Bad Mergentheim

Sommercamp Eine Woche Spiel, Spaß und Unterhaltung für 16 Jungen und Mädchen im Internat „Maria Hilf“

Selbstvertrauen in Gemeinschaft stärken

Nach den Ferien lautet die erste Frage oft: „Wo warst du?“. Nicht alle Kinder können dann von einer großen Reise berichten. Sie hatte Nikolaj Imhof im Blick, als er ein besonderes Ferienprogramm plante.

Bad Mergentheim. Kinderlachen erklingt im „Kasten“, dem bischöflichen Internat Maria Hilf, kaum dass die Ferien begonnen haben. Was zunächst seltsam erscheint, hat Methode: 16 Jungs und Mädchen nehmen an einem besonderen Sommer-Camp teil, und das Motto „Kids ohne Grenzen“ wird gelebt. Eine ganze Schar von „Anleitern“ sorgt dafür, dass es den Teilnehmern aus Bad Mergentheim, Assamstadt und Lauda nicht langweilig wird, ihre „Anleiter“ sind Profis, Auszubildende und Schüler. Nikolaj Imhopf wirkt normalerweise als Präfekt im „Kasten“ – so werden in katholischen Internaten die Erzieher genannt. Zum Team gehören die Schulsozialarbeiterin der Eduard-Mörike-Schule, Sevim Karakoc, Bettina Pflugmacher, Lehrerin an der Lorenz-Fries-Schule, Pia Schwarz, die ein FSJ absolviert, und Erzieher Phillip Sabow sowie drei Schüler: Juan Richter, Michelle Reitzle und Paul Lungstras.

„Wir wollten ein Angebot, das sich alle leisten können“, betont Imhof. Um das zu ermöglichen, hat er Sponsoren und Unterstützer gewonnen: Träger der Ferienwoche ist der Kreis-Jugendring; das Internat Maria Hilf stellt Unterkunft, Küche, Gelände sowie zwei Fahrzeuge und zwei Tankfüllungen; das Jugendamt hilft finanziell, und der Round Table, die Familie Wagener, der Aktionskreis Sucht- und Gewaltprävention sowie die Familie Fleckenstein leisten ebenfalls einen Beitrag, um die Teilnahme wirklich allen Interessierten zu ermöglichen. „Ganz umsonst darf es nicht sein, denn dann denken viele, dass es nichts ist“, sagt Imhof. Und er ist froh, dass es „schon jetzt, beim ersten Mal, so gut geklappt hat. „Wir haben eine bunte Mischung hier, und das Programm ist vielfältig und kommt an.“

Beginn ist immer um 8 Uhr mit dem „Einstieg“, dann folgen Teamspiele. „Gegenseitiges Kennenlernen, sich unterstützen und damit ein ständiger Austausch“ sind die Basis für ein erfolgreiches Zusammenwirken. Für das Mittagessen wird immer frisch eingekauft, die Jungs und Mädchen bereiten das Essen selbst zu. Jeden Tag ist eine andere Gruppe zuständig. Auf einer großen Tafel können die Teilnehmer ihr Namenskärtchen an das jeweilige Angebot pinnen.“ Einkaufen und Kochen sind sehr beliebt. „Alle kochen gerne, und das gemeinsame Essen ist uns auch wichtig, weil es die Kids zusammenbringt“, sagt Imhof. Ebenso zum Programm gehören Exkursionen, etwa in die Eberstadter Höhle und den Wildpark. Eine Waldtour und eine Survival-Parktour in Schöntal sind neben einer Nachtwanderung und einem Übernachten am Lagerfeuer sicherlich Höhepunkte.

Zudem haben sich die Teilnehmer mit „Erster Hilfe“ beschäftigt, und täglich steht auch Reflexion auf dem Programm. Abschluss ist meist um 17 Uhr, und wenn die Eltern ihre Kinder abholen, gibt es immer viel zu berichten.

Reiten und Kanu-Tour

Das vielfältige Angebot, das Imhof und sein Team sich ausgedacht haben, kommt an: Nur die wenigsten haben bereits auf einem Pferd gesessen, und auch die Kanu-Tour war für viele eine Premiere. Basteln, Malen, Schwimmen und Minigolf stehen auf dem Programm. Das Trampolin und der Pool im „Kasten“ werden mit Begeisterung angenommen, ebenso wie die Möglichkeit, sich im Bandraum an den Instrumenten zu versuchen.

Zum Abschluss der Ferienwoche luden die Teilnehmer ihre Eltern zum Mittagessen ein und zeigten, was sie in dieser Woche erlebt und gelernt haben. Und das ist viel, denn „nur chillen wollten wir natürlich nicht als Programm haben - alle sind gefordert, sich einzubringen. Und wer etwas machen will, was er sonst noch nie gemacht hat – etwa Sport oder Musik, Malen oder Lesen – „der soll das tun. Wir unterstützen das, motivieren und sprechen mit den Kids darüber“, erläutert Imhof.

Ziel der Ferienwoche ist es, bei den teilnehmenden Jungen und Mädchen „das Selbstvertrauen zu stärken“. Sie bekommen in spielerischen und erlebnispädagogischen Ansätzen Hilfestellung, um schulische Lücken zu schließen. „Die Kids sollen die Erfahrung machen, dass sie sich etwas zutrauen können“, verdeutlicht Imhof.

Mit Eifer dabei

Die Teilnehmer sind mit Eifer bei der Sache. Nicole (13) findet das Programm und die Anleiter „cool!“, war erstmals im Kanu auf der Tauber unterwegs und freut sich auf jeden Ausflug. Am Donnerstag hat sie im Bandraum Schlagzeug gespielt. „Es macht Spaß“, sagt sie. Der 12-jährige Samed findet es „toll dass man sich selbst entscheiden darf, was man machen möchte. Das Angebot ist klasse“, betont er. Das Programm macht ihm Freude, „es gibt viel zu erleben und zu lernen“. Auch Benedikt (12) findet die Ferienwoche toll: „Am schönsten ist das Kochen“. Das Trampolin hat seine Freude am Sport geweckt. Und überhaupt findet er das vielfältige Angebot „super. Es wird nie langweilig“.