen frische Ideen in den Betrieb und hinterfragen alte Gewohnheiten“. Bei dem beachtlichen Leistungsniveau sei es der Jury nicht leicht mit der Auswahl gemacht worden. Dieses Jahr habe sie sich deshalb für drei Preisträger entschieden, berichtete Wolfgang Reiner. Für den ersten Platz wurde die Industriekauffrau Franziska Schneider (König & Meyer in Wertheim) ausgewählt und geehrt. Für die beiden zweiten Plätze wurden die Verwaltungsangestellte Lara Jungwirth (Stadt Creglingen) und der Technische Produktdesigner Mario Scholz (ebm-papst in Mulfingen) ausgezeichnet. pdw

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