Bad Mergentheim

Start ins neue Schuljahr 2020/2021 Umfrage unter Schulleitern der Region / Unterricht, Lehrerversorgung und Corona-Regeln im Blick / Mängel und viel Zuversicht

Pausenhof mit Farbe in Zonen unterteilt

Die Kultusministerin sieht die Schulen im Land gut auf den Unterrichtsbeginn in Corona-Zeiten vorbereitet. Ein differenzierteres Bild zeichnen die Schulleiter der Region. Die Zuversicht ist aber groß.

Bad Mergentheim/Igersheim/Weikersheim/Creglingen/Niederstetten. Wie gut fühlen sich die Schulen in der Region auf den Start ins neue Schuljahr unter Corona-Bedingungen vorbereitet? Sind alle Lehrer mit an Bord? Wo herrschen Mängel und Probleme? Diese und weitere Fragen stellte die Redaktion schriftlich insgesamt elf Schulleitungen zwischen Bad Mergentheim und Creglingen.

Antworten gaben Schulleiter Christian Schlegl vom Deutschorden-Gymnasium Bad Mergentheim, Schulleiter Heiko Knebel und Konrektorin Denise Voit für die Kopernikus-Realschule Bad Mergentheim, Schulleiter Axel Janke für die Grund- und Realschule St. Bernhard in Bad Mergentheim, Rektorin Nicole Floeder für die Eduard-Mörike-Gemeinschaftsschule Bad Mergentheim, Katja Serdaroglu, die kommissarische Schulleiterin der Grundschule Bad Mergentheim, Rektor Rainer Iwansky von der Johann-Adam-Möhler-Schule Igersheim, Rektor Peter Pflüger für die Gemeinschaftsschule Weikersheim, Schulleiter Benedikt Amann vom Bildungszentrum Niederstetten und Rektorin Diana Romen für die Realschule Creglingen.

Keine Antworten erreichten die Redaktion bis Freitagvormittag von der Lorenz-Fries-Schule Bad Mergentheim und vom Gymnasium Weikersheim.

Hier nun die gestellten Fragen und die zugehörigen Stellungnahmen der Schulleiter.

Wie gut ist Ihre Schule nach Ansicht der Schulleitung für den Start ins neue Schuljahr im Zeichen der Corona-Krise gerüstet?

Deutschorden-Gymnasium Bad Mergentheim: „Wichtig ist vor allem die Gesundheit aller am Schulleben beteiligten Personen: Schüler, Lehrer, Verwaltung, Hausmeister. Unter Beachtung der Hygienemaßnahmen kann dann (fast) normaler Unterricht stattfinden.“

Kopernikus-Realschule Bad Mergentheim: „Wir haben alle notwendigen Vorkehrungsmaßnahmen getroffen und hoffen dadurch eine Schulschließung wegen einer Verbreitungskette von Corona in der Schule vermeiden zu können.

Wie sich im vergangenen Schuljahr und auch momentan in der Lernbrücke zeigt, handeln die Schüler sehr pflichtbewusst und halten sich an die Hygienevorgaben. Das Lernbrückenangebot ermöglichte den Schüler eventuell entstandene Defizite zu beheben und sich auf das neue Schuljahr vorzubereiten.“

St. Bernhard Realschule Bad Mergentheim: „Abermals haben wir unser Hygienekonzept den neuen Herausforderungen angepasst und sind überzeugt, dass alle Maßnahmen dazu beitragen, das Risiko vertretbar zu minimieren. Darüber hinaus haben wir bereits vor den Ferien mit allen Eltern, Lehrern und Schülern unsere Konzepte für Homeschooling und Hybridunterricht evaluiert, um einen gemeinsamen und einheitlichen Standard der unterschiedlichen Formen des Unterrichts gewährleisten zu können.

Dieser Prozess der Weiterentwicklung unserer digitalen Lernkultur wird mit allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft im neuen Schuljahr fortgesetzt und findet Eingang in die bereits verschriftlichten ’Qualitätsmerkmale unserer Lernkultur’.“

Eduard-Mörike-Gemeinschaftsschule Bad Mergentheim: „Der Schulträger, die Stadt Bad Mergentheim, hat uns seit Beginn der Corona-Krise gut versorgt was Desinfektionsmittel, Zwischenreinigung am Vormittag durch Putzkräfte und die Beratung zur Hygieneumsetzung angeht. Bereits in den letzten Wochen des Schuljahres 2019/20 vor den Sommerferien haben wir in unserer Schule die Maskenpflicht so umgesetzt, wie sie jetzt vorgeschrieben ist, das sollte also für alle schon bekannt und unproblematisch sein.“

Grundschule Bad Mergentheim: „Wir sind auf den Start in das Schuljahr gut vorbereitet, da wir bereits Präsenzunterricht in Klassenstärke vor den Ferien hatten. Vorkehrungen wie Wegeführungen, Desinfektionsspender und -tücher, Plexiglasscheiben etc. waren bereits vorhanden.“

Johann-Adam-Möhler-Schule Igersheim: „Dank der guten baulichen und technischen Ausstattung, einem mitdenkendem Kollegium und Mitarbeitern der Gemeinde, sowie kooperativen Eltern starten wir optimistisch ins neue Schuljahr.“

Gemeinschaftsschule Weikersheim: „Wir sind gut gerüstet. Es gab sehr viel Vorarbeit, um die Vorgaben umzusetzen.“

Bildungszentrum Niederstetten: „Wir sind gut vorbereitet und werden die aktuelle Corona-Verordnung gut umsetzen.“

Realschule Creglingen: „Sehr gut. Wir werden die aktuelle Corona-Verordnung ’Schule’ umsetzen.“

Welche Mängel beklagen Sie an Ihrer Schule im Hinblick auf die aktuelle Situation? Welche Probleme haben sich im Rahmen der Schulstart-Vorbereitungen gezeigt?

Deutschorden-Gymnasium Bad Mergentheim: „Die größte Herausforderung ist die Verzahnung von Präsenz- und Fernunterricht. Hier müssen für die betroffenen Lerngruppen Zeitfenster gefunden werden, in denen die Schüler zu Hause unterrichtet werden können. Leider müssen wir durch die neuen Regelungen auf manche Angebote verzichten.“

Kopernikus-Realschule Bad Mergentheim: „Das Schulgebäude hat leider nicht in allen Klassenräumen eine geeignete Lüftungsanlage, um das Aufkommen von Aerosolen ausreichend zu minimieren.

Der Pausenbereich lässt die Durchmischung unterschiedlicher Klassenstufen während der Pausen nicht gänzlich verhindern.

Viele Unterrichtsformen und Lerngruppen sind durch die Corona-Verordnung leider momentan nicht möglich.

Der Mensabetrieb von zwei Schulen in einem Gebäude stellt sich als äußerst herausfordernd dar.“

St. Bernhard Realschule Bad Mergentheim: „Neue Herausforderungen und deren Bewältigung kosten zeitliche und somit auch personelle Ressourcen, die an anderer Stelle fehlen. Gleichzeitig sind diese Herausforderungen aber auch eine Chance und stoßen Schulentwicklungsprozesse an, die ansonsten mehr Zeit beansprucht oder erst später auf der Tagesordnung gestanden hätten.“

Eduard-Mörike-Gemeinschaftsschule Bad Mergentheim: „Die vom Kultusministerium vorgegebene strikte Trennung der Schüler verschiedener Jahrgänge in den Fluren, Pausen wird eine große, nur mit großem personellen Einsatz der Lehrkräfte, zu stemmende Aufgabe. Unser Pausenhof wurde mit Farbe in verschiedene Zonen unterteilt, jede Jahrgangsstufe darf sich nur in einem zugewiesenen Bereich aufhalten.

Problematisch scheint die Situation an der Bushaltestelle, hier ist eine Durchmischung kaum zu verhindern, im Bus sitzen die Kinder dann ohnehin zusammen.

Das Verbot jahrgangsübergreifende AG-Angebote zu machen, ist für das Schulleben ein Verlust.

Da die Lehrer untereinander Abstand halten müssen, ist das Lehrerzimmer zu klein, Ausweichmöglichkeiten müssen geschaffen werden.“

Grundschule Bad Mergentheim: „Probleme zeigen sich in der Umsetzung von Schwimm- und Musikunterricht. Das Singen wird kaum möglich sein. Was aber gerade in der Grundschule einen hohen Stellenwert hat. Die Auflagen der Schwimmbäder erschweren die Durchführung eines Schwimmunterrichts unter Corona.

Als Mangel beklage ich die Kurzfristigkeit von Informationen beziehungsweise Änderungen, die von Tag zu Tag möglich sind. Dies ist aber der Sache geschuldet und sicher nicht zu vermeiden.

Außerdem wird es auch im kommenden Schuljahr so sein, dass die Lehrerschaft kaum Pausen hat, da die Klassen sich nicht mischen dürfen. Dadurch ist jede Lehrkraft mehr als in einem normalen Schuljahr gefordert.“

Johann-Adam-Möhler-Schule Igersheim: „Noch nicht gelöst ist die Belüftung der Klassenzimmer in kalten Jahreszeiten. Durch zusätzliche Aufsichten und Homeschooling-Angebote nimmt die Arbeitszeit der Lehrer zu. Um eine Vermischung der Klassen zu vermeiden, mussten wir unsere Stundentafel neu überarbeiten und können unser Schulkonzept mit klassenübergreifenden Wahlbereichen nicht umsetzen.“

Gemeinschaftsschule Weikersheim: „Die Umsetzung des Ganztagesbetriebes ist sehr schwierig, da keine Mischung der Klassen angestrebt wird. Ebenso beim Mittagessen in der Mensa. Kein Schulbäcker, da das Abstandsgebot bei 20 Klassen nicht eingehalten werden kann. Zu wenig Umkleideräume beim Sportunterricht bei Vollbelegung der Sporthalle.“

Bildungszentrum Niederstetten: „Es gibt immer Aspekte, die optimierbar sind. In Absprache mit dem Schulträger haben wir in technischer Hinsicht weitere Maßnahmen getroffen und werden dies weiterhin tun.“

Realschule Creglingen: „Ein größeres Lehrerzimmer, in dem der Mindestabstand unter Kollegen eingehalten werden kann, wäre schön.“

Ist das komplette Lehrerkollegium wieder für den Präsenzunterricht verfügbar?

Deutschorden-Gymnasium Bad Mergentheim: „Nein.“

Kopernikus-Realschule Bad Mergentheim: „Ja.“

St. Bernhard Realschule Bad Mergentheim: „Einige wenige Kollegen werden ihren Unterricht im Homeschooling fortsetzen. Somit haben wir schon mit Beginn des neuen Schuljahres in manchen Klassen die Mischung von Fernlern- und Präsenzunterricht. Das ist stundenplantechnisch in der Weise organisiert, dass diese Stunden möglichst auf die Randbereiche fallen. Einen Stundenausfall aufgrund der Pandemieeinschränkungen haben wir nicht zu verzeichnen.“

Eduard-Mörike-Gemeinschaftsschule Bad Mergentheim: „Nach jetzigem Stand ja.“

Grundschule Bad Mergentheim: „Eine Lehrkraft ist im Homeoffice.“

Johann-Adam-Möhler-Schule Igersheim: „Derzeit stehen uns zwei Kollegen nicht für den Präsenzunterricht zur Verfügung. Für diese gab es jedoch Ersatzzuweisungen vom Schulamt.“

Gemeinschaftsschule Weikersheim: „Ja.“

Bildungszentrum Niederstetten: „Das Lehrerkollegium ist verfügbar.“

Realschule Creglingen: „Nahezu alle Kollegen werden wieder in der Schule unterrichten.“

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