Bad Mergentheim

Liberales Forum Norbert Patzner stellte seine Ansichten vor

Mit der „Klimapolitik“ beschäftigt

Bad Mergentheim.In der Folge des Februar-Vortrags von Steven Michelbach mit dem Thema „Mechanismen des Klimawandels“ beschäftigte sich Norbert Patzner im jüngsten Liberalen Forum mit Fragen der „Klimapolitik“.

Patzner hielt zunächst eine kleine historische Rückschau. Lange Zeit sei sich die Wissenschaft uneinig gewesen, ob eher die Sonne das globale Klima steuere oder ob es eher Treibhausgase – insbesondere das CO2 – sein könnten.

Es spreche alles dafür, dass die britische Atomlobby Mitte der 1980er Jahre mit Hilfe der CO2-These versuchte, den CO2-freien Atomstrom populär zu machen. Möglicherweise wäre die Geschichte anders verlaufen, hätte es nicht die beiden Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima gegeben. Die energetische Nutzung der Kernkraft wurde ausgebremst, so Patzner.

Die CO2-These sei unterdessen vom Club of Rome übernommen worden. Gegründet 1968 mit dem Anspruch die Erde zu schützen, versuchte er laut Patzners Auskunft durch Verbreitung bedrohlicher Szenarien Panik zu erzeugen. Im Jahr 2000 würden wir den letzten Tropfen Öl fördern, 2020 würden die restlichen Rohstoffe zur Neige gehen, die Bevölkerungsexplosion werde unbeherrschbar sein und zu Hungerkatastrophen führen und – neu ab Mitte der 80er Jahre – wurde vor einer drohenden Klimakatastrophe gewarnt.

Mit Hilfe des Einsatzes vieler Milliarden Dollar aus zahlreichen „Foundations“ habe sich eine mediale Desinformationswelle entwickelt, so Patzner.

Zum Weltklimarat merkte Patzner an, dass dieser offensichtlich die ihm nicht genehmen Erkenntnisse der internationalen Klimawissenschaft ignoriere, nämlich dass die Änderungen der solaren Energieeinstrahlung und planetarische Vorgänge der Hauptantrieb für Klimaveränderungen seien. Dank der Satellitenbeobachtung hatte man hierzu aber entscheidende neue Einblicke gewonnen, so Patzner.

Ein scharfer Kritiker des Weltklimarats war laut Patzner Altbundeskanzler Helmut Schmidt. 2011, im Rahmen seiner Festrede zum 100. Jubiläum der Max-Planck-Gesellschaft ermahnte er die deutsche Wissenschaft „die Arbeit des IPCC kritisch und realistisch unter die Lupe zu nehmen“.

In Deutschland vertrete nun das „Potsdam Institut für Klimafolgenforschung“ die Meinung des Weltklimarats. Der ehemalige Leiter, Professor H. J. Schellnhuber sei selbst Mitglied des IPCC. Die deutschen Mitglieder des Club of Rome, Ernst-Ulrich von Weizsäcker, Mojib Latif und Claudia Kemfert spielten in der Verfestigung des „anthropogenen Klimawandels“ in der öffentlichen Meinung ebenfalls eine wichtige Rolle.

Sehr kritisch äußerte sich Patzner zur deutschen „Klimaschutzpolitik“, die bekanntlich der Klimakatastrophe entgegen wirken soll: Da würden Kernkraftwerke stillgelegt, während das umliegende Europa dicht mit Atommeilern bestückt sei. 450 Kernkraftwerke sind weltweit in Betrieb, 250 weitere im Bau oder in Planung. Deutschland wolle auf die Kohle verzichten, obwohl weltweit 4800 große Kohlekraftwerke in Betrieb sind und 1400 große Kohlekraftwerke gebaut beziehungsweise geplant würden. Deutschland habe eine Billion Euro in Wind- und Solaranlagen investiert. Andere Staaten, vor allem die großen CO2-Emittenten wie China, Indien, USA, Brasilien und Russland würden dagegen an der „Klimaschutzpolitik“ nicht teilnehmen.

Auf eine Frage hat Patzner nach eigenen Angaben bislang keine Antwort gefunden: Warum verkündet die deutsche Politik im Gleichklang mit den Medien einseitig die IPCC-Auffassung als gegebene Realität und drängt nicht auf eine baldige transparente Auseinandersetzung unterschiedlicher klimawissenschaftlicher Auffassungen? fdp

Zum Thema