Bad Mergentheim

Geburtstag Raimund Rüdenauer feiert an diesem Samstag seinen 75. / Schon 1991 wurde ihm das Ehrenzeichen des Roten Kreuzes verliehen

Rüdenauers Herz hängt am DRK-Ortsverein

Raimund Rüdenauer hat sich in seinem Leben nicht nur im Roten Kreuz verdient gemacht. An diesem Samstag feiert er seinen 75. Geburtstag.

Bad Mergentheim. Geboren wurde er am 16. Februar 1945. Nicht in Bad Mergentheim, wo die Familie einen Hof bewirtschaftete, sondern in Rottweil. „Meine Mutter stammte aus Rottweil, und sie brachte mich auch dort zur Welt“, erzählt Raimund Rüdenauer. Doch schon kurz darauf kehrten Mutter und Kind zurück in die Badestadt. Der Vater war da noch im Krieg. Das Hitlerreich war kurz vor seinem Untergang, die Wirren der letzten Kriegsmonate wie auch den Einmarsch der Amerikaner bekam der kleine Raimund allerdings nicht mit, davon erzählte ihm später die Mutter und die Großeltern.

Zum Glück kam der Vater recht schnell aus der Gefangenschaft zurück. Mit einem Bruder und einer Schwester wuchs Raimund Rüdenauer in der heutigen Rot-Kreuz-Straße auf. Dort nämlich standen Haus, Stall und Scheune. Das Anwesen bewohnt er heute noch – und mittlerweile gibt es viele Nachbarn. Nur einen Steinwurf entfernt ist das Rote Kreuz mit Alt- und Neubau. Beide gab es damals noch nicht.

Nach der Schule machte Rüdenauer eine Postlehre, und nach der Prüfung ging es nach Stuttgart zur Bahnpost. Nach neun Jahren kehrte er nach Bad Mergentheim zurück und wirkte bis zur Pensionierung als Landzusteller und im Postamt in der Poststraße. Am 1. Januar 1969 fasste er einen für sein späteres Leben bedeutsamen Entschluss, denn er wurde Mitglied im DRK-Ortsverein Bad Mergentheim und begann in der dortigen Bereitschaft seinen Dienst am Nächsten. Ein Engagement, das bis heute anhält.

Raimund Rüdenauer wollte aber nicht nur dabei sein, sondern sich voll und ganz einbringen. Als Ausbilder in den diversen Sanitäterkursen, aber auch in Funktionen. Zunächst als Schatzmeister, später dann (bis heute) als Vorsitzender des Ortsvereins. Dazu kamen weitere Ämter: Von 1983 bis 2006 wirkte er als Kreis-Bereitschaftsleiter. Der Kreisverband Mergentheim würdigte sein Engagement mit der Verleihung des Titels „Ehren-Kreisbereitschaftsleiter“.

Richtige Grundlage schaffen

„Wir haben in den 70er Jahren damit begonnen, aus einfachsten Anfängen eine handlungsfähige Bereitschaft aufzubauen“, erinnert er sich im Gespräch mit unserer Zeitung. Es galt, personelle und materielle Grundlagen zu schaffen, und das Vorhaben gelang. Als er 1972 Schatzmeister wurde, „hatten wir 300 Mark und 22 Pfennige in der Kasse. Das vergesse ich nie!“ Doch mit großem Einsatz der Mitglieder gelang es, die nötigen Mittel zu erwirtschaften, um die Bereitschaften und den Ortsverein seine heutige Bedeutung zukommen zu lassen. „Die Kameradschaft und das Miteinander haben damals noch einen anderen Stellenwert gehabt als heute“, sagt Rüdenauer. Und er macht deutlich, dass er mit Sorgen in die Zukunft blickt: „Das Ehrenamt wird vielfach gelobt, aber immer weniger sind bereit, es auch zu leisten.“ Gleichwohl werde der Grundgedanke des Roten Kreuzes auch weiterhin in den Herzen und Hirnen der Menschen verankert bleiben, ist sich Rüdenauer sicher.

Hilfsaktionen für Osteuropa

Was mit in seine Zeit fällt, sind die bis heute durchgeführten regelmäßigen Blutspendetermine, aber auch die mittlerweile eingestellten Sozialübungen auf dem Trillberg, Altpapier- und Altkleidersammlungen und die vielfache Präsenz bei Veranstaltungen aller Art. Dazu gab es Hilfsaktionen für Osteuropa und die Opfer des jugoslawischen Bürgerkrieges. Unvergessen ist auch der Einsatz der Bad Mergentheimer Rot-Kreuzler beim Fronleichnams-Hochwasser in Königheim.

Für sein unermüdliches Engagement erhielt Rüdenauer die höchste Auszeichnung der Hilfsorganisation. Das Ehrenzeichen des Roten Kreuzes wurde ihm 1991 vom damaligen Präsidenten Prinz zu Sayn-Wittgenstein verliehen. Doch nicht nur beim DRK wirkte Rüdenauer, auch im Stadtrat war er von 1984 bis 2009 „in allen Ausschüssen“ aktiv. Daneben war er Mitbegründer des DLRG-Tauchtrupps und zehn Jahre Vorsitzender des DJK-Sportvereins – ein nimmermüder und vielfach engagierter Mitbürger eben. Doch sein Herz gehört nach wie vor dem Roten Kreuz. Das wird deutlich, wenn man Raimund Rüdenauer nach seinem Hobby fragt. Die Antwort kommt schnell: „Das ist der DRK-Ortsverein!“ Und so ist es auch verständlich, dass er nach wie vor Tag für Tag aktiv ist. Große Urlaube sind nicht sein Ding, „Kurztripps, gerne ans Meer“ machen den Rüdenauers mehr Spaß. Stolz ist er auf seine beiden Kinder und die mittlerweile drei Enkel. „Die sorgen für Kurzweil!“

Gefeiert wird der runde Geburtstag „privat im Kreis der Familie“. Den zahlreichen Glückwünschen schließen sich die Fränkischen Nachrichten an.

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