Bad Mergentheim

Duale Hochschule „Überführung von Mitteln aus Ausbauprogrammen in die Grundausstattung“ / Wachstum auf 800 Studenten in fünf bis sieben Jahren?

„Mehr Räume und mehr Fachpersonal nötig“

Archivartikel

Bad Mergentheim.Mit den Schwerpunkten des Campus Bad Mergentheim der DHBW Mosbach, seiner Entwicklung und seinen Ausbauplänen beschäftigte sich ebenfalls eine Anfrage unserer Redaktion.

Prof. Dr. Gabi Jeck-Schlottmann, die Rektorin der DHBW Mosbach, teilt grundsätzlich mit: „Der Campus Bad Mergentheim ist ein sehr internationaler Campus der DHBW. Das gilt es auszubauen.“

Mit Blick auf die derzeit laufenden Verhandlungen zum neuen Hochschulfinanzierungsvertrag und auf die in Zukunft benötigten Gelder in Mosbach/Bad Mergentheim, sagt Jeck-Schlottmann: „Unsere Studienplätze sind dauerhaft nachgefragt. Unsere Hauptforderung ist deshalb zum einen die Überführung von Mitteln aus Ausbauprogrammen in die Grundausstattung. Nur so können wir sicherstellen, dass unsere Studienplätze dauerhaft finanziert sind. Darüber hinaus müssen wir verstärkt in hauptamtliche Professoren investieren, um die Qualität unseres Angebotes dauerhaft zu sichern und auch um die DHBW Mosbach in einem bedarfsgerechten Studienangebot weiterentwickeln zu können.

Für die Entwicklung und den Aufbau von neuen Angeboten sind weitere Professoren sowie und Laboringenieure unabdingbar.

Aber auch eine adäquate Unterbringung in Gebäuden und Ausstattung mit Infrastruktur ist erforderlich. Hierzu gehört ein Ausbau des Schlosses in Bad Mergentheim genauso wie ein Ersatz-Neubau in Mosbach. Auch danach sind die Kosten für einen erfolgreichen DHBW-Abschluss im Vergleich zu anderen Hochschularten immer noch gering, da unsere Studierenden überdurchschnittlich schnell und erfolgreich studieren. Eine Investition in die DHBW lohnt sich also in besonderer Weise.“

Jeck-Schlottmann wirbt für ein Baukompetenzzentrum in Mosbach – „ein interdisziplinäres Angebot von dualen Studiengängen mit Alleinstellungsmerkmal“. Ziel sei eine räumliche Zusammenfassung am Campus Mosbach. Dadurch könnten nicht nur Synergieeffekte realisiert werden, sondern würden sich auch Chancen für innovative Angebote durch einen engen Austausch ergeben.

Weiter erklärt die Rektorin: „Die DHBW Mosbach und ihr Campus Bad Mergentheim wollen aber auch für die digitale Transformation im ländlichen Raum mit einem Kompetenzcluster ’Digitalisierung’ zu Impulsgebern für Forschung, Innovation und Transfer werden. Dafür stehen nicht nur entsprechende Studienangebote, sondern die Einrichtung von open labs. Zusätzlich zu den vorhandenen Kompetenzen in Mosbach kommt hier insbesondere dem Campus Bad Mergentheim eine Schlüsselrolle zu.“ Prof. Dr. Seon-Su Kim, Campus-Leiter in Bad Mergentheim, verweist in diesem Zusammenhang auf die erfolgreiche Bewerbung um das „Popup Labor BW“ des Wirtschaftsministeriums mit Hilfe eines „sehr starken und bewährten Netzwerks“. Das angesprochene Kompetenzcluster „Digitalisierung“ am Campus Bad Mergentheim soll laut Seon-Su Kim praxisorientierte Expertise und auch Forschungsmöglichkeiten zum Beispiel im Bereich Künstliche Intelligenz, Schwarmintelligenz und Schwarmlogistik anbieten.

Zum Ausbau des Campus in der Kurstadt sagt Prof. Kim zudem: „Die Weiterentwicklung des Campus war schon seit der Gründung davon abhängig, nicht nur die Bedarfe der örtlichen Dualen Partner zu erfüllen, sondern auch Duale Partner und Studierende über die Region hinaus mit besonderen und teilweise ’einzigartigen’ Angeboten ansprechen und versorgen zu können. Wenn uns diese Möglichkeit nicht eingeschränkt wird, dann ist die Grundvoraussetzung für weiteres Wachstum gegeben. Alles andere wäre eine bewusste Entscheidung gegen weitere Wachstumsmöglichkeiten für unseren Campus. Darüber hinaus sind dringend mehr und vor allem nachhaltige Ressourcen erforderlich, für den Erhalt des hohen Qualitätsniveaus, für mehr Flächen/Räume am Campus, für Investitionen in die moderne Lehre und für arbeitsfähige Strukturen im Bereich der kooperativen Forschung.

Und nicht zuletzt braucht es von der Landespolitik über die vielen warmen Worte hinaus mehr und ernsthafte Unterstützung für Hochschulstandorte im ländlichen Raum.

Wenn diese Rahmenbedingungen gegeben sind und wenn auch die Unternehmen weiterhin in die akademische Bildung in unserer Region ’investieren’, dann können wir in den nächsten fünf bis sieben Jahren durchaus auf die volle Kapazität von etwa 800 Studierenden wachsen.“

Zum Thema