Bad Mergentheim

Im SWR-Fernsehen „Mensch Heimat – wir aus Bad Mergentheim“ ist am Freitag um 18.15 Uhr und am Samstag um 16 Uhr zu sehen

Region aus drei Blickwinkeln beleuchtet

Archivartikel

„Mensch Heimat – wir aus Bad Mergentheim“ ist im SWR-Fernsehen am Freitag um 18.15 Uhr und am Samstag um 16 Uhr zu sehen.

Bad Mergentheim.Drei Menschen, drei Blickwinkel, dreimal Heimat – unter diesem Motto startete das SWR-Fernsehen im September 2019 erfolgreich ein neues Format. In dieser Serie lernen die Zuschauer eine Heimat aus drei verschiedenen Blickwinkeln kennen. Drei Menschen aus dem Südwesten erzählen ihre ganz persönliche Geschichte und werfen einen liebevollen Blick auf ihre Region.

Seit Beginn der Sendereihe wurden zahlreiche Regionen und Städte aus dem Sendegebiet, den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz unter die Lupe genommen. Nun endlich ist auch Bad Mergentheim an der Reihe und auch hier dürfen Menschen erzählen, warum sie gerade an diesem Ort so gerne leben, warum er für sie zur Heimat geworden ist. Was macht Heimat aus, wie hat sie sich verändert, welche Geheimnisse birgt sie und warum ist sie einfach einzigartig?

Um auf all diese Fragen Antworten zu finden und um sie aus möglichst vielen Blickwinkeln zu beleuchten bedient sich der Südwestrundfunk gerne auch freier Dokumentarfilmer. Für die Produktion rund um Bad Mergentheim konnte der Sender Annika Franke begeistern, die als Autorin und Regisseurin gemeinsam mit Linda-Schiwa Klinkhammer schon während ihres Studiums für Aufsehen in der Fernsehwelt sorgte. In ihrem Erstlingswerk „Nach dem Abgrund einfach weiter“ erzählten sie die Geschichte einer außergewöhnlichen Trauerarbeit - und schafften es auf Anhieb in die Ausstrahlung beim ARD. Mit „app affairs“, einer Dokumentation über das Dilemma der Generation Y auf der Suche nach dem Liebesglück über Dating-Apps, erregten die beiden Jungfilmerinnen gar internationale Aufmerksamkeit.

Auch mit ihren Beiträgen zur SWR-Serie „Mensch Heimat“ gelingt es den beiden immer wieder eindrucksvoll, ihren Protagonisten Liebeserklärungen an ihren Heimatort zu entlocken. Die Reihe soll schließlich auch Lust machen, selbst dorthin auf Entdeckungsreise zu gehen.

Als Kraftort identifiziert

Bad Mergentheim selbst wurde hierbei nicht nur als Kurort, sondern darüber hinaus als Kraftort identifiziert: „Die größte Stadt im Taubertal“ so der SWR in seiner Ankündigung, „sei als Kurort mit kraftvollen Heilquellen bekannt; viele Leute kämen nach Bad Mergentheim, um, ganz allgemein gesagt, Kraft zu tanken.“ Doch was kaum jemand wisse: Auch die örtliche American Football-Mannschaft „Wolfpack“ setzt auf die Power der Heilquellen. Vorstand Klaus Volkert, seine Frau Beate und ihr Sohn Lukas kommen regelmäßig mit Kanistern in den Kurpark, um sich bei Karl, Wilhelm und Albert – so heißen die Quellen – zu bedienen. Um die Footballer mit den nötigen Mineralien und Salzen zu versorgen, mixt der Verein daraus ein Sportgetränk, das Muskelkrämpfe vermeidet und Muskelkater vorbeugt. Die genaue Rezeptur, die den Spielern dank des „Zaubertranks“ magische Kräfte verleiht…? Leider streng geheim.

Der American Football-Verein „Wolfpack“ hat seinen Namen vom Wolfsrudel, das im Bad Mergentheimer Wildpark lebt. Hier arbeitet Stefanie Keim als Obertierpflegerin. Eine Aufgabe, die ihr trotz aller Anstrengung Kraft gibt: Sie liebt Tiere von klein auf, und ihr Arbeitsplatz ist in idyllischer Natur gelegen. Um die Wölfe, Luchse und Bären im Park gesund und fit zu halten, denkt sie sich immer wieder neue Methoden aus, wie sich die Tiere ihre Nahrung selbst erjagen können.

Nachwuchs bei den Wölfen

Bei den Wölfen gibt es gerade Nachwuchs, sehr zur Freude der Volkerts und zwei Teammitgliedern aus den USA. Ein gemeinsamer Besuch beim Wolfsrudel gehört zum Ritual des „Wolfpack“ für frisch angekommene Spieler und Trainer. Trainiert wird im Deutschordenstadion, benannt nach dem Deutschen Orden, dessen Hauptsitz knapp 300 Jahre lang in Bad Mergentheim war.

Wenn Maike Trentin-Meyer durch die Stadt geht, sieht sie an vielen Gebäuden die äußeren Zeichen, die der Orden hinterlassen hat: schwarze Kreuze auf weißem Grund. Vor 20 Jahren brachte sie ihre neue Arbeitsstelle im Deutschordensschloss in Kontakt mit der Geschichte und Werten der Glaubensgemeinschaft.

Nie hätte sie gedacht, dass sie selbst einmal in den schwarzen Mantel, dem äußeren Kennzeichen der Mitglieder, schlüpfen würde, doch so geschah es. Ein Schritt, den sie nicht bereut hat. Der Glaube und der Austausch mit anderen Mitgliedern verleihen ihr Kraft, den schwarzen Mantel trägt sie mit Stolz. Heute ist sie eine von sieben Mitgliedern des caritativen Ordens in Bad Mergentheim. klv

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