Bad Mergentheim

Gemeinderat Neufassung der Feuerwehr-Entschädigungssatzung / Ehrenamtskarte für mehr öffentliche Anerkennung?

Ordentliche Aufwandsentschädigung

Bad Mergentheim.Die Entschädigungssatzung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Mergentheim vom Oktober 2006 musste dringend den heutigen Gegebenheiten angepasst werden und so beschloss der Gemeinderat nach 13 Jahren Neuregelungen und höhere Aufwandsentschädigungen. Bis auf Jochen Flasbeck (Freie Wähler) stimmten alle Ratsmitglieder samt Oberbürgermeister dafür.

OB Udo Glatthaar betonte einleitend, dass die Aufgaben der Feuerwehren zunehmen, die Einsätze immer komplexer und häufiger werden. Dies ziehe natürlich auch einen höheren Aufwand in der Aus- und Fortbildung der ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen nach sich. Allerdings werde es immer schwieriger, die ehrenamtlichen Kräfte von ihrer beruflichen Arbeit freizustellen und somit für den Einsatz- und Ausbildungsdienst zur Verfügung zu haben. Aus diesem Grund müssten finanzielle Anreize, welche eine ordentliche Aufwandsentschädigung darstellen, geschaffen werden.

Seitens der kommunalen Spitzenverbände wurden zusammen mit dem Landesfeuerwehrverband gemeinsame Empfehlungen für die Entschädigung der ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen erarbeitet. Daran orientiert sich auch die Stadt Bad Mergentheim und hat nun laut Ratsvorlage „den untersten Rahmen der Orientierungswerte als Grundlage genommen“. Die ehrenamtlich tätigen Angehörigen der Feuerwehr erhalten also – beispielsweise während ihrer Freizeit – je Alarmierung zu den Einsätzen auf Antrag ihre Auslagen durch eine pauschale Abgeltung in Höhe von 12 Euro je Stunde ersetzt.

Volle Unterstützung

Fraktionschefin Inge Basel signalisierte die volle Unterstützung der SPD zu den geplanten Änderungen und auch CDU-Fraktionssprecher Andreas Lehr bewertete die Entschädigungen als angemessen. Thomas Tuschhoff (Grüne) meinte hingegen, die Erhöhungen, die sich nicht nur auf Stundensätze für geleistete Arbeit, sondern auch auf Monatspauschalen für Führungskräfte beziehen, seien „doch etwas drastisch“, würden aber von seiner Fraktion mitgetragen, mitsamt der Forderung, die Gebühren für „Kunden“ der Feuerwehr ebenfalls nach oben anzupassen.

CDU-Stadtrat Hariolf Scherer verlangte grundsätzlich mehr öffentliche Anerkennung für ehrenamtlich Tätige und brachte eine Ehrenamtskarte ins Spiel, die zum Beispiel einen vergünstigten Eintritt in die örtliche „Solymar“-Therme ermögliche.

Einstimmig genehmigten die Stadträte noch die neue Regelung der Heilfürsorge für Beamte im Einsatzdienst der Feuerwehr Bad Mergentheim.

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