Bad Mergentheim

Ruhestand Schulleiter der Kaufmännischen Schule verabschiedet / Oberstudiendirektor Wilhelm Ehrenfried blickt auf ereignisreiche Karriere

„Vorreiter innovativer Entwicklungen“

Bad Mergentheim.Das Regierungspräsidium Stuttgart hat den langjährigen Leiter der Kaufmännischen Schule Bad Mergentheim, Oberstudiendirektor Wilhelm Ehrenfried, in seinen wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Coronabedingt wurde Ehrenfried in kleiner Runde im Regierungspräsidium geehrt. Zudem erhielt er die Urkunde des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann zur Versetzung in den Ruhestand. Hierzu hatten sich Abteilungspräsidentin Claudia Rugart, Landrat Reinhard Frank, Abteilungsleiter Martin Sabelhaus sowie Dezernent Jochen Müssig vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis eingefunden. Mit anwesend war auch der Stellvertretende Schulleiter der Kaufmännischen Schule, Jörgen Mann.

13 Jahre Schulleiter

Abteilungspräsidentin Rugart ging auf das Lebenswerk von Wilhelm Ehrenfried ein. Sie stellte heraus, dass er zunächst zwölf Jahre als stellvertretender Schulleiter und anschließend 13 Jahre als Schulleiter der Kaufmännischen Schule wirkte. Ergänzend hatte er auch neun Jahre das Amt des Geschäftsführenden Schulleiters der Beruflichen Schulen im Main-Tauber-Kreis inne. „Heute endet die Ära Ehrenfried als Schulleiter“, sagte Rugart. „Sie können stolz sein, was sie als Schulleiter erreicht haben. Wir schulden Ihnen Dank und Respekt“, betonte die Präsidentin bei der Übergabe der Versetzungsurkunde.

Aus Ehrenfrieds Vita entnahm Claudia Rugart, dass er stets Kontinuität und Stringenz bewiesen habe, andererseits aber auch Flexibilität und Bereitschaft zur Innovation. Hierbei war Wilhelm Ehrenfried immer dem kaufmännischen und wirtschaftlichen Bereich treu geblieben. Dies bestätigen sein Abitur am Wirtschaftsgymnasium in Tauberbischofsheim, seine Ausbildung zum Diplomhandelslehrer und seine Lehrereinsatzstellen in Ravensburg und vor allem in Bad Mergentheim.

Die Treue zum Main-Tauber-Kreis wurde als weiteres positives Merkmal Ehrenfrieds herausgestellt. Hervorgehoben wurde zudem, dass seine Aufgabe als Geschäftsführender Schulleiter der Beruflichen Schulen im Main-Tauber-Kreis nicht nur die Weitergabe von Entwicklungen an die Leiter der beruflichen Schulen im Landkreis betraf, sondern insbesondere neue Herausforderungen mit sich brachte.

Integration war ihm wichtig

So wurde beispielsweise auf die Eingliederung junger Menschen mit Migrationshintergrund und auf die aktuelle Corona-Pandemie hingewiesen. Hier waren jeweils neue Lösungen gefordert. Wilhelm Ehrenfried entwickelte während seiner Schulleitertätigkeit ein breites Netzwerk und baute sich seine umfassende Expertise auf. Entwickelt hat er auch den schulischen Förderverein, der viele seiner Ideen und Projekte unterstützte. Ehrenfried förderte bedürftige Schüler. Zudem hatte er immer die Nase im Wind, wenn es um die Weiterentwicklung der Schulen ging. Letztendlich hat er durch seine vielfältigen internationalen Einsätze viel neues Wissen und neue Herangehensweisen in die Kaufmännische Schule eingebracht. Claudia Rugart nannte etwa den internationalen Schüleraustausch mit Digne in Frankreich oder der Stadt Zabkowice in Polen.

„Pädagoge zu sein, war für Wilhelm Ehrenfried Profession, die ihn auch immer getragen hat“, resümierte Landrat Reinhard Frank. Er erinnerte daran, dass der Main-Tauber-Kreis als Schulträger im Jahr 2002 eine neue Kaufmännische Schule erstellt hat, die heute noch als modernes Bildungshaus Anerkennung findet. Er dankte für die Entwicklungen des Bildungsangebotes, unter anderem im IT-Bereich und zuletzt bei den Medienentwicklungsplänen.

„Die Kaufmännische Schule Bad Mergentheim war dank des Einsatzes von Schulleiter Ehrenfried immer ein Vorreiter bei innovativen Entwicklungen“, sagte Landrat Frank. „Besonders haben mir seine Rolle als Innovator und das Aufsetzen neuer Ideen und Projekte gefallen“. Er bezeichnete Wilhelm Ehrenfried als Mann, der sich mit Leib und Seele seiner Aufgabe verschrieben hat. Frank schloss damit, dass die Anerkennung der Arbeit Ehrenfrieds auch an der Resonanz und der Wertschätzung durch die Schüler abzulesen gewesen sei. Den Dankesworten schlossen sich Abteilungsleiter Martin Sabelhaus (Regierungspräsidium) und Dezernent Jochen Müssig (Landratsamt) an.

Wilhelm Ehrenfried dankte für die lobenden Worte: „Ich fühle mich geehrt“. Er vergaß auch nicht, seinem pädagogischen Team in der Kaufmännischen Schule und dem Schulträger Main-Tauber-Kreis zu danken. Alles Geleistete sei nur im Team erreichbar gewesen. Ehrenfried regte an, im ländlichen Raum auch mit kleineren Gruppen neue Lehrangebote starten zu können. So nannte er die Beispiele E-Commerce und Unterricht für den IT-Bereich. Aktuell kann erst ab einer Mindestanzahl von 24 Schülern gestartet werden. Dies sei für den Ländlichen Raum nicht zukunftsweisend. lra

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