Bad Mergentheim

Jazz im Schloss Mit Jason Moran kommt ein Ausnahmejazzer ins Deutschordensmuseum Bad Mergentheim / Vorverkauf beginnt

Voller Energie und fesselnder Beseeltheit

Archivartikel

Bad Mergentheim.Der amerikanische Ausnahmepianist Jason Moran zu Gast bei „Jazz im Schloss“: Soloabend am Donnerstag, 2. April 2020, um 20 Uhr im Deutschordensmuseum mit einem der wichtigsten Jazzmusiker der Gegenwart.

Ist nicht alle Kunst Gespräch – nicht nur mit Zeitgenossen, sondern mit all jenen, die früher ihre Spuren hinterlassen haben? Oder wie ist es anders zu erklären, dass ein 13-Jähriger, der klassischen Klavierunterricht genießt, ansonsten aber Hip-Hop liebt, plötzlich vor dem elterlichen Plattenspieler sitzt und von der Exzentrik, dem Rhythmus, der Waghalsigkeit Thelonious Monks aus dem bisherigen Koordinatensystem geworfen wird?

Der 13-Jährige ist inzwischen 44, und er hat seine Lektion an diesem Tag vor gut 30 Jahren gelernt: Man muss eigensinnig in die Zukunft gehen, dabei aber hochachtungsvoll zurückschauen.

Jason Moran hat sich nach dem „Round Midnight“-Schock nicht mehr erholt. Er wollte so spielen wie Thelonious Monk, perkussiv, einfach und komplex zugleich, und er wollte in sich hineinhören, um dort etwas Neues zu entdecken. Das ist ihm gelungen.

Moran gehört zu den unverwechselbaren, vielfach ausgezeichneten Jazz-Pianisten dieser Tage. Er hat etliche Platten unter eigenem Namen eingespielt, war und ist bei vielen Musikern – von Charles Lloyd über Cassandra Wilson bis Lee Konitz und Archie Shepp – mehr als nur ein Sideman. Er liebt Museen und erarbeitet Klang-Bild-Installationen mit Künstlern, experimentiert mit verschiedenen Formen, ehrt an einem Abend Fats Waller, am anderen seinen Lehrer Jaki Byard; spielt mit seiner Working Group The Bandwagon oder solo – und wenn er alleine am Flügel sitzt, dann ist das ein faszinierender Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, rau, voller Energie und zugleich von fesselnder Beseeltheit. jis

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