Bad Mergentheim

Leserbrief Zum Artikel „Volksbank Main-Tauber schließt Edelfinger Filiale“ (29. Oktober)

Weit entfernt vom Raiffeisen-Gedanken

Für die Löffelstelzer ist die Schließung der Edelfinger Volksbank-Finale ein Schlag ins Kontor und das ist noch vorsichtig formuliert. Es bedeutet nämlich, dass die Einwohner dieser beiden Teilorte sozusagen „bank-los“ sind – und das ist heutzutage eine schwere Beeinträchtigung der Lebensführung, ja der Daseinsfürsorge.

Die auch in und von der Politik viel zitierte Forderung nach einer Stärkung des ländlichen Raumes ist meiner Ansicht nach ganz offensichtlich noch nicht in der Vorstandsebene angekommen.

Wer Geld abheben oder einen Kontoauszug haben, wer Einzahlungen oder eine Überweisung machen will – rien ne va plus, wie es so schön heißt – nichts geht mehr.

Mit „Eine Region – Meine Bank“, wirbt die Volksbank Main-Tauber. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Vielmehr ist es ja so, dass die Region doch bitte in die Stadt kommen soll. Doch selbst dort wurde der Markt bereinigt – die Filiale im Weberdorf wurde im April 2018 geschlossen. Nun könnte man ja sagen, dass es „egal“ ist, ob man im Weberdorf oder am Marktplatz seine Bankgeschäfte macht. Dem Volksbank-Kunden aber, das wage ich zu behaupten, ist es nicht egal. Und schon gar nicht egal ist es den Kunden in den Teilorten. Hier wird die Schließungs-Liste immer länger: Löffelstelzen, Althausen, Neunkirchen, Stuppach – und jetzt auch Edelfingen. Tabula rasa, niente, nada, nichts – die Volksbank hinterlässt in der Region seit Jahren „verbrannte Erde“. Nicht einmal ein Bankautomat dient der Bevölkerung.

Vermeintlich sind’s die Kosten, doch das alleine kann es nicht sein. Schließlich wurde Löffelstelzen bereits zum Jahresende 2006 geschlossen – da war von Niedrigstzins noch keine Rede. Nein, liebe Volks-Banker, es hat andere Gründe. Profitmaximierung ist der eine, Arroganz der andere.

Wer zur Bank will (und muss), der muss sich halt bewegen. Dass damit dem Leben auf dem Land ein schwerer Schlag versetzt wird, das kümmert die Herren Vorstände ganz offensichtlich wenig. So bleibt abschließend festzustellen, dass die Kunden sich genau überlegen sollten, bei welcher Bank sie ihr Konto haben sollten. Und ja, ich habe durchaus Verständnis dafür, dass nicht in jedem Teilort eine an fünf Tagen in der Woche besetzte Filiale unterhalten werden kann. Die Löffelstelzer und soweit ich weiß, auch die Edelfinger, waren ja durchaus zufrieden mit ihrer Dienstags- und Freitags-Volksbank und dem dort tätigen Personal. Der Automat war ja rund um die Uhr betriebsbereit.

Wenn aber selbst ein derart ausgedünntes Angebot dem Rotstift zum Opfer fällt, dann stimmt etwas nicht bei der Volksbank Main-Tauber, bei der ich übrigens seit dem 6. September 1972 Mitglied bin. Ich freue mich auf die nächste Vertreterversammlung.

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