Bad Mergentheim

Deutschorden-Gymnasium Erster Projekttag zur Berufs- und Studieninformation / Ehemalige Schüler als Referenten

Polizei und Bundeswehr sind beliebt

Es herrschte ein ungewöhnliches Treiben im Schulhaus, die Unterstufenschüler staunten: Das DOG startete mit Berufs- und Stidieninformationen.

Bad Mergentheim. Banner werden hereingetragen, Informationsstände aufgebaut, Referenten mit Aktenkoffern, Männer in Bundeswehruniform und Polizisten waren unterwegs. So begann der Projekttag am Deutschorden-Gymnasium (DOG), der der Berufs- und Studieninformation der Oberstufenschüler der Klassenstufen zehn bis zwölf gewidmet war. Es war ein Versuch. Erstmalig fand dieser Tag in Form einer ganztägigen Kompaktveranstaltung und bei laufendem Schulbetrieb für die anderen Klassen statt. Das war nicht ganz ohne, denn für die rund zwei Dutzend verschiedenen Vorträge wurden vornehmlich die naturwissenschaftlichen Fachräume mit entsprechender technischer Ausstattung reserviert und für den normalen Unterricht blockiert.

Neue Verordnung

Über Jahrzehnte hinweg hatten am DOG bislang im zweijährigen Turnus Berufsinformationsabende stattgefunden, vornehmlich mit ehemaligen Schülern und Eltern als Referenten stattgefunden. Nun verlangt eine neue Verordnung, dass pro Schuljahr zwei Unterrichtstage für die Berufs- und Studieninformation der gymnasialen Oberstufenschüler eingesetzt werden müssen und dass diese auch über Ausbildungsberufe – händeringend sucht man in vielen Branchen Nachwuchskräfte – informiert werden sollen. Schon in der Woche zuvor waren die Kursstufenschüler für den Studieninformationstag, an dem Baden-Württemberger Hochschulen ihre Tore auch für Schüler öffnen, freigestellt worden. Der Berufsinformationstag stellte dazu nun eine gute Ergänzung dar.

Die Schulleitung hatte zusammen mit dem für die Berufs- und Studienorientierung zuständigen Lehrer Peter Mühleck versucht, eine möglichst breite Palette an Vorträgen und entsprechende Referenten an die Schule zu bekommen. Dazu wurden zunächst die Schüler nach ihren Wünschen gefragt. Erstaunlicherweise erhielten hier Nennungen wie „Polizeidienst“ und „Bundeswehr“, aber auch „Psychologie“ die meisten Stimmen. „Lehramt Grundschule“ hingegen, früher stets häufig gewünscht, erhielt nur wenige Stimmen. Das lässt darauf schließen, dass der jetzt schon erkennbare Nachwuchsmangel in diesem Bereich sich in Zukunft noch verstärken wird.

Nicht alle Schülerwünsche konnten erfüllt werden, aber die Schulgemeinschaft hatte wieder einmal gezeigt, dass sie – auch über das Abitur hinaus – funktioniert. Außer Müttern und Vätern, Referendaren und Praktikanten der Schule kamen auch ehemalige Schüler als Referenten zum Einsatz.

Verpflichtender Basisvortrag

Den Auftakt machte ein verpflichtender Basisvortrag. Volker Thienel, Abiturientenberater der Bundesagentur für Arbeit, informierte die Klasse 11 über Grundlegendes und Jens Arne Männig stellte den Klassen 10 und 12 die beruflichen Möglichkeiten speziell im Main-Tauber-Kreis vor.

Dann konnten die Oberstufenschüler zwischen so unterschiedlichen Vortragsangeboten wie „Rechtsanwalt“, „Dolmetscher und Übersetzer“, „Lehramt Gymnasium“, „Medizin“ oder „Ingenieur“ wählen.

Vertreten waren auch die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mosbach sowie die Fachhochschule Heilbronn/Künzelsau. Einige regionale Firmen nahmen die Möglichkeit wahr, sich an Ständen im Erdgeschoss zu präsentieren. Dort konnten sich die Schüler in den Pausen zwischen den Vorträgen informieren.

Möglich war die umfangreiche Veranstaltung nur durch die aktive Mithilfe zahlreicher Helfer aus dem Kollegium. Aber auch der Verein der Freunde des DOG trug zum Gelingen bei, indem die Dankeschön-Präsente für die Referenten gesponsert wurden. Eine erste Befragung der Schüler ließ eine fast durchweg positive Resonanz erkennen. pm