Bad Mergentheim

Feierstunde im Mannheimer Schloss Edmund Brenner und Dr. Manfred Wittenstein ausgezeichnet

Verdienstorden des Landes verliehen

Archivartikel

Feierstunde im Mannheimer Schloss: Den Verdienstorden des Landes erhielten unter anderem Edmund Brenner und Dr. Manfred Wittenstein.

Bad Mergentheim/Igersheim/Mannheim. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat am Samstag in einer Feierstunde im Rittersaal des Mannheimer Schlosses den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg an 18 verdiente Persönlichkeiten verliehen. Zum illustren Kreis der Ausgezeichneten gehörten auch der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Tauberfranken, Sparkassendirektor Edmund Brenner, und der Igersheimer Vorzeigeunternehmer Dr. Manfred Wittenstein. Beide nahmen vor rund 40 Jahren im Taubertal ihre Arbeit auf und entwickelten mit großem persönlichem Einsatz ihre Unternehmen sehr erfolgreich. Die höchste Auszeichnung, die das Land Baden-Württemberg seit 1975 vergibt, wurde bisher 1941 Bürgern zuerkannt.

„Demokratie braucht Menschen, die mitreden, mitmachen und sich füreinander verantwortlich fühlen“, betonte der Ministerpräsident in seiner Rede und er freue sich besonders, im 70. Jahr des Grundgesetzes 18 Bürgern, die den Geist dieses Gesetzes Tag für Tag leben, mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg auszeichnen zu dürfen. Demokratie brauche Demokraten – Menschen, die mitreden, mitmachen und die sich verantwortlich fühlen für das Miteinander, betonte der Ministerpräsident anlässlich der Ordensfeier.

Durch ihr Engagement in Kultur, Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und vielen anderen Bereichen, schafften die Geehrten Verlässlichkeit für eine ganze Gesellschaft, so Kretschmann.

In seiner Rede betonte Kretschmann auch die Wichtigkeit der kontinuierlichen Arbeit am Miteinander: „Die 18 Bürgerinnen und Bürger, die wir heute ehren, stellen sich immer wieder neu die Frage: Wie wollen wir zusammenleben? Und auf diese Frage finden sie ganz individuelle Antworten. Indem sie dort hinsehen, wo andere wegschauen, indem sie dort hingehen, wo andere weglaufen und indem sie nicht resignieren, sondern sich kümmern und anpacken“, so der Ministerpräsident.

Anschließend dankte der Ministerpräsident den Geehrten für ihren Einsatz in den unterschiedlichsten Bereichen des öffentlichen Lebens. „Durch das Mitgefühl, die Kraft und die Gedanken, die Sie für andere einbringen, bereichern Sie unsere Gemeinschaft“, wandte sich der Ministerpräsident direkt an die Ordensträger.

„Besonders danken möchte ich aber auch den Helfern der Helfer: nämlich den Familien, Angehörigen, den Freundinnen und Freunden der Geehrten. All denjenigen, die das Engagement der Geehrten mittragen und sie unterstützen.“ Dies zeige, dass die wenigen Geehrten ihre Auszeichnung auch stellvertretend für Tausende andere entgegennähmen, die sich ebenso engagierten. „Baden-Württemberg ist stolz auf die Träger des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg und ich bin es auch“, sagte der Ministerpräsident zum Abschluss seiner Rede.

Bei der Überreichung der Auszeichnung ging Kretschmann auf die individuellen Lebensläufe und Verdienste der neuen Ordensträger ein. Edmund Brenners Vita sei eng mit der Entwicklung der Sparkassenorganisation in Baden-Württemberg verzahnt: ob als Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Bad Mergentheim oder nach der Fusion bei der Sparkasse Tauberfranken, stets wurden seine Sachkompetenz sowie sein reicher Erfahrungsschatz in den verschiedenen Gremien sehr geschätzt.

Bei seiner Tätigkeit hatte Brenner dabei stets nicht nur die Gewinnmaximierung im Blick, sondern auch das Gemeinwohl und den Kunden, so der Ministerpräsident. Darüber hinaus bringt er sich auch heute noch an der Spitze verschiedener Aufsichtsräte in mittelständischen Unternehmen seiner Heimat ein. Ebenso engagiert er sich als Beiratsmitglied der Kitzberg-Klinik für Psychotherapie Bad Mergentheim. Des Weiteren liegt Edmund Brenner die Stiftungsarbeit stets am Herzen; so setzt er etwa beim Deutschen Roten Kreuz, beim Fachverband der deutschen Jugendorchester, bei der Stiftung Lebenshilfe, im Fechtsport Tauberbischofsheim, bei der Wirthwein-Stiftung sowie im Freundeskreis der Stadtkirche Weikersheim wegweisende Akzente in der Gemeinwohlarbeit.

Mit Dr. Ing. Manfred Wittenstein wurde eine führende Ingenieurs- und Unternehmerpersönlichkeit unserer Zeit geehrt, die mit ihren Unternehmen in der mechatronischen Antriebstechnik national und international erfolgreich agiert. Dabei lag der Schwerpunkt von Wittensteins Engagement schon früh auf der Innovationsförderung: als Wegbereiter für die „Industrie 4.0“ im Maschinenbau gibt er dem mittelständisch geprägten und oft familiengeführten Maschinenbau eine Stimme für Nachhaltigkeit, unternehmerische Verantwortung und Weitsicht, wie Kretschmann hervorhob.

Unter anderem durch den Einsatz von Wittenstein werden kleine und mittlere Unternehmen im Land nicht von der Digitalisierung abgekoppelt, sondern bleiben in hohem Maße wettbewerbsfähig. Als kompetentes Mitglied wird Manfred Wittenstein in vielen Gremien hochgeschätzt. Im letzten Jahr wurde er mit dem „German Leadership Award“ ausgezeichnet.

Denn Bildung und Wissenschaft, Aus- und Weiterbildung sowie fortlaufende Qualifizierung der Mitarbeiter seien für ihn wesentliche Voraussetzungen für einen gesunden Unternehmenserfolg. Dabei sei ihm gerade auch die Nachwuchsförderung ein besonderes Anliegen – er entwickelte zahlreiche außerschulische Bildungsinitiativen, die Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Auseinandersetzung mit modernen Natur- und Ingenieurswissenschaften und Informationstechnologien ermöglichen.

Die Verdienstmedaille trägt auf der Vorderseite das große Landeswappen und auf der Rückseite die Worte „Für Verdienste“. Sie wird an einem Band mit den Landesfarben an der linken oberen Brustseite getragen.

Laut Stiftungsbekanntmachung ist die Zahl der lebenden Träger der Medaille auf 1000 Personen begrenzt. Bisher wurde der Orden 1941 Mal verliehen.