Bad Mergentheim

Start der Kleinkunstsaison der Stadt Pascal Franke präsentiert im Kulturforum sein Programm „Göttlich“

Schwarzen Humor genüsslich zelebriert

Archivartikel

Bad Mergentheim.„Göttlich“ heißt das Programm des Klavierkabarettisten Pascal Franke. Er eröffnete die Kleinkunstsaison 2019/2020 der Stadt Bad Mergentheim im Kulturforum.

Der in Nürnberg geborene und in Frankfurt am Main aufgewachsene Pascal Franke absolvierte dort ein Musikstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst mit Hauptfach Klavier.

„Göttlich“ ist Frankes erstes abendfüllende Solo-Programm, mit dem er bundesweit auf Kleinkunstbühnen unterwegs ist. Zudem erlangte er insbesondere durch einige TV-Auftritte wie etwa in der von Constanze Lindner moderierten BR- Kabarett-Serie „Vereinsheim Schwabing“ einen gewissen Bekanntheitsgrad.

Als Neuling der deutschen Klavierkabarettszene gewann er wegen der Qualität und Vielfältigkeit seiner Arbeit den NDR Comedy Contest 2018 und erhielt 2019 den Jurypreis der renommierten „Tuttlinger Krähe“ und des „Lorscher Abts“ in der Kategorie „Newcomer“. Ausschlaggebend bei der Titelwahl seines Programms war wohl, dass in Frankes Kompositionen immer wieder starke Persönlichkeiten wie etwa Cäsar oder mythologische Halbgötter wie Herkules vorkamen.

Wer aufgrund des Titels religiöse Lobgesänge erwartet hatte, lag daneben, denn das gleichnamige Auftaktlied enthüllte Frankes Vorliebe für schwarzen, zynischen und ironischen Humor, der sich in den meisten seiner Stücke widerspiegelte.

Zum Nachdenken angeregt

Doch in seinen Stücken waren immer wieder tiefgehende Botschaften versteckt.

So regten etliche Lieder, die auf den ersten Blick rein unterhaltend wirkten, zum Nachdenken an wie etwa die Ballade „Domino“. „Das waren die schönen Lieder – ab jetzt geht es nur mehr bergab“, unkte Franke nach den ersten Titeln, die allerdings bereits von bissigen Humor geprägt waren wie etwa „Brutus“.

Die Themen und Motive seiner Songs und seiner Texte waren bunt gemischt sowie abwechslungsreich, beginnend bei „Schnecken“ der verschiedensten Art über „Am Strand“, „Hygiene“, „Panzer aus Titan“ bis hin zu einem „Herkuleskomplex“ und „Die Wahrheit“. Zudem beschrieb Franke das nächtliche Erlebnis mit einer Fliege, die sich immerhin „nur“ als Alptraum herausstellte.

Langeweile war bei dieser Variantenbreite kategorisch ausgeschlossen. Dafür sorgte Franke sowohl mit seinem schwarzen Humor, gepaart mit nachdenklichen Botschaften, als auch mit virtuoser Klaviermusik und Gesang vom Feinsten immer wieder für überraschenden Wendungen und Pointen in seinen Geschichten und Liedern

Der stürmische Applaus zum Schluss zeigte, dass es Franke auch als Szenennewcomer gelang, ein nicht vorwiegend junges Publikum mitzureißen.

Novum beim Auftakt zur Kleinkunstsaison 2019/2020 war eine anonyme Umfrage, bei der die Besucher die Gelegenheit hatten, ihre Zufriedenheit über Pascal Frankes Musikkabarettabend mitzuteilen.

Drei Fragen der Umfrageaktion, die von Svenja Schuck, Organisatorin der städtischen Kleinkunstserie, zu Beginn vorgestellt wurde, lauteten: „Wie haben Sie von der Veranstaltung erfahren?“, „Wie weit war Ihre Anreise?“ und „Was machen Sie nach der Veranstaltung?“.

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