Bad Mergentheim

Leserbrief Zu „Noch spektakulärer als bei der Premiere“ (FN 4. Dezember)

Manege frei für erneutes Tierleid

Noch spektakulärer soll er also werden! Der Main-Tauber-Weihnachtszirkus startet mit seiner zweiten Auflage. Und wieder wird mit Tiernummern geworben, als wäre dies das normalste der Welt. Immer mehr Städte und Kommunen haben die Zeichen der Zeit erkannt und stellen keine städtischen Flächen für Zirkusse mit Wildtieren zur Verfügung. Bad Mergentheim – Fehlanzeige. Im Gegenteil: OB Glatthaar übernimmt sogar wieder die Schirmherrschaft und unterstützt dadurch das Leid an Wildtieren. Denn Wildtiere leiden im Zirkus! Sie leiden massiv darunter, dass sie Kunststücke vorführen müssen, für die sie oft mit Gewalt dressiert wurden.

Sie leiden darunter, dass sie die überwiegende Zeit in kleinen Käfigen, unzureichenden Gehegen oder im Transportwagen verbringen, dass die Bewegung erheblich eingeschränkt oder unmöglich gemacht wird, dass sie kaum Abwechslung oder Beschäftigung haben.

Wildtiere gehören daher nicht in einen Zirkus. Dies mit privater Haustierhaltung zu vergleichen oder dass die Tiere bereits in Gefangenschaft geboren wurden zu rechtfertigen, entspricht entweder völliger Ahnungslosigkeit oder blankem Zynismus.

Es hilft auch nicht, immer wieder zu wiederholen, dass man größten Wert auf den Schutz der Tiere lege und auf die Einhaltung der Tierschutzgesetze achte, ohne dabei zu erwähnen, dass derzeit für alle Tiere im Zirkus geringere Vorgaben, als für deren Artgenossen in Zoos, Wildparks oder in Privathaltung gelten. Nachdem die Verantwortlichen keinerlei Mitleid mit den Tieren an den Tag legen und offensichtlich nicht bereit sind, an ihrer Konzeption etwas zu verändern, bleibt uns nur an die Besucher zu appellieren.

Unterstützen Sie nicht das Leid der Tiere und gehen Sie nicht in einen Zirkus mit Tiernummern! Seien Sie vor allem Ihren Kindern ein Vorbild und zeigen diesen, dass spannende Unterhaltung keine gequälten Tiere braucht!

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