Bad Mergentheim

Jakobshof Markelsheim Ferienunterkunft in Fässern erweitert / Idee aus dem Schwarzwald übernommen / Gäste erhalten Einblicke in Weinbau und Landschaftspflege

Siebenschläfer gehören mit zum Ambiente

Archivartikel

Die große Bedeutung des Markelsheimer Jakobshofs für den Tourismus im Weinort betonte Oberbürgermeister Udo Glatthaar bei der Einweihung des vierten Weinfässer-Paares am Roggenberg.

Markelsheim. Dass die Idee einer urigen Nacht im Weinberg nach wie vor gut ankommt, beweisen die 400 Übernachtungen von 800 Gästen, die allein im vergangenen Jahr bei Familie Lehr gebucht wurden. Am Waldrand, gegenüber den Rebzeilen, stehen nun viermal zwei 8000 Liter große Weinfässer, die als Schlaf- sowie Wohn- und Sanitärfässer für zwei Personen ausgebaut sind. 2013 wurde das erste Fass-Paar aufgestellt.

Die aus Sasbachwalden im Schwarzwald übernommene Idee kam so gut an, dass 2014 und 2016 zwei weitere Fasspaare hinzukamen. Nun wurde das vierte Feriendomizil der etwas anderen Art eingeweiht. Vertreter der Weingärtnergenossenschaft, Stadt- und Ortschaftsräte, Oberbürgermeister Udo Glatthaar und Ortsvorsteherin Claudia Kemmer, Peter Dittgen als Vertreter der Kurverwaltung, Familie, Freunde, Unterstützer und Nachbarn feierten zusammen mit Conny und Thomas Lehr unter dem Motto „Eine Erfolgsgeschichte geht weiter“. Gesanglich umrahmt wurde der Festakt von der „hauseigenen“ Jakobs Stubenmusik. Ortsvorsteherin Claudia Kemmer betonte, „ohne euch wäre der Tourismus in Markelsheim nicht so weit.“ Die Idee sei schließlich nur das eine, „es gehört auch der Mut dazu, sie durchzuführen.“ Oberbürgermeister Glatthaar sagte, der Jakobshof trage großen Anteil am Bekanntheitsgrad des Weinortes. Gerade wegen der Idee der Übernachtung im Weinfass sei Markelsheim einer der schönsten Weinerlebnis-Plätze im Land und verschaffe damit auch der Großen Kreisstadt deutschlandweit einen hohen Bekanntheitsgrad. Ein Kompliment machte der Oberbürgermeister der gesamten Jakobshof-Familie, besonders den Kindern von Conny und Thomas Lehr, die sich in besonderer Weise für den Fremdenverkehr einsetzten, ebenso wie allen im Weinbau tätigen Markelsheimern. „Wir stehen für Regionalität“, so Conny Lehr. Das erstrecke sich bis hin zur Verpflegung der Gäste mit heimischen Produkten. Thomas Lehr ergänzte, dass mit einer „fass-zinierenden“ Übernachtung den Touristen auch die Arbeit der Weingärtner und die Landschaftspflege nähergebracht werde.

Die kleinen Fass-Grundstücke sind liebevoll ausgestaltet und bieten neben gemütlichen Schlaf- und Wohngelegenheiten auch ein Bio-WC, einen Wasservorrat und Liegestühle. Außer Wald und Reben gehören unter anderem Siebenschläfer und Nachtigall zum Ambiente. Die bisher weitest gereisten Gäste kamen laut Conny Lehr aus Moskau. Fünf, sechs Paare sind „Wiederholungstäter“ und buchen immer wieder eine Nacht im Weinfass.

Fünf goldene und drei diamantene Hochzeiten waren schon Anlass für einen Aufenthalt. Auch ein Heiratsantrag wurde in einem der Fässer gemacht. Dass der Aufenthalt im Weinberg Freude macht, belegen die Einträge in den zu jedem Grundstück gehörenden Gästebücher, unter anderem dieser: „Man braucht wenig, um glücklich zu sein.“ tom