Bad Mergentheim

Kitzberg-Kliniken Besuch von CDU-Fraktionschef Reinhart

System Familie war Hauptthema

Bad Mergentheim.Das System Familie war das Hauptthema des Gesprächs mit Professor Dr. Wolfgang Reinhart, MdL und Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg in den Gebäuden der Kitzberg-Kliniken, Psychotherapeutisches Zentrum in Bad Mergentheim.

Zu zögerlich

Seit Jahren wird darüber diskutiert, dass die Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher ungenügend ist und sie viel zu lange auf einen ambulanten oder stationären Behandlungsplatz warten müssen. Zu zögerlich werden Bedingungen dafür geschaffen, dass die Behandlung auch langfristig wirkt und möglichst effizient ist. Das ist das Hauptanliegen der Kitzberg-Kliniken nun seit mehreren Jahren, das die Inhaberin und Geschäftsführerin Ursula Schulte-Schlingmeyer immer wieder sowohl beim Land vorträgt als auch mit den Kostenträgern kommuniziert.

"Wir wollen die Eltern, oft die Mutter, einbeziehen in die Behandlung der psychisch kranken Kinder. Oft sehen wir, dass auch die Mutter psychisch erkrankt ist und Hilfe benötigt. Wir behandeln dann beide und beachten besonders die Interaktionen in der Familie. Kinder kranker Eltern bedürfen der besonderen Fürsorge, da sie gefährdet sind, auch an einer psychischen Störung zu erkranken", so Privatdozent Dr. Niels Bergemann, der die Kitzberg-Kliniken als Ärztlicher Direktor leitet. Und Dr. Reta Pelz, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und -psychosomatik der Kitzberg-Kliniken, ergänzt: "Die Behandlung der psychisch kranken Kinder und Jugendlichen kann nur dann einen langfristigen Erfolg mit sich bringen, wenn das Umfeld ebenfalls behandelt wird". Diese Erfahrung hat das multiprofessionelle Behandlungsteam der Kitzberg-Kliniken bereits 1998 nach den ersten Aufnahmen der Eltern mit damals noch Begleitkindern gemacht.

Das Behandlungskonzept der Kitzberg-Kliniken beinhaltet jedoch auch Eltern-Kind-Behandlung von älteren Kindern gemeinsam mit ihren Eltern, so dass alle Altersgruppen vom Säugling bis zum vollendeten 17. Lebensjahr der Kinder behandelt werden können.

Ursula Schulte-Schlingmeyer merkte an, dass immer mehr Anmeldungen für die Eltern-Kind-Behandlung in der Klinik eingehen, doch durch die fehlenden Betten wird die Warteliste immer länger.

Die Eltern-Kind-Behandlung, so wie dies in den Kitzberg-Kliniken angeboten wird, ist ein Alleinstellungsmerkmal, so Professor Reinhart. Auch bezeichnete er die Entwicklung der Kliniken, die er nun seit längerer Zeit kennt, als "eindrucksvoll" und besichtigte mit Begeisterung die an der Klinik angegliederte staatlich anerkannte Klinikschule sowie das klinikeigene Kinderzentrum.

Durch Unterstützung der Politik erhofft sich die Leitung der Kitzberg-Kliniken, nun zusätzliche Sonderbetten zeitnah einrichten zu können. pm