Bad Mergentheim

Weingärtner Markelsheim Arbeitsgespräch über weinbaupolitische Themen / Führung durch die Genossenschaftsräume

Regierungspräsident besucht die WG

Archivartikel

Zu einem Arbeitsgespräch über weinbaupolitische Fragen kam Regierungspräsident Wolfgang Reimer nach Markelsheim.

Markelsheim. Reimer traf sich mit Weinbau-Verbandspräsident Hermann Hohl und dessen Stellvertreter Peter Albrecht in der Markelsheimer Weingärtnergenossenschaft.

Bei einer Besichtigung führten der geschäftsführende Vorstand der Markelsheimer Weingärtner, Michael Schmitt und der Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft, Jürgen Stilling, die Gäste zuvor durch die Kellereiräume.

„Rettet die Bienen“

Im Gespräch ging es unter anderem um die Verhandlungen zur Umsetzung des Eckpunktepapiers zur Weiterentwicklung des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ der baden-württembergischen Landesministerien für Landwirtschaft und Umwelt. Seit der Verabschiedung des Eckpunktepapiers haben sich Vertreter der Agrarverbände, Umweltverbände sowie die Akteure von „Pro Biene“ getroffen, um über die Umsetzung und Konkretisierung der darin genannten Punkte zu verhandeln.

Der Weinbauverband Württemberg unterstütze grundsätzlich Maßnahmen, die zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen und der Bewahrung der Kulturlandschaft dienten, sagte Verbandspräsident Hohl. Diese Maßnahmen müssten jedoch mit Maß und Ziel gewählt sein. Der Verband setze sich für die Ausweitung der ökologisch wirksamen Maßnahmen in den Weinbaubetrieben ein und biete an, den geforderten Mindestanteil auf freiwilliger Basis zu erhöhen. Darüber hinaus könne durch gezielte Förderung von Weinbautechnik, dem Ausbau der Beratung, einer Ausweitung der Forschung von alternativen Methoden und durch die Förderung von Vorhersage- und Prognosesystemen der Pflanzenschutzeinsatz zukünftig reduziert werden. Der Weinbauverband begrüße, dass die Datenerhebung auf einem von ihm geforderten Testbetriebsnetz erfolgen solle. Auf den ausgewählten Betrieben müssten alle Reduktionsmaßnahmen geprüft werden.

Anhand der Ergebnisse müssten die zukünftig umsetzbaren Reduktionsmöglichkeiten und Strategien für die Beratung und Praxis abgeleitet werden. „Die von uns vorgetragenen Vorschläge wurden größtenteils in der Konkretisierung des Eckpunktepapiers berücksichtigt und umgesetzt“, zeigte sich Weinbaupräsident Hohl zufrieden mit dem bisherigen Gesprächsverlauf. Er wies darauf hin, dass die getroffenen Vereinbarungen die Grundlage für den weiteren Dialog bilden. „Der Gesellschaft muss bewusst sein, dass die in den Eckpunkten gesetzten Ziele nur dann erreichbar sind, wenn sich das Einkaufsverhalten der Verbraucher ändert und regionale Produkte mehr Wertschätzung erfahren,“ fordert Hohl.

Wertschätzung für Arbeit

Mit dem Besuch in Markelsheim wollte Regierungspräsident Reimer, der aus dem Creglinger Stadtteil Archshofen stammt, seine Wertschätzung für die erfolgreiche Arbeit der Markelsheimer Weingärtner ausdrücken, denen er in Heilbronn im November, im festlichen Rahmen einer Weingala, den Ehrenpreis des Regierungspräsidiums für das herausragende Ergebnis bei der Landesweinprämierung 2019 überreichen konnte.

Die Genossenschaft wurde für die zur Prämierung 2019 eingereichten Weine mit insgesamt 23 Medaillen ausgezeichnet. Einmal gab es die Auszeichnung „Großes Gold“, achtmal „Gold“, elfmal „Ausgezeichnet mit Goldrand“ und dreimal „Ausgezeichnet mit Silberrand“. Den letzten Ehrenpreis für die Markelsheimer Wengerter hatte es 2014 gegeben.

Zum Thema