Bad Mergentheim

Konzertabend in der Wandelhalle 25 Jahre „Fred Prokosch und die Egerlandmusikanten“ / Der erste öffentliche Auftritt war im Kurpark-Pavillon / Publikum begeistert

Mit feinster böhmischer Blasmusik verwöhnt

Archivartikel

Mit dem Konzert in der „Guten Stube“ der Kurverwaltung hat der Veranstalter wieder voll ins Schwarze getroffen.

Bad Mergentheim. Der Konzertabend im Jubiläumsjahr – 25 Jahre „Fred Prokosch und die Egerlandmusikanten“ – in der sehr gut gesuchten Wandelhalle wurde wieder zu einer klangvollen Demonstration der Böhmischen Blasmusik auf hohem Niveau und zu einem wahren Genuss für die Ohren der Zuhörer.

Auf diesem Niveau bewegte sich auch der Moderator des Abends, George Wyrwoll, der locker, informativ und mit einem Schuss Humor, durch das Konzert führte. Und so nebenbei erfuhren die Zuhörer auch einiges aus dem Leben und Wirken des musikalischen Vorbildes, Ernst Mosch, dem legendären und ungekrönten König der böhmischen Blasmusik und dem Gründer der „Egerlandmusikanten“ Fred Prokosch. Dessen musikalische Laufbahn begann übrigens beim Spielmannszug der Markelsheimer Feuerwehr.

Er war er einer der Mitbegründer der Musikkapelle Markelsheim und spielte während seiner Bundeswehrzeit in einer Militärkapelle. Nach seiner Dienstzeit war er bei einigen Kapellen tätig, um schließlich musikalischer Leiter der Oberländer Musikanten zu werden.

Doch der ehrgeizige Fred Prokosch, der das Spiel mit der Klarinette, dem Flügelhorn, der Trompete und dem Saxophon beherrscht, träumte schon immer davon, einmal sein eigenes Blasorchester leiten zu können.

Der Traum erfüllte sich dann auch, nachdem er befreundeten Musikern von seiner Idee erzählt hatte. Und so wurde vor 25 Jahren die Blasmusikformation „Fred Prokosch und die Egerlandmusikanten“ aus der Taufe gehoben, die sich treu ihrem Namen, die böhmische Blasmusik auf ihre Fahnen schrieb.

Der erste öffentliche Auftritt erfolgte übrigens im Kurpark-Pavillon und so schließt sich nach 25 Jahren der Kreis mit dem Konzert in der Wandelhalle. Auch heute, nach einem Vierteljahrhundert als Leiter eines der beliebtesten Blasorchester der Region und darüber hinaus, hat Fred Prokosch nichts von seinem Feuer und seiner Leidenschaft für seine so geliebte „böhmische Blasmusik“ verloren.

Starke Präsenz

Auch durch seine starke Präsenz hat er es verstanden und versteht es bis heute hervorragend, die Individualisten aus verschiedenen Musikvereinen zu einer Einheit zu formen, die dann diesen faszinierenden „Prokoschen Sound“ erzeugen.

Das Konzert hätte nicht besser eröffnet werden können, als mit dem schwungvollen Marsch „Montana Marsch“ des legendären Komponisten Heinz Herrmannsdörfer, denn schon nach den ersten Tönen sprang der Funke über auf das erwartungsfrohe Publikum, womit die Egerlandmusikanten sogleich die ersten Pluspunkte auf ihrem Konto gutschreiben konnten.

Aber dies war nur der Beginn einer fast dreistündigen – aber dennoch kurzweiligen – musikalischen Reise durch die böhmische Blasmusik, mit all ihren Varianten, ob Marsch, Polka oder Walzer, größtenteils aus der Feder von Ernst Mosch (gestorben 1999), seinem legitimen Nachfolger Ernst Hutter, Franz Bummerl (gestorben 2011), einem der Mitbegründer der „Original Egerländer Musikanten“ und langjähriger Mosch-Weggefährte, Franz Watz und Jan Moravec.

Die Zuhörer hatten jede Menge Gelegenheit leise mit zu summen oder zu klatschen, bei Stücken die quasi auf der Zunge dahin schmolzen wie zarte Schokolade oder schmeckten wie würzige Böhmische Knödel – seien es Titel wie „Musikantenlaune“, die Polka „Leise Tränen“, die „Schorschi Polka“, „Das ist mein Leben“, der Walzer „Du bist so gut zu mir“ und der mächtige Marsch „Musikantenparade“. Und zwischendurch Titel die nie fehlen dürfen, wie „die Heimat im Herzen“, „Für unser Egerland“ und der Walzer „Blumengrüße“, nur um einen winzigen Ausschnitt des schier unerschöpflichen Repertoires böhmischer Klänge zu nennen.

Gewürzt wurde dieses abendliche Klangmenü durch das von Peter Schad arrangierte Trompetensolo „Letzte Rose“, vorgetragen durch Matthias Wallny, sowie das Gesangsduo „Claudia & Klaus“, das auf der Bühne einmal mehr durch seine gesangliche Harmonie und Ausstrahlung überzeugte.

Als sich der Uhrzeiger der 23 näherte, durften „Fred Prokosch und die Egerlandmusikanten“ erst nach mehreren Zugaben die Bühne verlassen. Mit der Reminiszenz an den unvergessenen Ernst Mosch und den Titeln „Egerland Heimatland“, „Nur keine Träne beim Abschied weinen“ und „Wir sind Kinder von der Eger“.

Der finale Titel „Die Kapelle hat gewonnen“ stimmte unterdessen nicht ganz, denn an diesem Abend gab es nur Gewinner. Einerseits „Fred Prokosch und seine Egerlandmusikanten“, andererseits die restlos begeisterten Zuhörer, die sich einen ganzen Abend durch feinste böhmische Blasmusik verwöhnen lassen konnten.

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