Bad Mergentheim

Umwelt und Natur Landratsamt fordert dazu auf, bei Wasserentnahmen zurückhaltend zu sein und Vorschriften zu beachten / Dauerregen würde helfen

Niedrigwasser-Situation im gesamten Landkreis hält an

Bad Mergentheim/Main-Tauber-Kreis.„Es besteht durchgängig in allen Flüssen und Bächen im Main-Tauber-Kreis eine Niedrigwasser-Situation“, bestätigt Markus Moll, Pressesprecher des Landratsamtes, auf Nachfrage unserer Zeitung. „Die Regenfälle der jüngsten Zeit hatten kurzfristig Besserung gebracht; aber dieses Wasser ist schon wieder abgeflossen“, so Moll.

Von den Fachleuten in der Kreisbehörde, die die Wasserstände ständig im Blick behalten, heißt es, dass eine nachhaltige Verbesserung erst durch anhaltende, dauerhafte Niederschläge erreichbar sei, so dass die Grundwasserspiegel wieder steigen und derzeit versiegte Quellen im Bereich der Oberläufe der Flüsse und Bäche wieder zu schütten beginnen.

Verbot denkbar

Pressesprecher Markus Moll verweist auf frühere Bekanntgaben des Landratsamtes und teilt mit, dass die Bürger weiterhin vom Umweltschutzamt dazu aufgefordert sind, zurückhaltend bei Wasserentnahmen aus oberirdischen Gewässern und dem Grundwasser zu sein und die Vorschriften zu beachten.

Falls sich die Situation weiter verschlechtere, sei mit einem grundsätzlichen Verbot von Wasserentnahmen aus allen öffentlichen Gewässern zu rechnen.

Das Landratsamt erinnert daran, dass das im Laufe der Jahre 2018 und 2019 entstandene Niederschlagsdefizit durch die Niederschläge in den vergangenen Monaten nicht ausgeglichen werden konnte.

Nur 57 Prozent

In den Monaten April bis Juli fielen in Baden-Württemberg nur rund 57 Prozent des Gebietsniederschlages, der im langjährigen Mittel (Referenzperiode 1961 bis 1990) für diesen Zeitraum üblich ist. Insbesondere für die Monate April, Mai und Juli seien im statistischen Vergleich starke Niederschlagsdefizite zu verzeichnen.

Als Folge dessen habe sich in vielen Gewässern des Landes eine stark ausgeprägte Niedrigwassersituation entwickelt. Aktuell lägen bereits an rund 70 Prozent der Kennwertpegel in Baden-Württemberg die Wasserstände unterhalb des niedrigsten Wasserstandes in einem durchschnittlichen Jahr, das heißt unter dem Niedrigwasserkennwert „mittleres Niedrigwasser“.

Für die kommenden Tage sind nun hohe Temperaturen und keine nennenswerten Niederschläge vorhergesagt. Die Niedrigwassersituation wird sich dadurch weiter verstärken.

Sollten nennenswerte Niederschläge auch weiterhin ausbleiben, so die Kreisbehörde, seien Schäden an der Gewässerökologie zu befürchten.

„Durch die niedrigen Wasserstände erhöht sich die Schadstoffkonzentration in den Gewässern. Eine Mindestwassermenge zum Schutz der Gewässerlebewesen muss unbedingt im Gewässer verbleiben“, erklärte bereits vor einiger Zeit die Leiterin des Umweltschutzamtes beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Heike Kademann.

Das Landratsamt weist weiter darauf hin, dass aus oberirdischen Gewässern und Grundwasser nur begrenzt Wasser entnommen werden darf, um die Abflüsse in den Gewässern des Main-Tauber-Kreises nicht zusätzlich zu verringern. Grundsätzlich bedürfen Wasserentnahmen einer schriftlichen Erlaubnis durch das Landratsamt.

Ohne Erlaubnis zulässig sind nur Wasserentnahmen für den Gemeingebrauch, wie beispielsweise das Tränken von Tieren oder das Schöpfen von Hand mit Eimern und Gießkannen, sofern es sich um „geringe Mengen“ handelt.

Erlaubnis nötig

Lediglich für die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft und den Gartenbau dürfen zur Entnahme auch Pumpen benutzt werden. Allerdings darf der Abfluss des Gewässers nicht maßgeblich verringert werden. Das Gewässer darf durch die Entnahme keinesfalls trocken fallen.

Eine über den Umfang des Gemeingebrauchs hinausgehende Wasserentnahme bedarf einer schriftlichen wasserrechtlichen Erlaubnis der unteren Wasserbehörde des Landratsamtes. Dies gilt auch für einmalige oder unregelmäßige Entnahmen.

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