Bad Mergentheim

Einweihung Jagdmitglieder und Ehrengäste versammeln sich im Jägerhaus Schüpfer Loch / 100 000 Euro Investitionssumme durch Spenden zusammengetragen

Schießstandumbau: 1480 ehrenamtliche Arbeitsstunden

Bad Mergentheim.100 000 Euro Investitionssumme, eine komplett neue „Infrastruktur“ und ein umgebauter, nun hochmoderner und den aktuellen Erfordernissen des Umweltschutzes entsprechender jagdlicher Schießstand waren Grund genug für eine Einweihungsfeier. Und so begrüßte Kreisjägermeister Hariolf Scherer am Sonntag zahlreiche Jägermitglieder und Ehrengäste im Jägerhaus im Schüpfer Loch.

Für die musikalische Umrahmung sorgten die Parforcehorn-Bläser der Kreisjägervereinigung unter der Leitung von Matthias Michelberger. „Wild“ verköstigt wurden die Teilnehmer von Uli Gebert und dem Küchenteam der KJV.

„Ein erfreulicher Tag“

Es sei ein „erfreulicher Tag“, auch wenn man wegen der Pandemie nur „eingeschränkt feiern“ könne. Der runderneuerte Schießstand (wir berichteten) habe viele Väter – neben dem Vorstandsteam auch viele „sehr engagierte Mitmacher“ und Spender aus den Reihen der Kreisjägervereinigung und natürlich auch die Sponsoren, ohne die der „Gewaltakt“ nicht möglich gewesen wäre. 1480 ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden, Sach- und Geldspenden und nicht zuletzt auch die „sehr wichtige und unverzichtbare gelungene Kooperation“ mit Firmen, der Stadt und dem Landkreis nannte der Kreisjägermeister dabei als Grundlagen des Erfolges. Scherer dankte der Firma Würth ebenso wie dem Stadtwerk und der Firma Udo Breidenbach für das Engagement bei der Erneuerung der Strom-, Wasser-, Abwasser und Telekommunikationleitungen. „Wir sind jetzt auf neuestem Stand, alle Probleme der Vergangenheit sind Geschichte.“

Weiter verwies Scherer auf den guten Ruf der KJV im Deutschen Jagdverband (DJV), was mit dem zweiten Rang beim Sonderpreis „Kommunikation“ des DJV deutlich werde.

Nicht immer verstanden

„Natur- und Umweltschutz, Landwirtschaft, Forst und Jagd sitzen im selben Boot, haben aber oftmals vermeintlich divergierende Interessen“, betonte Oberbürgermeister Udo Glatthaar. Dabei seien die Jäger in der manchmal schwierigen Situation, „nicht immer gehört und verstanden zu werden“, ja sogar „viele Feindschaften aushalten zu müssen“. Gleichwohl sei es ein Anliegen der KJV, sich der Öffentlichkeit mitzuteilen und für die Belange der Jagd Aufklärungsarbeit zu leisten – „mit Erfolg“, wie Glatthaar betonte. Seine Empfehlung: „Gehen Sie weiter hinaus in dir Öffentlichkeit und erklären Sie, was Jagd bedeutet und für Umwelt und Natur leistet.“ Die Stadt habe „gerne ihren Beitrag geleistet“, das Jägerhaus und den Schießstand „up to Date“ zu bringen, und er danke den Jägern für ihren Einsatz. Der neue Schießstand sei ein bedeutendes Signal nach draußen: „Den Jägern ist das Problemfeld Tierschutz wohl bewusst“, die sichere Handhabe der Waffe sei dafür grundlegend. Es sei ein „sehr gelungener Umbau“, lobte Landes-Jagdverbands-Geschäftsführer Martin Bürner die KJV-Aktiven, und das Engagement der Verantwortlichen auf Landesebene „gereicht der Sache nicht zum Nachteil“, lobte er die Vorstände. Mit dem Umbau habe man auch den gesetzlichen Anforderungen Genüge getan: „Es ist was Ordentliches entstanden“, sagte Bürner mit Blick auf die Verantwortung der Jäger auf die Herausforderungen der Zeit – bleifreie Munition sowie verstärkte Schwarzwildbejagung wegen der Afrikanischen Schweinepest (ASP).

Der erste Landesbeamte, Christoph Scheuder, überbrachte die Grüße des Landrates Reinhard Frank. Mit einem Rückblick auf die Bedeutung der Jagd in der Menschheitsgeschichte – „sie ist auch heute noch unverzichtbar und hat sogar an Bedeutung gewonnen“ – sowie die Erwartungen der Gesellschaft, insbesondere der Forst- und der Landwirtschaft, seien die Jäger nach wie vor „in der Pflicht“.

Der Umgang mit der Waffe müsse ständig trainiert werden. Das sichere und zielgenaue Schießen sei für die Jäger eine Selbstverständlichkeit, betonte Schauder. Der Landkreis habe den Umbau gerne gefördert, sein Dank gelte allen engagierten Jägerinnen und Jägern, die beim Umbau Hand angelegt hätten sowie den Sponsoren.

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