Bad Mergentheim

Mint-Region Südliches Taubertal Ist-Stand und Zukunftsplanungen mit Förderern besprochen / "Mintec Mobil" auf Schulleiterkonferenz vorgestellt

Nachhaltiges Netzwerk in der Region

Naturwissenschaftlich-technische Bildung nachhaltig verbessern durch das Näherbringen der Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (Mint) lautet das bundesweite Ziel.

Bad Mergentheim/Main-Tauber-Kreis. 2016 gründete sich die Mint-Region Südliches Taubertal, die sich als unabhängige, außerschulische Bildungsinitiative zur Förderung von Kindern und Jugendlichen versteht. In allen vier Bildungsphasen (Kindergarten, Grundschule, Schule und Studium) will die Mint-Region aktiv fördern, wodurch der Projektname "Mint hoch4" einhergeht.

Hauptträger des Projekts, bei dem die Kommunen Bad Mergentheim, Assamstadt, Igersheim und Weikersheim im Übrigen Partner sind, ist die Jugendtechnikschule Taubertal. Ebenso sind die regionalen Schulen, Unternehmen und Verbände, aber auch die Duale Hochschule Baden-Württemberg am Campus Bad Mergentheim als Projektpartner vertreten.

Beim bundesweiten "Förderwettbewerb Mint-Regionen", initiiert vom Stifterverband und der Körber-Stiftung, ging das Projekt "Mint hoch4" unter 40 Bewerberregionen als einer von sieben Gewinnern hervor. Im Zuge dessen erhielt das Projekt 30 000 Euro für den Ausbau von Mint-Aktivitäten vor Ort.

Einblicke verschafft

Nach etwa einjährigem Bestehen des Netzwerks verschafften sich nun diese Woche Vertreter der Fördergeber einen Eindruck, was sich in der hiesigen Mint-Region bewegt, wo Handlungsbedarf besteht und was gut oder auch weniger gut läuft. Neben Dr. Stephanie Kowitz-Harms von der Körber-Stiftung, die als Projektleiterin der Mint-Regionen fungiert, war auch Christiane Huber, stellvertretende Geschäftsführerin der "Schule-Wirtschaft Baden-Württemberg", vor Ort.

Während des Besuchs rief die Lorenz-Fries-Schule am Mittwoch zum gemeinsamen Gespräch auf. Mit Sonderschulrektorin Karin Endres, Jugendtechnikschulleiterin Iris Lange-Schmalz und Nicole Baier von der Jugendtechnikschule wurden aktuelle Themen und Zukunftsplanungen besprochen und analysiert.

"Ziel ist es, klare Netzwerkstrukturen zu schaffen", erklärte Iris Lange-Schmalz, die als Koordinatorin des Projekts agiert. Man wolle eine nachhaltige Zusammenarbeit mit den beteiligten Projektpartnern sicherstellen, indem an einer stetigen Weiterentwicklung der Bildungsprogramme und -projekte gearbeitet werden soll. Christiane Huber sieht die Mint-Region als "gesamtgesellschaftliche Aufgabe", die nicht nur von Schülern wahrgenommen werden soll, sondern vor allem auch von den Eltern.

Frühzeitig beginnen

Um eine nachhaltige Mint-Region aufbauen zu können, wolle man nicht erst in den achten oder neunten Klassen, sondern vielmehr schon im Kindergarten oder der Vorschule die naturwissenschaftlich-technischen Themen vermitteln.

So erläuterte Nicole Baier anhand eines Technikprojekts mit einer Vorschulklasse, dass auch schon in diesem Alter "Mint" näher gebracht werden kann. "Über zwei Stunden haben die Kinder begeistert experimentiert" erklärte Baier.

Vor allem wolle das Projekt "Mint hoch4" zunächst den Bedarf an Material und Fachpersonal in den Schulen berücksichtigen und nicht beim Interesse der Unternehmen anfangen, so Lange-Schmalz. Dies unterstrich Karin Endres mit ihrer Aussage: "Wir sind nicht der Zulieferer von Firmen", vielmehr möchte man das Potenzial und Interesse von jungen Menschen für "Mint" wecken.

Viel erreicht, aber noch mehr vor

"Das ist hervorragend, was die ländliche Region hier leistet", erwähnte Christiane Huber im Bezug auf die organisierte Arbeit des ländlichen "Mint hoch4"-Projekts. Neben den bisher erreichten Zielen wie dem Schaffen von Transparenz oder der Einführung eines monatlichen "jour fixe" aller Projektpartner, seien der Mint-Region Südliches Taubertal "wichtige Meilensteine" geglückt, wie es dem Präsentationsschreiben zu entnehmen ist. So wurde eine erste Lehrer-Fortbilung durchgeführt, ferner fand der "Tag der Technik" von regionalen Schulen in Kooperation mit der Dualen Hochschule Bad Mergentheim statt und Mint-Workshops für Mädchen wurden ausgerichtet - um nur einige zu nennen.

Jedoch stellt sich die Mint-Region Südliches Taubertal stets neuen Aufgaben und Projekten, die zur stetigen Verbesserung und Erweiterung der "Mint" beitragen soll. Zu erwähnen sei hier die Leitbildentwicklung des Projekts, die bereits im Dezember fertiggestellt sein soll, oder auch die Ausbildung eines Mentors, der Schülern das Programmieren und Konstruieren eines Lego-Roboters näherbringen soll.

Mobile Technikwerkstatt

Nach dem gemeinsamen Gespräch über aktuelle Themen fanden sich Vertreter der regionalen Schulen zur Schulleiterkonferenz in der Aula der Lorenz-Fries-Schule ein. Dort wurde ein weiteres Projekt für die Mint-Region vorgestellt, das in Zukunft einen Platz in den Grundschulen vor Ort finden soll: Das "Mintec Mobil" der Innovationsgruppe Hohenlohe.

Seit 2015 fährt Matthias Meier mit seinem kleinen Transporter täglich durch den Hohenlohekreis und bringt Viertklässlern an Grundschulen die Welt der Technik näher. "Aus der Idee hat sich schnell das Fach Grundschultechnik etabliert", berichtete Meier hinsichtlich der großen Nachfrage des Projekts.

Viel Material an Bord

Der ausgebildete Techniklehrer hat in seinem "Mintec Mobil" allerhand Material und Werkzeug, mit dem die Grundschüler unter seinen Anweisungen hantieren dürfen. Hierbei wird den Viertklässlern neben Holz-, Säge- und Lötarbeiten auch das technische Verständnis beispielsweise über Stromkreisläufe vermittelt.

Mintec-Auszubildende, die von den 25 fördernden Unternehmen geschickt werden, unterstützen Meier dabei.

Das Ziel des Projekts ist es, künftig die regionalen Grundschulen mit kindgerechtem Wissen über Technik ausgestattet zu haben, so dass Lehrer dieses eigenständig vermitteln können und Schüler selbstverständlich damit in Berührung kommen.