Bad Mergentheim

Kultur „New Jazzattack Big Band“ / 25-Jahr-Jubiläum mit Saxophonist Sauerborn gefeiert

Vielfalt, Spielfreude, begeisternde Soli und Fans, die mitgehen

Archivartikel

Bad Mergentheim.Angefangen haben sie als Jugendband. Aus der damaligen „Chris Teens Big Band“ wurde die „New Jazzattak Big Band“ der Bad Mergentheimer Jugendmusikschule. Am Freitag feierte die Band unter der Leitung des Würzburger Jazztrompeters Christoph Lewandowski ihr 25-Jahr-Jubiläum mit einem Jazzabend der Extraklasse – und Heinz-Dieter Sauerborn, dem Lead-Altisten der HR-Bigband.

Es ist die musikalische Bandbreite von klassischem Swing bis Latin-Jazz, die immer wieder für Begeisterung sorgt; es ist das Altersspektrum von 17 bis zum Mittsechziger, die die Band immer wieder zum spritzigen Erlebnis macht; es ist der Mix aus Profis und Amateuren, der weitertreibt, und der Enthusiasmus des Jazztrompeters und Bandleaders Leiters Christoph Lewandowski, der sie mitnimmt zu Höhenflügen, die begeistern.

Und es sind die Herausforderungen, denen sich die Band immer wieder stellt, wenn sie unterschiedlichste Gäste wie Leszek Zadlo, Richard Poblee, Hans Peter Salentin und Jiggs Wigham einlädt und mit ihnen arbeitet, die die Gesichter der Musiker wie die des Publikums aufleuchten lässt. Bei Tourneen im In- und Ausland, bei Workschops und gemeinsamen (Arbeits-)Urlauben: „Jedes Mal kommt etwas Neues dazu, und plötzlich hast du eine Band, mit der du was wirklich Anspruchsvolles spielen kannst“, schwärmt Leader Lewandowski von seiner Truppe, die beim Jubiläumskonzert in der Wandelhalle auch den HR-Saxophonisten Sauerborn mehrfach aufstrahlen ließ.

Ob auf dem Mergentheimer Marktplatz oder im Kurpark, ob im Markelsheimer Zehntkeller oder – wie jetzt – in der Mergentheimer Wandelhalle: Sie punkten mit mitreißenden Soli, rundem Bigband-Sound und immer wieder mit neuen jungen Stimmen aus der Region, wie etwa Fabia Jahrmann, die am Freitagabend Michaels Bublés „Everything“ glänzen ließ oder Lisa Mailänder, die John Davenports „Fever“ mitreißend stimmstark interpretierte.

Volltönend vom Start weg mit Mintzers „One Man Band“, begeisternd das Herbolzheimer-Arrangement von Dave Brubecks „The Duke“ mit Lewandowskis Trompetensoli vor schmeichelndem Schlagzeug (Helmut Kandert), und dann mit Sauerborn „Quintessence“ von Quincy Jones, Gershwins „But Not for Me“ und Herbie Hancocks „Dauphin Dance“: ein Jazztraum, ein Zusammenfinden des hessischen Vollprofis am Tenor- und Altsaxophon – später bei Hancocks „Maiden Voyage“ auch am Sopransaxophon – mit der Bigband, das schwärmen lässt.

Vor der Pause Lisa Mailänders „Fever“-Solo, nach der Pause Bassposaunist Jochen Rothermel als Gesangssolist mit Mirai Grevers „What a Difference a Day Made“, dann Jerome Kerns „All the Things You Are“ mit umwerfenden Solivon Kai Müller (Piano), Susanne Bult (Bariton-Saxophon), Ingo Krenz (Trompete) und Heinz-Dieter Sauerborn (Altsaxophon) und dann noch Weiners „Crusin’ for a Bluesin“ mit einem umwerfenden Drumsolo von Helmut Kandert: Mehr lässt sich schwerlich wünschen. Doch, natürlich: ein Publikum, das mitgeht!

Und das tat es, vom ersten Ton bis über die Zugabe hinaus, reichlich Zwischenapplaus spendend und immer mal wieder vor Begeisterung aufjauchzend. Stundenlang hätten die Gäste noch zuhören, mitwippen und mitschnippen können. Aber dann gönnten sie doch der Jubiläumsband die privatere Jubiläums-fete, bei der die Musiker ihren Erfolg nochmal so richtig nachfeiern konnten.

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