Bad Mergentheim

Leserbrief Zu „Gekämpft bis zur letzten Patrone“ (FN, 15. Juli 2020)

„Totgesagte leben länger“

Archivartikel

Zunächst danke ich Frau von Brandenstein für den ganzseitigen Bericht zur Beschreibung der aktuellen Situation der Nahrungsabteilung an der Gewerblichen Schule in Bad Mergentheim. Als Initiator der genannten Unterschriftenaktion gegen die drohende Schließung sehe ich mich jedoch genötigt, hier noch etwas nachzureichen.

Dem Innungsobermeister, der Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft sowie auch mir war eines von Anfang an bewusst: Wenn die Schließung noch abgewendet werden kann, dann nur mit dem Rückhalt aus der ganzen Region.

Diesen Rückhalt vermisse nicht nur ich. Wenn Frau Gold seitens der Innung über 500 Aufrufe an ihre Betriebe verschickt und bis jetzt gerade mal etwas über 1000 Unterschriften eingetroffen sind, ist das eindeutig zu wenig. Ich bin der Meinung, hier geht noch was, nicht nur ein bisschen. Jeder Handwerksbetrieb, nicht nur Metzger und Bäcker, muss hier Flagge zeigen. Irgendwann kann er schließlich selbst betroffen sein.

Im Bericht total untergegangen ist auch mein Appell an die Mandatsträger unserer Region. Als solcher hat man schließlich eine gewisse Verpflichtung gegenüber seinen Wählern. Es sollte eine Ehrensache für alle Kreistagsmitglieder, Stadt- sowie Gemeinderäte, Ortsvorsteher und Ortschaftsräte darstellen, hier unterstützend mitzuwirken. Denn diese haben den direkten Zugang zur Bevölkerung.

Auch die Aussage von Landrat Reinhard Frank versprüht wenig Hoffnung auf einen guten Ausgang. Er will sich nicht mehr dazu äußern, da schon alles gesagt sei. Der einstige Wunsch des Kreistages nach einem dauerhaften Verbleib der Nahrungsmittelberufe im Main-Tauber-Kreis stellte da noch ein anderes Kaliber dar.

Nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass wir mitvereinten Kräften, die von Frau von Brandenstein betitelte Traueranzeige noch umschreiben können. Schließlich bin ich mehr ein Anhänger des Sprichwortes: Totgesagte leben länger.

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