Bad Mergentheim

Residenzschloss Bad Mergentheim Mehr Besucher gezählt und interessante Attraktionen

Man plant für die Zeit „nach Corona“

Hinter verschlossenen Türen geht die Arbeit weiter. Im Residenzschloss Mergentheim möchte man den Gästen ein reichhaltiges Programm bieten – sobald die Corona-Lage das zulässt.

Bad Mergentheim. Ein positive Perspektive vermittelte Michael Hörrmann, der Geschäftsführer der „Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg (SSG)“, bei einer Pressekonferenz im Bad Mergentheimer Hochschloss, die noch vor der Corona-bedingten Schließung stattfand. Die Gesellschaft habe seit Jahresbeginn die „Betriebsbesorgung“ für die „Deutschordensmuseum gGmbH“ übernommen, deren Geschäftsführung er jetzt selbst innehabe. Alle Mitarbeiter habe man übernommen und ganz bewusst auch alle Kooperationen erhalten.

Mit allen Möglichkeiten, die die SSG mit bisher 61 Monumenten und jährlich vier Millionen Besuchern als „dynamischste Schlösserverwaltung in Deutschland“ habe, wolle man seine Erfahrung jetzt auch in Bad Mergentheim einsetzen.

Künftig werde das Objekt nicht mehr unter dem Begriff „Deutschordensmuseum“ vermarktet, sondern als „Residenzschloss Mergentheim“. Der Name „Residenzschloss“ könne Menschen dann auch für den Deutschen Orden und die Residenz der Hochmeister interessieren.

„Museum“, so sei seine Erfahrung, biete kein so positives Bild wie „Schloss“. So solle auch das Schloss als Gebäude und der Schlossgarten ins Blickfeld der Besucher gerückt werden.

Maike Trentin-Meyer M.A. und ihre Crew hätten hier „gute Arbeit gemacht“. Die bisherige Museumsdirektorin werde in ihrer neuen Aufgabe als „Konservatorin Region Hohenlohe“ bei SSG ihr „profundes kulturhistorisches Wissen“ künftig zu 100 Prozent auf das Residenzschloss Mergentheim konzentrieren können. Für die Verwaltung von Schloss und Schlossgarten sei künftig Monika Menth zuständig. Diese habe als langjährige Leiterin der Schlossverwaltung Weikersheim (zu der neben dem Weikersheimer Schloss auch Kloster Schöntal, Kloster Großcomburg und das Schloss ob Ellwangen gehören) schon bisher ihr Können und Organisationstalent bewiesen.

Zentrale Aufgabe bleibe es, das kulturelle Erbe zu erhalten – und zwar in einem doppelten Sinn. Neben der Erhaltung des materiellen Bestandes gehe es darum, in der Gesellschaft das Interesse an den Objekten zu bewahren, im Idealfall eine „Denkmalbegeisterung“ zu erzeugen.

Die Steigerung der Besucherzahlen im Residenzschloss Mergentheim sei möglich, denn Bad Mergentheim sei „ein Schloss, das von Nah- und Mittelbesuchern geprägt wird“. Die würden trotz der derzeitigen Krisensituation auch in diesem Jahr wieder kommen.

Man setze das Residenzschloss Mergentheim in das Kommunikationszentrum der SSG“ und mache es zum „Schloss des Jahres 2020“. Mit Flyern in allen Monumenten und bei Tourismusmessen, einem reichweitenstarken Internetauftritt wolle man es „nach oben entwickeln“.

Die Fränkischen Nachrichten fragten jetzt bei Michael Hörrmann nach, ob er diese Einschätzung angesichts der derzeitigen Entwicklung noch aufrechterhalten könne. Ja, betonte dieser, denn zwar sei jetzt Stillstand, doch „hinter den Kulissen wird mit Lust und Engagement bereits für die Zeit nach der Krise gearbeitet“. Man unternehme alles, um die Gäste dann „noch besser ,spannender und umfangreicher begrüßen zu können“ und hoffe, dass die Tage der jetzt unumgänglichen Schließung gezählt seien. Residenzschloss Mergentheim sei und bleibe attraktiv für die Besucher aus nah und fern. Was sie im Laufe dieses Jahres noch erwartet, erläuterte bei der Pressekonferenz Schlossverwalterin Monika Menth. Eine zweiteilige Führung zum „Europäischen Tag der jüdischen Kultur“ werde es am 6. September geben. Sie beginne im Residenzschloss und werde auf dem großen jüdischen Friedhof in Unterbalbach fortgesetzt. Sie ergänze die Veranstaltungen zu den jüdischen Kulturtagen, die für den Mai vorgesehen seien.

Der Schlosserlebnistag mit seinem abwechslungsreichen Programm für Groß und Klein werde aufgewertet durch ein „Optisches Konzert“ am Vorabend. Dabei solle der Innenhof Teil des Schloss-Erlebnisses werden. Die Ausstellung „Rom lebt!“ sei bis zum 20. September geöffnet.

Fortgesetzt würden die bewährten Reihen „Literatur im Schloss“, „Jazz im Schloss“, die Vorträge des „Vereins Deutschordensmuseum e.V.“ und dessen „Museumskonzerte im Schloss“.

Neu sei, dass es zukünftig Führungen an allen Öffnungstagen geben solle. Neue Führungen, die auch den Schlossgarten einschlössen, würden derzeit für das Jahr 2021 entwickelt. Auch das Kinderprogramm werde fortgeschrieben. Hier engagiere sich dankenswerterweise der museumspädagogische Arbeitskreis, über dessen Arbeit sie „sehr glücklich“ sei.

Eine Stein-Skulpturenschau werde von 18. Mai bis 18. Oktober im Schlossgarten zu sehen sein und am 15. Oktober werde eine Ausstellung mit sehenswerten Fotografien von Roland Bauer eröffnet.

Insgesamt ergebe sich so, fasste Michael Hörrmann zusammen, im Bad Mergentheimer Residenzschloss ein „beispielhaft dichtes abwechslungsreiches Programm“, das sicher Gefallen bei den Besuchern finden werde. peka

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