Bad Mergentheim

Ehemaliges Kaufland-Areal an der Ecke Mittlerer Graben/Wachbacher Straße Beschwerden landen bei der Stadt / Prüfung der Vorwürfe nur mit Hilfe des Landratsamtes

Nachbarn verärgert über Abrissfirma

Archivartikel

Unmengen von Staub, Dreck und vor allem Lärm entzürnten Nachbarn der Großbaustelle auf dem ehemaligen Kaufland-Areal. Die Stadt prüft die Vorwürfe.

Bad Mergentheim. Als große Belastung für die Anwohner und auch als „gesundheitsschädigend“ bezeichnete ein Leserbriefschreiber Anfang Juli die Abrissarbeiten auf dem ehemaligen Kaufland-Areal an der Ecke Wachbacher Straße/Mittlerer Graben. Er beschwerte sich massiv und forderte die Stadt zum Handeln auf. Unterstützung erhält er durch einen offenen Brief des FDP-Stadtrats Professor Hans-Werner Springorum, während die Stadtverwaltung den Klagen nachgeht.

Der Hauptvorwurf lautete: Das Abrissgestein werde normalerweise in großen Brocken zum Bauschuttplatz transportiert und dort zerkleinert. Hier aber wurde der Bauschutt in der Innenstadt vor Ort unter großem Lärm zermahlen, was für den Abrissunternehmer, natürlich viel lukrativer sei, aber zu Lasten der Anlieger gehe.

FDP-Ratsmitglied Hans-Werner Springorum schrieb nun an den Oberbürgermeister und die anderen Fraktionen im Gemeinderat, dass sich Bad Mergentheim die Lärmreduzierung auf die Fahnen geschrieben habe, im neuen Seegartenquartier aber gleichzeitig über Monate „mit gewaltigem Getöse eine große Baustelle betrieben wurde“. Ein erst wenige Jahre altes Großgebäude (Kaufland) „wurde abgerissen und die Bausubstanz wurde über viele Wochen von gewaltigen Maschinen an Ort und Stelle kleingemahlen“. Die Anwohner seien mit den Nerven am Ende.

Springorum fordert daraus Konsequenzen zu ziehen „und künftig Bauvorhaben in der Innenstadt mit Lärmauflagen zu kombinieren“.

Für die Stadtverwaltung nahm Pressesprecher Carsten Müller Stellung und teilte der Redaktion auf Nachfrage Folgendes mit: „Gebäude-Abbrüche werden in Baden-Württemberg nach dem so genannten Kenntnisgabeverfahren durchgeführt, es gibt hier von unserer Baurechtsbehörde aus also kein formales Genehmigungsverfahren.

Die Antragsteller werden von der Stadtverwaltung auf die zu beachtenden Auflagen und Regeln beim Gebäude-Abbruch hingewiesen – dazu gehört auch der Lärmschutz. Wenn es – wie in diesem Fall – Anzeichen dafür gibt, dass die Lärmbelastung die zulässigen Immissionswerte möglicherweise überschreitet, werden wir selbstverständlich tätig. Für die Überprüfung, ob die Grenzwerte überschritten werden, sind wir auf die Zusammenarbeit mit den Kollegen der Unteren Immissionsschutzbehörde beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis angewiesen, da wir als Stadt nicht über die nötigen Messinstrumente verfügen.

Diese Abstimmungen sowie eine Überprüfung der Baustelle sind aber bereits auf den Weg gebracht“, so Carsten Müller.

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