Bad Mergentheim

Jugendgemeinderat 14- bis 18-Jährige können kandidieren / Gremiumsmitglieder entscheiden auf Augenhöhe mit / Bewerbungsfrist endet am 11. Oktober

Neuwahl: Chance zum Mitmachen nutzen

Archivartikel

Mitreden, Mitgestalten, Mitentscheiden. Unterm Strich: Einfach mitmachen. Mit der Wahl des neuen Jugendgemeinderats im November haben 14- bis 18-Jährige nun wieder die Chance dazu.

BAD MERGENTHEIM. „Es macht echt Spaß. Als persönlichen Gewinn sehe ich vor allem die Stärkung des Selbstbewusstseins. Es sind Erfahrungen, die ich eventuell nie wieder mache. Allein das Diskutieren mit einem Oberbürgermeister, zum Beispiel“, antwortet Niklas Ulshöfer auf die Frage, warum er Jugendgemeinderat geworden ist.

Nun haben 14- bis 18-Jährige die Chance, selbst diese Erfahrungen zu machen. Am 6. November wird das Gremium nämlich neugewählt.

Der Jugendgemeinderat ermöglicht es, die Stadt in allen wichtigen Fragen mitzugestalten. Auch eigene Projekte werden auf die Beine gestellt. Das wird schon bei einer kleinen Rückschau auf die nun zu Ende gehende Legislaturperiode deutlich: Das Gremium hat zur Diskussionsveranstaltung eingeladen. Es hat Feiern und Sportveranstaltungen organisiert. Mit der Aktion „1 Million Sterne“ haben die Jugendgemeinderäte einen Beitrag zur Integration geleistet. Mit dem Stadtstrand einen zentralen Baustein der Landesgartenschaubewerbung mitentwickelt. Und das Ganze dann sogar vor der Bewertungskommission des Landes präsentiert.

Das sind nur einzelne Schlaglichter. Doch sie zeigen, dass sich das Mitmachen lohnt. Der Jugendgemeinderat tagt in der Regel einmal monatlich, die Sitzung leitet Oberbürgermeister Udo Glatthaar oder einer seiner Stellvertreter. Die Ergebnisse der Beratungen werden von einer Sprecherin oder einem Sprecher direkt in den Gemeinderat weitergetragen. In eigener Zuständigkeit entscheidet der „JGR“ über die Verteilung von städtischen Fördermitteln an Jugendprojekte – außerdem arbeitet er eng mit dem Jugendhaus „Marabu“ zusammen. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren als Team verschiedene Projekte anstoßen und umsetzen können. Da steckt zwar bisweilen auch einiges an Arbeit drin, aber trotzdem hat es großen Spaß gemacht und es war eine spannende Erfahrung“, sagt Niklas Ulshöfer, der Sprecher des Jugendgemeinderates in der nun zu Ende gehenden Legislaturperiode.

„Es ist schön zu sehen, wenn eine Idee wie der Stadtstrand zu einer ganz konkreten Planung weiterentwickelt wird und auch große Veranstaltungen für junge Leute verwirklicht werden können, so wie unser demnächst anstehender ‚Partybash’ auf dem Rudolph-Gelände“, ergänzt Wiebke Schnäbele.

Oberbürgermeister Udo Glatthaar ist dankbar für das große Engagement der Jung-Räte - und hofft auf viele Kandidaten bei der anstehenden Wahl. „Bad Mergentheim will Jugendlichen ein attraktives und lebendiges Zuhause sein.

Deshalb hat sich dieses Gremium auf Augenhöhe mit Gemeinderat und Stadtverwaltung bewährt. Wir verdanken dem Jugendgemeinderat viele frische Impulse und Ideen“, sagt Udo Glatthaar. Er ermuntert alle Jugendlichen der entsprechenden Altersgruppe, sich um das Amt zu bewerben.

Die Kandidatur ist ganz einfach: Ein Bewerberformular liegt an Schulen, im Rathaus und in den Verwaltungsstellen aus. Es ist zudem online abrufbar unter www.bad-mergentheim.de. Bei der Bewerbung Minderjähriger ist eine schriftliche Zustimmung der Eltern erforderlich. Das Formular sollte dann bis Freitag, 11. Oktober, beim Hauptamt der Stadtverwaltung eingegangen sein.

Aus Kernstadt und Ortsteilen

Der neue Jugendgemeinderat hat mindestens 10, höchstens jedoch 14 Sitze – je nach Anzahl der Bewerber. Zehn Jugendliche müssen mindestens kandidieren, damit die Wahl stattfindet. Die Hälfte der Sitze wird mit Jugendlichen aus der Kernstadt besetzt, die andere Hälfte mit Jugendlichen aus den Stadtteilen. Können ein oder mehrere Sitze der Kernstadt oder der Stadtteile aufgrund fehlender Kandidaten nicht besetzt werden, so werden diese auf die verbliebenen Bewerber der jeweils anderen Gruppe verteilt. Jugendgemeinderäte erhalten für ihr Ehrenamt eine kleine Aufwandsentschädigung in Form eines Sitzungsgeldes.

Damit die Wahl gültig ist, muss am 6. November eine Mindest-Wahlbeteiligung von 25 Prozent erreicht werden. Die Stadtverwaltung wird in den kommenden Wochen gemeinsam mit den amtierenden Jugendgemeinderäten kräftig für Bewerbungen, aber auch für die Teilnahme an der Wahl werben. stv/gs

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