Bad Mergentheim

Runder Geburtstag Maria Bader feierte am 8. November ihren 100. Geburtstag

Nicht alltägliches Geburtstagsfest

Bad Mergentheim.Einen runden Geburtstag und ein nicht alltägliches Jubiläum hat jetzt Maria Bader in Bad Mergentheim gefeiert: Sie wurde 100 Jahre alt.

Als Maria Bader, geborene Fuchs. am 8. November 1919 geboren wurde, war der Erste Weltkrieg gerade mal ein Jahr zu Ende und die Not allerorten groß.

Aufgewachsen auf dem Bauernhof ihrer Eltern im nahen Harthausen, lernte die Jubilarin früh die harte und entbehrungsreiche Nachkriegszeit kennen.

Nach ihrer Schulzeit im Heimatort Harthausen begann Maria Bader im damaligen Kreiskrankenhaus Bad Mergentheim eine Lehre als Krankenschwester, die sie 1942 beendete. Während ihrer Ausbildungszeit lernte sie ihren späteren Mann Ruppert kennen, der als Rittmeister in Bad Mergentheim stationiert war.

Hochzeit im Heimaturlaub

Wie es in den Wirren des Krieges oft üblich war, wurde während des Heimaturlaubes geheiratet. Anschließend verschlug es die Eheleute kriegsbedingt nach Donaueschingen, wo 1943 auch Sohn Egbert geboren wurde.

Nach einigen Jahren in der Fremde kehrte die Jubilarin zusammen mit ihrem Sohn wieder nach Harthausen zurück. Selbst dort war man immer wieder den Bombenangriffen der allierten Streitkräfte ausgesetzt, was den Alltag äußerst gefährlich machte.

Ehemann deportiert

Kurz vor Kriegsende wurde Ehemann Ruppert gefangen genommen und in die USA deportiert. Dort verbrachte er über drei Jahre in amerikanischer Gefangenschaft. Nach seiner Entlassung kehrte er wieder zu seiner kleinen Familie nach Harthausen zurück.

1948 zog es die Baders nach Bad Mergentheim, wo sie in der Ochsengasse, in der Krumme Gasse und zuletzt in der Törkelgasse ihre Bleibe fanden. Ein herber Schicksalschlag traft die Jubilarin 2004, als ihr Ehemann Ruppert verstarb.

Danach lebte sie, unterstützt von ihrem Sohn und dessen Familie, alleine in Bad Mergentheim, ehe sie 2010 krankheitsbedingt in ein Seniorenheim überwechselte.

Ihr schönstes Hobby war und ist das Singen, das sie lange Jahre, auch vereinsintern, intensiv pflegte. Hinzu kam ihre Leidenschaft für das Tanzen.

Zum familiären Nachwuchs zählen heute drei Enkel und vier Urenkel. Die Besonderheit des Ehrentages ist auch dadurch geprägt, dass die Jubilarin, zusammen mit nur zwei weiteren Bürgerinnen, den „erlauchten“ Kreis der „Bad Mergentheimer Hundertjährigen“ bildet.

Als Zeichen der Anerkennung überbrachte Bürgermeisterstellvertreterin Manuela Zahn die Glückwünsche von Ministerpräsident Winfried Kretschmann sowie einen Geschenkkorb der Stadt. Unsere Zeitung schließt sich diesen Wünschen gerne an und hofft, dass die Jubilarin noch viele schöne Stunden erleben darf. foh

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