Bad Mergentheim

Leserbrief Zur zweiten Testphase des neuen Verkehrskonzepts

Nur noch Kopfschütteln in der Innenstadt

So jetzt haben wir unsere Testphase II des Verkehrskonzeptes, das landauf landab nur noch Kopfschütteln hervorruft.

Nach der ersten Testphase hatte ich ja noch Hoffnung, dass unsere Stadtverwaltung und der Gemeinderat zu der Erkenntnis gelangen, dass es so nicht funktionieren kann. Leider hat die zweite Phase des geänderten Konzeptes eigentlich alles verschlimmert. Zwei Ziele hat sich die Stadt gesetzt: 1. Den Gänsmarkt autofrei zu machen, um dann dort wieder einen Marktcharakter entstehen zu lassen und 2. – das war wohl das größte Anliegen – die Innenstadt vom Autoverkehr zu befreien.

Es wurde die Kapuzinerstraße als Sackgasse ausgeschildert, um eine Weiterfahrt durch die Münzgasse zu verhindern. Eine waghalsige und für das Stadtbild sehr hässliche Absperrung wurde aufgebaut, die es nur noch ermöglicht, auf das Parkplatzgelände am Schloss (bei der Polizei) zu fahren.

Bedauerlicherweise fahren aber trotzdem noch Lastwagen über den Deutschordensplatz in Richtung Nonnengasse, um dann festzustellen, dass es nicht mehr weitergeht. Jetzt folgt ein aufwendiges und anstrengendes Rangierverfahren für den Lkw-Fahrer, der nun versuchen muss, sich aus dieser misslichen Lage wieder zu befreien. Der Rückstau in Richtung Kapuzinerstraße wird dann folglich immer größer und länger.

Ich habe bei zwei Sitzungen des Gemeinderates verfolgt, was so alles in dieses Testphasenpaket hineingepackt werden soll. Auf drei Veranstaltungen in der Wandelhalle und dem Rathaus durften die Bürger und die Geschäftsinhaber ihre Vorschläge darlegen. So gut wie kein Vorschlag wurde berücksichtigt. Warum lässt man die Einfahrt in die Nonnengasse nicht wie vorher (inzwischen reden wir von einer unechten Einbahnstraße), und die Münzgasse wird wieder eine Einbahnstraße. Den angeblich so zahlreichen Verkehr, der durch die Kapuzinerstraße fließt, könnte man durch einfache Maßnahmen regulieren.

Verlängern sie endlich, wie bereits mehrmals angekündigt, die Rot-Phasen an der Igersheimer Straße in die Kapuzinerstraße. Die Überfahrt über den Deutschordenplatz ist eine verkehrsberuhigte Zone/Spielstraße auf der maximal 7 km/h gefahren werden darf. Leider wurden in den letzten fünf Jahren hier so gut wie keine Geschwindigkeitsüberprüfungen durchgeführt. Diese Radarmessungen sollten in der Zukunft forciert werden. Auch die Öffnung des Oberen Grabens würde die Anzahl der Kraftfahrzeuge erheblich reduzieren.

Dass jetzt auch noch der Deutschordenplatz von Samstag, 14 Uhr, bis Montag, 8 Uhr, voll gesperrt werden soll, schlägt dem Fass den Boden aus. In den angrenzenden Geschäften in der Kapuzinerstraße/Deutschordenplatz und Burgstraße befinden sich zahlreiche Geschäfte, die am Samstag bis mindestens 16 Uhr und an den Adventsamstagen bis 18 Uhr geöffnet haben. Wo sollen denn unsere Kunden parken, wenn die Durchfahrt zum Parkplatz am Schloss/Polizei verhindert wird. Auch der Besuch des Museums und der Schlosskirche, der vorwiegend am Wochenende stattfindet, wird künftig sehr kompliziert werden, da auswärtige Besucher den Weg über die Münzgasse zum Schlossparkplatz nicht finden werden.

Werter Gemeinderat und Stadtverwaltung, gehen sie nochmals kritisch in die Planung des Verkehrskonzeptes, denn dies ist weder bürger- noch kundenfreundlich.

Im Übrigen hat es doch viele Bürger und auch Geschäftsinhaber verwundert, dass gerade jetzt in dieser harten Corona-Pandemiezeit solch ein Konzept umgesetzt werden soll.

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