Bad Mergentheim

Bürgerforum „Stadtbild“ Neue Serie „Mergentheimer Hausfassaden“ (Folge 1)

Sie dient der Repräsentation

Bad Mergentheim.Das Bürgerforum „Stadtbild“ Bad Mergentheim stellt in einer neuen Artikel-Serie in den nächsten Monaten Mergentheimer Hausfassaden vor.

Der deutsche Volksmund traut der Fassade nicht. Er möchte gerne hinter die Fassade blicken. In die Enge getrieben, muss manch einer die Fassade aufrecht erhalten, sonst bröckelt diese. Die Sprichwörter beschreiben Menschen, die gerne täuschen um mehr zu scheinen als zu sein. Auch die Hausfassade soll blenden und den Betrachter beeindrucken.

Die Hausfassade dient der Repräsentation. Sie ist das entscheidende Merkmal nach außen. Die Fassade ist dem lateinischen Wortstamm nach das Gesicht des Hauses. Der Bauherr gibt seiner Umgebung darüber Auskunft wer er ist und was er hat. Es liegt in der menschlichen Natur, dass er sich und seine Hausfassade besonders hübsch und wertvoll erscheinen lassen will, von Ausnahmen wie der unlängst erstellten, neuen Sporthalle am Deutschorden-Gymnasium einmal abgesehen.

Jede Epoche hatte ihre typischen Zierformen. Deshalb verraten Fassaden viel über das Alter der Häuser. In der Serie werden typische Hausvertreter der Bauepochen vorgestellt. In der Altstadt finden sich nur einige wenige mittelalterliche Häuser. Reicher bestückt ist sie mit Häusern aus der Renaissance und dem Barock. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erweiterte sich die Stadt über die alte Stadtmauer hinaus. Zeittypisch wurden die neuen Häuser im Stil des Historismus gebaut.

Die Serie befasst sich auch mit der Moderne, von deren unterschiedlichen Spielarten sich hier Vertreter finden.

Die Serie Fassade besteht aus vielen Details. Friese und Pilaster gliedern sie. Türen und Fenster durchdringen sie. Sie wurden geschmückt, oft mit Madonnen als Zeichen der Volksfrömmigkeit. Es gibt Beispiele in denen das Baujahr in so genannten Annagrammen versteckt ist. Das Verhältnis zu Herrschaften zeigt sich in am Haus angebrachten Wappen.

Dem aufmerksamen Spaziergänger sei empfohlen, hochnäsig durch die Altstadtstraßen zu gehen. Der Blick in die Erdgeschosszone zeigt meist Schaufensterfassaden, die die gesamte Hausbreite beanspruchen. Hier sind sämtliche historischen Details beseitigt. Der Blick nach oben ist interessanter.

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