Bad Mergentheim

Katholisches Dekanat Mergentheim Gottesdienste starten unter strengen Vorgaben / Für Ordnerdienste ehrenamtliche Helfer gesucht

Sicherheit der Menschen im Mittelpunkt

Archivartikel

Gottesdienste ja, aber unter strengen Auflagen: Die Sicherheit der Gläubigen steht weiter an erster Stelle.

Bad Mergentheim. Seit Anfang letzter Woche sind in Baden-Württemberg wieder Gottesdienste möglich, das haben die vier evangelischen und katholischen Bischöfe in Absprache mit der Landesregierung festgelegt. „Die Auflagen und Regelungen sind so detailliert und umfangreich, dass deren Umsetzung sehr viel Zeit und Ressourcen bindet.

Vor allem den Ehrenamtlichen wird hier ein hohes Maß an Verantwortung abverlangt“, so Ulrich Skobowsky, Dekan des katholischen Dekanats Mergentheim: Die Abwägung sei nicht einfach zwischen dem Wunsch nach baldigen Gottesdiensten und der Frage, wie schöne Gottesdienste möglich seien unter gewohnter Beteiligung ehrenamtlicher Dienste – mit minimaler Sitzzahl (bei Zwei-Meter-Abstand), Desinfektionsmittel, Mundschutz, Hostienzangen und ohne Gesang.

Aufwand unterschiedlich groß

Je nach Anzahl der Kirchen am Ort, Art der Kirchenräume und durchschnittlicher Anzahl der Gottesdienstbesucher sei der Aufwand in den Seelsorgeeinheiten unterschiedlich groß.

Gerade aus den kleineren Orten kämen Signale, so nicht feiern zu wollen oder zumindest nichts zu überstürzen. Das führe in verschiedenen Gemeinden zu verschiedenen Entscheidungen, auch wann mit Gottesdiensten wieder begonnen werden solle. „Dies zeigt“, so Dekan Skobowsky, „das hohe Verantwortungsgefühl der Menschen vor Ort.“

Mit „Probeläufen“ beginnen

Entsprechend wäre ein Wettlauf der Gemeinden um den ersten Gottesdienst das falsche Signal – durchaus auch denen gegenüber, die nicht religiös seien und noch immer auf eigene Prioritäten – zum Beispiel Konzerte, Theater, Sportveranstaltungen – verzichten müssten. Alles in allem werden in den Seelsorgeeinheiten Igersheim und L.A.M.M. Bad Mergentheim erste öffentliche Gottesdienste erst ab dem Wochenende 16. und 17. Mai stattfinden können. Davor wird es „Probeläufe“ geben, das heißt nicht-öffentliche Gottesdienste mit den ehrenamtlichen Verantwortlichen (Kirchengemeinderäten, Mesnern, Oberministranten, liturgischen Diensten etc.) vor Ort, um dann die jeweils praktikabelsten Lösungen zu entwickeln. Für die Seelsorgeeinheiten L.A.M.M. Bad Mergentheim und Igersheim werden in Kürze die jeweiligen Gottesdienstzeiten für das Wochenende am 16. und 17. Mai sowie Modalitäten der Anmeldung bekanntgegeben. Die Seelsorgeeinheit „Heilig Kreuz“ hat bereits schrittweise mit den Gottesdiensten begonnen. Am gestrigen Sonntag fanden in Wachbach und in Stuppach jeweils eine Eucharistiefeier statt. Weitere Gottesdienste werden vor Ort bekanntgegeben.

Anmeldung vor Gottesdiensten

Die Anmeldung ist direkt vor den Gottesdiensten an der Kirchentüre möglich – solange Plätze vorhanden sind. In den Kirchengemeinden Weikersheim und Creglingen fanden ebenfalls erste Gottesdienste statt. Weitere Gottesdienste gibt es an den Werktagen und den kommenden Wochenenden – die Termine sind in den Schaukästen der Kirchen und in den örtlichen Amtsblättern veröffentlicht. Die erforderliche Anmeldung kann über Telefon 07934/263, Email (kathpfarramt.weikersheim@drs.de) oder über einen Anmeldebogen erfolgen, der an den Schriftenständen in den Kirchen ausliegt.

Sitzplatzzahl beschränkt

Wenn noch Plätze in den Kirchen frei sind, kann die Anmeldung auch direkt vor Gottesdienstbeginn bei den Ordnern erfolgen. Für die Kirchengemeinden St. Margareta in Laudenbach und St. Johannes Evangelist in Niederstetten starteten die sonntäglichen Eucharistiefeiern am gestrigen Sonntag. Wegen der bischöflichen Vorgabe zum Mindestabstand ist die Zahl der Sitzplätze massiv beschränkt. Die telefonische Anmeldung erfolgt für Laudenbach und Niederstetten immer freitags beziehungsweise am Nachmittag vor dem Feiertag zwischen 15 und 17 Uhr für den kommenden Sonntag beziehungsweise Feiertag. Das für beide Orte zuständige Pfarramt Laudenbach hat die Telefonnummer 07934/7282. Die rechtzeitige Veröffentlichung der bereits am Wochenende erfolgten Gottesdienste ist durch einen bedauerlichen technischen Fehler unterblieben, was die Redaktion entschuldigen möchte. Vor den Gottesdiensten prüfen dann Ordner beim Einlass anhand der Anmeldeliste die maximale Aufnahmekapazität, sind bei der Händedesinfektion behilflich und weisen die Plätze zu, so dass ein Queren in der Bank nicht möglich ist und der Mindestabstand eingehalten wird.

Rosenkranzgebet in Stille

Ob am Werktag Gottesdienste gefeiert werden können, ist für den Moment noch nicht geklärt. Aktualisierungen erfolgen über das kommunale Amtsblatt. In der Bergkirche Laudenbach sind vorerst keine öffentlichen Gottesdienste vorgesehen. Das sonntägliche Rosenkranzgebet erfolgt in Stille. Der Mindestabstand ist einzuhalten. Es dürfen sich nicht mehr als fünf Personen gleichzeitig in der Bergkirche aufhalten. Jede Gemeinde sei, so Dekan Ulrich Skobowsky, dringend auf Menschen angewiesen, die bereit seien, Ordnerdienste zu übernehmen – bei der Platzzuweisung der Kirchgänger und am Eingang bei deren Registrierung.

Unterstützung zeigen

Diese Dienste könnten gerne auch von „Nicht-Kirchgängern“ übernommen werden, die den häufig auch älteren Kirchenbesuchern ihre Unterstützung zeigen wollten, ähnlich etwa wie bei den Einkaufsdiensten.

„Das stärkt vielleicht auch die Solidarität in den Ortschaften“, stellt Dekan Ulrich Skobowsky fest: „Ich bin auch im Gespräch, um zu klären, welche weiteren Gottesdienstmöglichkeiten, wie etwa Autogottesdienste, es geben kann. Wichtiger ist aber auch, dass die Menschen mit ihrem Glauben und Sehnsucht nach Gemeinschaft weiter miteinander in Kontakt bleiben.“

Zum Thema