Bad Mergentheim

20 Jahre Ökumenische Hospizgruppe Bad Mergentheim Festveranstaltung mit Vortrag des Palliativmediziners Dr. Rainer Schäfer

Seit den Anfängen fast 70 Helfer aktiv

Mit einer Festveranstaltung und einem Gottesdienst in der Schlosskirche beging die Hospizgruppe der Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinden ihr zwanzigjähriges Bestehen.

Bad Mergentheim. Zwei Hospizhelfer der ersten Stunde waren dabei Christiane Zeller und Wilfried Kuhne, die von den ersten Anfängen das Werden der Gruppe begleitet haben. Ebenso war Schwester Evarista Kotschy anwesend, die fast zwanzig Jahre die Koordinatorin der Gruppe gewesen ist. Dabei haben ihr über die Jahre Helene Ansmann, Gisela Grammetbauer, Rose Metzger zur Seite gestanden. Seitdem waren Rosemarie-Heimberger Häberle tätig und zur Zeit Reinhard Grauli.

Insgesamt vierundzwanzig Mitglieder zählt die Gruppe heute. Alle anwesenden Kräfte erhielten eine Jubiläumsgabe der Kirchengemeinden, die der Krankenhausseelsorger Pfarrer Thomas Dreher übergab.

Seit den Anfängen waren fast siebzig Ehrenamtliche für die Arbeit mit Schwerkranken und Sterbenden tätig. Fast tausend Begleitungen von einem Tag bis zu mehreren Wochen wurden in diesem Zeitraum erbracht. 2016 waren es sechzig Begleitungen, im Jubiläumsjahr vierzig.

Bürgermeisterstellvertreterin Manuela Zahn sagte für die Stadt: "Mit 20 Jahren ist man schon sehr erwachsen, also aus den Kinderschuhen längst rausgewachsen. Auch sie haben in der Vergangenheit viel gelernt und bewegt. Dafür bedanke ich mich von ganzem Herzen."

Dr. Oliver Schmidt, Hausoberer des Caritas-Krankenhauses, betonte wie wichtig der Dienst im Alltag des Krankenhauses ist und Angehörige wie Pflegekräfte entlastet.

Einzigartige Menschen

Dekan Ulrich Skobowski stellte fest: "Wie viele Menschen habt ihr da in der Zwischenzeit begleitet, wie viele Schicksale? Und doch geht es nicht um Zahlen, sondern um einzigartige Menschen, für die ihr da wart, und um die einzigartigen Menschen, die in der Hospizgruppe in all den Jahren mitgewirkt haben, die "da waren". Pfarrerin Regina Korn: "Wachen und Beten. Das ermöglicht noch einmal einen Blick in eine andere Welt. Stellt alles noch einmal unter einen anderen Horizont. Es ist ein besonderer Dienst, den Sie, liebe Mitglieder der Hospizgruppe, in Allem den anderen Menschen tun."

Pfarrer Thomas Dreher stellte die Geschichte der Gruppe in die Hospiz- und Palliativbewegung, die in der Bundesrepublik in den Siebziger Jahren begann und heute über 100 000 Ehrenamtliche umfasst. Den Festvortrag hielt Dr. Rainer Schäfer Palliativmediziner vom Juliusspital in Würzburg.

Er betonte in seinem Vortrag "Palliativmedizin am Lebensende - Medizin und Kommunikation" wie wichtig der Mensch und seine Gefühle, seine Lebensgeschichte und die Verständigung über seine Wünsche sind. Säulen der hospizlichen und palliativen Betreuung sind deshalb neben der grundlegenden Schmerz- und Symptomkontrolle, ebenso Kommunikation und Trauerbegleitung. thd