Bad Mergentheim

Vernissage Ausstellung "Spiel-Art-En" bis zum Mittwoch, 20. Dezember im Stadtwerk Tauberfranken zu sehen

Neue Plattform für Künstler des Kreises

Unter dem Titel "Spiel-Art-En" wurde am Freitag im Stadtwerk Tauberfranken eine neue Plattform für Kunstschaffende aus dem Main-Tauber-Kreis ins Leben gerufen.

Bad Mergentheim. Die beiden Mentoren der Malgruppen in Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim, Gunther Schmidt und Bernd Schepermann, verfolgen mit dieser Pionierausstellung das Ziel, in einer fortgesetzten Reihe künftig einem möglichst großen Kreis künstlerisch kreativer Menschen die Gelegenheit zur öffentlichen Präsentation zu geben, wie Gunther Schmidt in seinem Grußwort deutlich machte.

Bei den Ausschreibungen zu kommenden Ausstellungen sollen vor allem die Mitglieder der bereits bestehenden Malgruppen in Lauda, Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Külsheim berücksichtigt werden, aber auch "verborgene Kunstpflänzchen" wollen die Initiatoren in den Auswahlkreis aufnehmen und sie zum öffentlichen Auftritt ermuntern.

Im Titel der Ausstellung "Spiel-Art-En" sah Geschäftsführer Paul Gehrig, der mit seinem Kollegen Dr. Norbert Schön die Gäste der Vernissage empfing, das verbindende Element und das schöpferische Spiel mit Freude, Leichtigkeit und Lust durch den Ausdruck in Formen und Farben. Gehrig zeigte sich auch überzeugt davon, dass man eine hute Entscheidung getroffen habe, zunächst einmal über drei Jahre hinweg sogenannten Debütanten eine kleine, aber vielbeachtete Präsentationsmöglichkeit zu geben. Sie ist gleichzeitig eine Starthilfe für den Weg ins "Künstlerleben". "Ein Leben", so Gehrig, "in dem neben vielen Zwängen, Belastungen, Stress, Erfolgsdruck und Misserfolgen das kreative Gestalten - die Kunst im Allgemeinen - einen ausgleichenden, hohen Stellenwert hat". Der Geschäftsführer zeigte sich beeindruckt von der recht individuellen Bildsprache der einzelnen Exponate und gratulierte Herta Beierstettel, Anna Irmgard Kraus, Ulrike Kaulbersch, Nicole Kruhm, Martin Krumbeck, Gert Lehmann und Andrea Zorn zu ihrem ersten öffentlichen Auftritt. "Gast-Mitspieler" war Lothar Lempp, der sich mit vier Drahtplastiken an der Ausstellung beteiligt.

Seinen Glückwunsch und seine Anerkennung zur gelungenen Vernissage und für das künstlerische Schaffen in der Region brachte Bundestagsabgeordneter Alois Gerig zum Ausdruck. In der Präsentation im Stadtwerk Tauberfranken sieht er einen gewissen Ersatz für einen Besuch der Staatsgalerie in der Landeshauptstadt.

Mit der Feststellung "Wir Menschen sind Spieler", leitete Bernd Schepermann zur eigentlichen Vernissage, der Vorstellung der einzelnen Werke und zur Charakterisierung ihrer Künstler über. Die während der Vorbereitung der Ausstellung bis zu Eröffnung von der Geschäftsleitung erfahrene hohe Wertschätzung "tut uns Neulingen auf den unteren Sprossen der Leiter, "die in den Künstlerhimmel führt", besonders gut", sagte Schepermann und führte den Betrachter dann in einer Fülle von Gedankensprüngen an den ausdrucksstarken Kunstwerken vorbei.

Herta Beierstettel zeigt freie Kompositionen in kühlem Grundton und kühner Dynamik. Ulrike Kaulbersch findet bildnerischen Ausdruck in großformatigen Arbeiten; Flächen und Formen ergreifen sichtbar ihren Raum. Anna Irmgard Kraus liebt organisch zeichenhafte Welten mit verrätselter Botschaft. Nicole Kruhm entwickelt aus fließenden Farbstrukturen poetische Kontraste.

Martin Krumbeck lässt im anspruchsvollen Gestaltungsprozess durch Reduzieren Informelles, Mystisches entstehen. Gert Lehmann experimentiert mit Farbe und Form im schöpferischen Spiel und Andrea Zorn gestaltet über meist warme Farbkompositionen Vorstellungen von rätselhaften Phantasielandschaften.

Bernd Schepermann schloss mit der Alliteration: "Manche Menschen möchten Malen". Sein Angebot: "Sie können es lernen". In ihren Ateliers bieten Bernd Schepermann und Gunther Schmidt in unterschiedlichen Workshops Möglichkeiten an, das Malen, das schöpferische Spiel, zu erlernen.

Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage vom Klarinettentrio der Städtischen Musikschule Bad Mergentheim mit Pia Hemmerich, Selina Kurtisi und Charlotta Peppel.