Bad Mergentheim

"Kreative Köpfe" Zwei Beispiele zeigen, was bewirkt werden kann / "Die Zusammenarbeit mit innovativen Firmen, das war unglaublich motivierend"

"Ohne den Wettbewerb wäre ich nicht hier gelandet"

Bad Mergentheim.Unter den vielen Teilnehmern am Wettbewerb "Kreative Köpfe" hat sich unser Reporter exemplarisch zwei junge Menschen herausgepickt, die mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen in den Wettbewerb gestartet sind und ihren Weg ins Berufsleben gefunden haben.

Katharina Rothenfels hatte mit Technik so gar nichts am Hut. Als in ihrer Schule die "Kreativen Köpfe" vorgestellt wurden und ihr Gemeinschaftskundelehrer Dr. Schürle seine Klasse für eine Teilnahme motivierte, stellte auch sie sich die Frage, was sie denn so im Alltag schon immer gestört hatte. Was ihr dann einfiel, kennen viele Bewohner von Dachgeschosswohnungen: Der Regen prasselt viel zu laut aufs Fenster, das Schlafen fällt schwer. Nach vielem Grübeln dann die Erleuchtung: Kleinere Tropfen würden bestimmt weniger Krach machen! Mit der Bad Mergentheimer Firma Roto wurde dann experimentiert, gebaut, geändert und schließlich ein Prototyp gefertigt. Dabei war die Unterstützung vonseiten der Firma vorbildhaft, erzählt die junge Frau: "Ich hatte die ganze Zeit die gleichen Ansprechpartner und alle Anregungen wurden sofort umgesetzt", sagt sie selbst. So gut, dass der fertig montierte Prototyp nun seit mittlerweile sieben Jahren in ihrem alten Kinderzimmer ihrem Bruder den Schlaf erleichtert und dass sie einen Preis für ihr Projekt bekam.

So faszinierend fand sie die Welt der Technik, dass sie an der Dualen Hochschule "International Business" mit dem Schwerpunkt "Innovation und Technik" studierte und seit einem Jahr bei Wittenstein als Einkäuferin im Projekt- und Seriengeschäft von Anfang an in neue Projekte involviert ist und mit für den reibungslosen Ablauf sorgt. "Ich bin richtig glücklich und zufrieden in meinem Job. Aber ohne die 'Kreativen Köpfe' wäre ich garantiert nicht hier gelandet", ist sie sich sicher.

Michael Gakstatter war schon immer sehr technikaffin und am Basteln und Erfinden: "Das Spannende an dem Wettbewerb war die Arbeit mit Menschen, die ständig Neues entwickelten. Der Einblick in deren Arbeitsweise, das Lernen der Fähigkeiten um angedachte Projekte auch realisieren zu können, die Zusammenarbeit mit innovativen Firmen, das war unglaublich motivierend", ist er auch heute noch begeistert.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass Michael Gakstatter, teils auch mit anderen zusammen, über mehrere Jahre mit einem oder sogar mehreren Projekten am Start war und viele Preise abräumte. Fast zwangsläufig landete er auch beruflich in diesem Bereich.

Zur Zeit ist er in Nürnberg dabei seinen Master im Maschinenbau zu machen, nebenher entwickelt er für die "Formula Student". Dies ist ein Studentenwettbewerb zur Entwicklung von Rennwagen, um Fachleuten aus Industrie und Wirtschaft die eigene Leistungsfähigkeit zu zeigen.

So unterschiedlich die Wege der beiden "Kreativen Köpfe" sind, so eint sie noch etwas.

"Wir haben hier in der Gegend so viele tolle Firmen, die uns alle Chancen bieten. Warum sollte ich also weg?", erklärt Michael Gakstatter, der sein Studium in Zusammenarbeit mit der Firma CeraCon in Weikersheim absolviert und nach dem Abschluss wieder ins Taubertal zieht. rome