Bad Mergentheim

Ökumenisch angelegte Aktion „Besuchspartnerschaft von Haus zu Haus“ geht an den Start

Menschen sollen in Kontakt gehen können

Main-Tauber-Kreis.Besuche machen oder bekommen – in Corona-Zeiten geht das persönlich oder digital. Wege dazu weist die „Besuchspartnerschaft von Haus zu Haus“, die in der nächsten Woche an den Start geht.

„Wie wollen damit Möglichkeiten schaffen“, so betont die Weikersheimer Dekanin Renate Meixner, „dass Menschen in Kontakt gehen können“. Ganz bewusst warte man nicht auf bessere Zeiten, denn „unser evangelischer Kirchenbezirk möchte auch jetzt der Vereinsamung wehren“. Es gebe hier im Altkreis Bad Mergentheim sicher zahlreiche Leute, die ihr Haus nicht mehr verlassen könnten und keinen rechten Kontakt zur Außenwelt hätten. Hier solle die „Besuchspartnerschaft“ ein Baustein zur Hilfe sein. Wo persönliche Besuche nicht gewünscht oder nicht möglich seien, komme auch ein Kontakt per Telefon oder online infrage.

Pfarrerin Barbara Wirth hat als Teil ihres Dienstauftrags in der Altenpflegeheimseelsorge darum das Modell entwickelt, das jetzt umgesetzt werden soll. Sie sucht jetzt mit Unterstützung der Gemeindepfarrer ehrenamtliche Mitarbeiter aus allen Orten des Bezirks.

Die sollen dafür sorgen, dass „auch für immobile Seniorinnen und Senioren Gemeinschaft erfahrbar wird“. Wer - ob daheim lebend oder im Heim - gerne einmal oder regelmäßig besucht werden möchte um „über Gott und die Welt zu reden“, kann sich ebenfalls bei Barbara Wirth melden. Die vermittelt dann die Kontakte.

Das Ganze läuft als Aktion des evangelischen Kirchenbezirks Weikersheim. Ein kirchlicher Hintergrund sei, so die Pfarrerin, bei den Mitarbeitern erwünscht, ebenso wie die Offenheit, auch über Fragen des Glaubens zu reden. Klar sei auch, dass es um Besuche gehe, nicht um Hilfeleistungen Wer mitmacht, ist zur Verschwiegenheit verpflichtet und genießt Versicherungsschutz. Ein Einführungskurs im November und regelmäßige Treffen sind vorgesehen. Es werden dabei auch die nötigen Kenntnisse vermittelt, um am Telefon oder digital „Besuche zu machen“. Wer in der derzeitigen Lage nur das tun möchte, ist sehr willkommen.

„Wir unterstützen das Vorhaben nachdrücklich“, stellte bei der Startschuss-Versammlung der Vorsitzende des Kreis-Seniorenrats Verwaltungsdirektor i.R. Robert Wenzel fest. Es könnte im Erfolgsfall durchaus Vorbildfunktion haben für andere Bereiche des Main-Tauber-Kreises. Auch die katholische Kirche hat bereits signalisiert, dass sie mit im Boot ist.

Für alle Interessenten an einer Mitarbeit findet am Mittwoch, 21. Oktober, 20 Uhr, ein Informationsabend im evangelischen Gemeindehaus Weikersheim, Bahnhofstraße 17, statt. Coronabedingt ist eine Anmeldung notwendig. peka

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