Bad Mergentheim

Bauausschuss tagte Nach Ablehnung des Grünen-Antrags für eine günstigere Variante stimmt eine Mehrheit der Stadträte für die Investition von knapp 82 000 Euro

Streit um neue Beregnungsanlage im Stadion

Bad Mergentheim.Der Beschlussantrag für den Einbau einer Beregnungsanlage im Deutschordenstadion stand auf der Tagesordnung des Bauausschusses am Dienstagabend. Der günstigste Anbieter, die Firma Jürgen Gechter aus Erlangen, bot ihre Dienste für knapp 82 000 Euro Gesamtkosten an. Nicht alle Stadträte wollten diese Summe mittragen.

Hubert Schmieg (Grüne) eröffnete die Debatte, nachdem Oberbürgermeister Udo Glatthaar noch kurz auf den Sportstättenentwicklungsplan hingewiesen hatte. Schmieg sprach sich gegen die „teuerste Variante“ mit einer ausfahrbaren Beregnungsanlage im Boden aus und plädierte dagegen für eine mobile und wesentlich günstigere Lösung mittels Großflächenregner.

Stadtbaudirektor Bernd Straub antwortete darauf, dass dies nicht praktikabel sei und einen größeren Personalaufwand bedeute, den man eigentlich vermeiden wolle. Die Beregnung solle automatisch und möglichst auch nachts stattfinden.

CDU-Stadtrat Karl Kuhn verteidigte ebenfalls die Pläne für eine feste Beregnungsanlage, weil diese viel effizienter sei. Die Bewässerung des Rasens könnte gerade im Sommer an die niedrigeren Temperaturen in der Nacht angepasst werden und sei damit auch ökologisch – weil wassersparend – sinnvoll.

Sein Fraktionskollege Hanspeter Fernkorn freute sich, dass die reduzierte Mehrwertsteuer (16 Prozent bis Jahresende) bei diesem Projekt mitgenommen werde könne.

Heinz-Joachim Kuper (Freie Wähler) fragte, woher das Wasser genommen werden soll und erfuhr von Stadtbaudirektor Straub, dass man einen Tiefbrunnen für die Beregnung der beiden Plätze im Stadion nutzen wolle.

Thomas Tuschhoff (Grüne) begrüßte zunächst, dass die Pläne für einen Kunstrasenplatz beiseite gelegt wurden und das Mikroplastik hier nun nicht nach Bad Mergentheim komme. Ein Naturrasen sei viel besser, so Tuschhoff.

Aber nun über 80 000 Euro für eine Bewässerungsanlage ausgeben zu wollen, sei auch ihm viel zu viel, so der Fraktionssprecher der Grünen. Eine fest verbaute Beregnungsanlage könnte auch nachteilig sein, wenn der Grünschnitt nicht abgeräumt werde und sich eine Humusschicht bilde. Auch er plädierte klar für eine günstige, mobile Großflächenregner-Lösung.

Hermann Dehner (Freie Wähler) berichtete dann von den Erfahrungen in Wachbach und bezeichnete die Unterflur-Beregnungsanlage als beste Lösung.

Oberbürgermeister Glatthaar erinnerte nochmals daran, dass nicht nur Vereine, sondern auch die Schulen das Stadion nutzen würden und sich die Investition schon lohne, dennoch rief er als erstes den Antrag von Thomas Tuschhoff (Grüne) auf, eine preiswertere Lösung zu suchen. Mit 5:12-Stimmen lehnte das Gremium dies ab. Nur die Grünen und die beiden SPD-Vertreter im Ausschuss votierten dafür.

So kam der Beschlussantrag der Stadtverwaltung an die Reihe, 82 000 Euro auszugeben und die Firma Jürgen Gechter mit den Arbeiten zu beauftragen. Drei Gegenstimmen (zwei Grüne, eine SPD), eine Enthaltung, aber 13 Ja-Stimmen brachten hierzu schließlich die Entscheidung pro Antrag.

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