Bad Mergentheim

75. Geburtstag Mit der Landwirtschaft verbunden / Auch in der Lokalpolitik hat er sich einen Namen gemacht

Tillmann Zeller gab schon immer gerne sein Wissen weiter

Bad Mergentheim.Er war beruflich eng mit der Landwirtschaft verbunden, und auch in der Lokalpolitik hat er sich einen Namen gemacht: Der Bad Mergentheimer Tillmann Zeller feiert heute seinen 75. Geburtstag.

1971 kam Tillmann Zeller mit seiner Frau – geheiratet hat er seine Christiane schon 1968, das Paar feierte im vergangenen Jahr goldene Hochzeit – aus Stuttgart in die Badestadt. Damals war eine Tochter „mit im Umzugsgepäck“, in der Folgejahren komplettierten zwei Söhne die Familie. Die Kinder leben mittlerweile in Pretoria (Republik Südafrika), Bozen (Italien) und Hanau. Vier Enkelkinder bringen immer wieder Leben in das 1982 gekaufte Haus im Siebenwindenweg, zudem besuchen die Zellers ihre Kinder und Enkel regelmäßig.

Im Landwirtschaftsamt wirkte Tillmann Zeller von 1971 bis zur Pensionierung 2009 als Lehrer in der dem damals noch staatlichen Landwirtschaftsamt angegliederten Fachschule sowie im Bildungs- und Fortbildungsbereich für Landwirte sowie in der Verwaltung. Zudem war ihm die Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiges Anliegen – zahllose Presseartikel hat er verfasst, die nicht nur den im Laufe der Zeit immer weniger werdenden Bauern aktuelle Infos gaben und und wichtige Themen vermittelten, sondern auch den Laien Einblicke in Ackerbau und Viehzucht gaben.

Geboren 1944 im dörflichen Grömbach im Schwarzwald, besuchte er in Ulm die Grundschule und das Gymnasium. Sein Studium der Agrarwissenschaften führte den Pfarrersohn nach Hohenheim und Berlin.

„Als Bub wollte ich immer einen Bauernhof haben“, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Das hat nicht geklappt, doch der Landwirtschaft blieb er treu. „Nach nach dem Abitur habe ich ein Praktikum auf drei Bauernhöfen gemacht.“ Und diese 18 Monate „machten mir so viel Freude, dass ich Agrarwissenschaften mit dem Schwerpunkt Pflanzenproduktion studierte“. Zeller verließ die Uni als „Diplom-Landwirt“, spätere Absolventen erhielten den Titel Diplom-Agraringenieur, aktuell machen die Studienabgänger den Bachelor in Agrarwissenschaften.

Während des Studiums lernte er auch außereuropäische Länder kennen: Er wirkte in Tunesien und Äthiopien – zum Kaiserreich des „Negus“ (Haile Selassi) gehörte damals auch noch das nach der Revolution Ende der 1970er Jahre selbstständig gewordene Eritrea.

In die Ferne zog es ihn auch später immer wieder. Im Auftrag des evangelischen Bauernwerks und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit war er unter anderem in Namibia und in Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) als Berater tätig.

Sein Wissen weiterzugeben, war Zeller stets ein Anliegen, und als Regierungs-Landwirtschaftsassessor, später als Oberregierungs-Landwirtschaftsrat und am Ende seines Berufslebens als Ober-Landwirtschaftsrat war er zunächst für die Bad Mergentheimer Landwirte, dann für die Betriebe im Altkreis und schließlich auch noch im Raum Boxberg und Tauberbischofsheim tätig.

Und immer wieder „irgendwo in Afrika“, etwa in Namibia oder im Kongo sowie auch auf der Mittelmeerinsel Malta.

Als Pensionär vermisste er zunächst den „ständigen Kontakt zu jungen Leuten“. Dies war der Grund für sein Engagement am Campus Bad Mergentheim der Dualen Hochschule, wo er als Dozent im Studiengang „Food-Management“ aktiv war, zuletzt aber nur noch als Prüfer. Der Studiengang wurde bekanntlich nach Heilbronn verlagert, was Zeller nach wie vor sehr bedauert: „Das hat nämlich hervorragend zu uns ins Taubertal gepasst.“

Weiter aktiv ist Zeller im Auftrag des Regierungspräsidiums als Prüfer für Studenten der Agrarwissenschaften der Uni Hohenheim und der Fachhochschule Nürtingen. Zudem schreibt er Presseberichte für den Kreisbauernverband und den Maschinenring und berichtet im Landwirtschaftlichen Wochenblatt.

Auch in den Fränkischen Nachrichten/der Tauber-Zeitung sind immer wieder Artikel aus seiner Feder zu lesen. Zeller berichtet vorwiegend über das weite Thema Landwirtschaft, aber auch über diverse Veranstaltungen sowie über die Aktivitäten der Naturschutzgruppe Taubergrund, der er seit vielen Jahrzehnten verbunden ist.

Viel Raum nahmen und nehmen Ehrenämter ein: Der SPD gehört Zeller seit Anfang der 1970er-Jahre an, über Jahrzehnte war er als Gemeinderat aktiv, dem Kreisrat gehört er nach wie vor an. „Für den Kreistag kandidiere ich wieder.“

Er ist Mitglied des Creglinger Vereins „Rosenfreunde Taubertal“, und nach wie vor erklärt er Gästen und Einheimischen als Stadtführer die Badestadt Bad Mergentheim. Verkleidet als „Deutschordens-Hofgärtner Franz Josef Hüller“ erläutert er die botanischen Besonderheiten des Schlossparks. Aktiv ist er zudem im Arbeitskreis „Museumspädagogik“ des Deutschordensmuseums. Außerdem engagiert er sich in der „Johann-Friedrich-Mayer-Gesellschaft“ – der vor 300 Jahren in Herbsthausen geborene Mayer wirkte mehr als 50 Jahre als evangelischer Pfarrer in Kupferzell und gab der Landwirtschaft zahlreiche Impulse.

Die bei all seinen Aktivitäten noch verbleibende Freizeit genießt Tillmann Zeller beim Gärtnern – neben dem Hausgarten bewirtschaftet er auch noch ein Grundstück im Füsilierweg. Wandern, Radeln und Reisen führt das Ehepaar Zeller in die Umgebung und ins Ausland. „Nur Wasser muss immer dabei sein“, erklärt Zeller: „Wir sind begeisterte Schwimmer!“ Und natürlich hat das Ehepaar nach wie vor eine Freibad-Jahreskarte. Außerhalb der Freiluft-Saison besuchen die Zellers gerne die „Solymar“-Therme.