Bad Mergentheim

Landwirtschaft Maschinen zur Bodenbearbeitung in Blaufelden vorgestellt / Flachgrubber indirekt mit dem Glyphosat-Thema verbunden

Wenn alles ein bisschen anders ist

Die Maschinenvorführung des Maschinen- und Betriebshilfsrings Blaufelden auf dem Hof der Familie Lang ist von den jüngsten Entwicklungen in Sachen Glyphosat und Corona bestimmt.

Blaufelden. Rund 300 sind gekommen, um sich auf dem Hof von Wolfgang Lang Maschinen zur Bodenbearbeitung anzusehen. Die Äcker und Sonnenblumenfelder, an denen sie stehen, lassen genügend Raum für die Abstandsregelung, sind aber auch ansprechende Kulisse – wie geschaffen für die lange vermissten Begegnungen, den Austausch, das Gespräch. Eingeladen hat der Maschinen- und Betriebshilfsring (MBR) Blaufelden

Unter des Gästen ist Richard Huber aus dem ostfränkischen Merkendorf im Kreis Ansbach. Auf die Frage, warum er sich denn nicht einem bayerischen Maschinenring anschließt, verweist der 54-Jährige auf die „Kompetenz der Schweinehalter“ in und um Blaufelden und auf „beste Erfahrungen mit dem Maschinenring“. Im Krankheitsfall sei ihm diesseits der Grenze in der Vergangenheit stets hervorragend geholfen worden; „Einsatzkräfte vom Fach“, namentlich Martin Stülpner, könnten die Arbeit auf seinem Hof und mit seinen Schweinen hervorragend meistern, und darauf komme es schließlich an.

Zufriedene Gesichter gibt es allen Widrigkeiten zum Trotz einige. „Toi, toi, toi, wir sind bislang sehr gut durch die Krise gekommen, waren das ganze Jahr über voll belegt“, sagt Lothar Mühlen stedt, Geschäftsführer des MBR. Im Gegensatz zu vergleichbaren Organisationen mussten die Blaufeldener keine Kurzarbeit anmelden. Nicht nur die Betriebshelfer in der Landwirtschaft, auch die die ausgebildeten Helferinnen in Privathaushalten waren stark nachgefragt, allen dem Virus geschuldeten Bedenken, mit Fremden in Kontakt kommen, zum Trotz. Er sei für alle Beteiligten sehr froh, dass Blaufelden so gut dastehe und die ganze Zeit über „rappelvoll“ gewesen sei, so Mühlenstedt, auch wenn man natürlich auf alle Fort- und Weiterbildungen, Treffen und Versammlungen verzichten musste.

Wachsender Maschinenpark

Die Präsentation bei der Familie Lang ist die erste große Veranstaltung seit Beginn der Krise. MBR-Mitarbeiter Johannes Hofmann spricht von nunmehr fast 50 Maschinen, die vermietet werden, viele von ihnen mit vier, fünf, sechs Metern Arbeitsbreite. Große Schlepper sind auch dabei, „wenn‘s der eigene nicht mehr packt“. Das ist ja der ureigene Sinn eines Maschinenrings: Neue, teure Technik in der Landwirtschaft wird gemeinsam genutzt, um wirtschaftlicher und effektiver arbeiten zu können. Zu finden ist dieser Maschinenpark in 21 Mietstationen, damit kurze Anfahrtswege garantiert sind; auch im Bayerischen steigt die Nachfrage, weshalb es mittlerweile auch in Insingen drei Maschinen gibt.

Mit dem Meterstab

Eine Station des Maschinenrings ist der Hof der Familie Lang, und so werden bei der Präsentation auch Mulcher, Schwader, Scheibeneggen, Güllefässer und anderes besichtigt. Schwerpunkt ist freilich neue Technik zur Stoppel- und Bodenbearbeitung. Die Händler waren froh, nach der langen Durststrecke der vergangenen Corona-Monate ihre Maschinen wieder auf dem Feld vorführen zu können.Richard Huber geht mit dem Meterstab von Flachgrubber zu Flachgrubber, um nach möglichst hoher Durchgangshöhe und möglichst engem Scharenabstand zu suchen: Ihm geht es darum, die gesamte Ackerfläche abzudecken, auch hohe Zwischenfrüchte einarbeiten zu können – und natürlich um Unkrautbekämpfung.

Dass Flachgrubber vorgestellt wurden, ist mit dem Glyphosat-Thema verbunden: Durch den sich abzeichnenden Verzicht auf Glyphosat werden vor der Saat und nach der Ernte zusätzliche Maßnahmen zur Unkrautbekämpfung notwendig, und flache Bodenbearbeitung und geringe Bodenbewegung sind wichtiger denn je.

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