Bad Mergentheim

Berufliche Schule für Ernährung, Pflege und Erziehung Mit innovativer Simulationspuppe können Pflegesituationen lebensnah ausprobiert werden

„Nursing Anne“ hat sogar einen messbaren Puls

Archivartikel

Bad Mergentheim.Pflegen lernen in einer neuen Dimension: Die EPE Bad Mergentheim, die Berufliche Schule für Ernährung, Pflege und Erziehung, hat seit neuestem die die innovative Simulationspuppe „Nursing Anne“ in Gebrauch.

Pflegefachkräfte sind in ihrem Berufsalltag immer mit komplexen Situationen konfrontiert. Im Gegensatz zu anderen Berufen steht dabei ein hohes Gut auf dem Spiel: Leib und Leben. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, braucht es Fachwissen, Handlungskompetenz und Empathie, aber vor allem auch die Möglichkeit, pflegerische Situationen in einem geschützten Rahmen zu trainieren.

Eine solche Möglichkeit bietet der Simulator „Nursing Anne“. Mithilfe des Landkreises erhielt die Berufsfachschule für Altenpflege der EPE eine der begehrten Simulatoren, von denen bis jetzt offenbar erst 100 im deutschsprachigen Raum im Umlauf sind.

Voller Stolz und Neugier nahmen die Fachlehrer der Abteilung Altenpflege der EPE, Sabine Aupperle, Ursula Hennig, Patrizia Cappello, Anke Müller, Sandra Schler und Roland Stammel, den Simulator im Beisein der Abteilungsleiterin Martina Schmalbach in Empfang. Das Trainingsmodell bietet den Lernenden und Lehrenden ein ganz neues Erleben der pflegerischen Situationen. Mithilfe der lebensnahen Puppe können etliche Patienten- und Bewohnersituationen simuliert werden. Es können umfangreiche, auch invasive Pflegemaßnahmen trainiert, Leistungen kritisch analysiert und Übungen jederzeit wiederholt werden. Die „Nursing Anne“ blinzelt, hustet, klagt über Schmerzen, hat einen messbaren Puls, lässt sich eine Magensonde legen, kann beatmet werden oder auch Medikamente über einen zentralen Venenkatheter erhalten und noch vieles mehr. Auch Kommunikationssituationen lassen sich über Headset arrangieren. Mit der Anschaffung und Inbetriebnahme der Simulationspuppe gewährt die EPE auch einen Einblick in die Schule der Zukunft. Die Fachlehrer und die Abteilungsleiterin Martina Schmalbach freuen sich laut einer Pressemitteilung der Schule, im Rahmen der Einweihung der neuen Schulaula auch dem Landrat die „Nursing Anne“ und ihre besonderen Einsatzmöglichkeiten persönlich vorstellen zu können.

Der Einzug der „Nursing Anne“ ist der erste Schritt zur Einrichtung eines Skill-Labs, einer Trainingseinrichtung, in der gezielt pflegerische Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt werden.

„Moderne Unterrichts- und Trainingsmethoden sind für uns ein wichtiger Baustein, um unseren Lernenden auch in Bezug auf die generalistische Ausbildung die beste Vorbereitung auf den Berufsalltag zu bieten und damit ebenfalls eine hohe Pflegequalität für die Menschen im Main-Tauber-Kreis zu garantieren“, so Abteilungsleiterin Schmalbach.

Ab September 2020 beginnt die EPE mit der Ausbildung von „Pflegefachfrauen“ und „Pflegefachmännern“. Die generalistische Ausbildung vereint die drei Berufsbereiche „Altenpflege“, „Gesundheits- und Kinderkrankenpflege“ sowie „Gesundheits- und Krankenpflege“ zu einem neuen Berufsbild. Mithilfe von modernster Technik, wie die Simulationspuppe „Nursing Anne“ und gezielten Fortbildungen wolle die EPE „auch in der Zukunft Auszubildende für den Pflegealltag fit machen“, heißt es abschließend. pm

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