Bad Mergentheim

Fastnacht in Bad Mergentheim Narrengilde stimmt auf die neue Kampagne ein / Traditonelle Verleihung des Ordens vom "Dicken Fell"

"Lustige Gesellen" feiern Conny Lehr

Schunkeln, Lachen und Singen: Im katholischen Gemeindehaus feierten die "Märchedoler" Narren den Start der Fastnacht 2017/18 und übergaben traditionell den Orden vom "Dicken Fell".

Bad Mergentheim. Jedes Jahr aufs Neue stellt sich die Bad Mergentheimer Narrengilde "Lustige Gesellen" die gleiche Frage: Wer wird der neue Träger des Ordens vom "Dicken Fell"? Nachdem vergangenes Jahr Oberbürgermeister Udo Glatthaar die Ehre zu Teil wurde, sollte es am Samstag nun eine Frau sein.

Doch zuerst begann der Abend mit der traditionellen Begrüßung aller Narren durch den Sitzungspräsidenten Andreas Schweizer. Durch ein dreifach kräftiges "Märchedol Helau", eingeleitet mit schwungvollen Melodien der Wachbacher Musikanten, richtete er seine Grußworte an die anwesende Narrengemeinde. Auch OB Glatthaar begrüßte die feiernden Narren und nutzte seine Grußworte dazu, den "Lustigen Gesellen" für den Erhalt der Bad Mergentheimer Fastnacht zu danken, mit dem Wunsch, dies noch viele weitere Jahre beizubehalten.

Anschließend wurde traditionell der Entdeckung der Bad Mergentheimer Heilsquellen vor knapp 200 Jahren erinnert. René Föhr, verkleidet als Schäfer Franz Gehrig, begleitete seine, als Schafe kostümierte Herde, auf die Bühne, wo sie den "Tanz der Schafherde" aufführten. Danach stand die Proklamation der neuen Prinzenpaare an.

Nachdem die Regentschaft der Prinzenpaare nur eine Kampagne besteht, wurde zunächst das neue Kinderprinzenpaar ins Amt eingeführt. Annika I. und Julius I. übergaben Zepter und Diadem an Romea I. (Köber) und Manuel I. (Merklinger) und bedankten sich in reimenden Versen für ein spannendes und "schönes Jahr, als das Kinderprinzenpaar". Anschließend zog das neue, "große" Prinzenpaar mit samt Hofstaat und Prinzengarde ein. Ihre Lieblichkeit, Prinzessin Kim I. (Hofmann), die mit rosafarbenem Ballkleid für einen wahren Hingucker bei der Narrengemeinde sorgte, wurde mit ihrer Tollität, Prinz Guido I. (Herrmann) feierlich auf den Thron gehoben. So übergaben Alexa I. und David I. ihre Insignien an das neue Prinzenpaar und wünschten mit reimenden Worten eine ereignisreiche Regentschaft, verbunden mit viel Spaß und Freude.

Nachdem fleißig geschunkelt und die Karnevalsorden zum Schneewalzer angesteckt wurden, betrat das Tanzmariechen Evelyn Reitenbach der Laudaer "Strumpfkapp Ahoi" die Bühne. Mit einem furiosen Auftritt sorgte sie bei den begeisterten Narren für frenetischen Beifall. Im Anschluss gab es was auf die Lachmuskeln. Bei seiner Büttenrede brachte Gerd Nägele die Narren kräftig und lauthals zum Lachen und Singen.

Doch dann wurde es spannend. Die "Märchedoler" Bütt' wurde auf die Bühne gehoben und der letztjährige Träger des Ordens vom Dicken Fell, Oberbürgermeister Udo Glatthaar, hielt die Laudatio auf die neue Ordensträgerin. In, von ihm gewohnt, rhetorisch überzeugender Manier, heizte Glatthaar das Rätselraten um die gesuchte Person an. Bei seinem kurzen Rückblick auf vergangene Ordensträger machte er den Narren bewusst, dass der Träger des "Dicken Fell" so einiges mitbringen müsse, denn "Träger des Ordens vom dicken Fell, wird man nicht gar so schnell". Es handle sich um eine Person, die die Musik liebe, zurückhaltend wirkt, belastbar sei und als ein "wahrer Strahlemensch" auftritt.

Sie habe ein Familienunternehmen aufgebaut und sei ständig auf der Suche nach neuen Erfolgen. Durch Radio und Fernsehen begeistere sie nicht nur die Zuhörer, sondern auch die Moderatoren. Mit singenden Versen und erhobener Klingel besang Glatthaar die neue Trägerin des Ordens vom "Dicken Fell": Conny Lehr vom Jakobshof in Markelsheim.

Ein weißes Fell mit schwarzem Muster, verziert mit dem traditionellen Fastnachtsorden, auf dem ein Maler das Münster streicht, wurde der neuen Trägerin übergeben. Im Markelsheimer Dialekt sprach die neu ernannte Ordensträgerin zu den Narren. Sie fühle sich geehrt, sei gar erstaunt über die Ernennung als 41. Trägerin und siebte Frau in der Historie den Fell-Orden um den Hals gehängt zu bekommen. In ihren wohl gereimten Versen erzählte sie für was man alles ein Dickes Fell brauche. Mit einem kleinen Appell richtete sie sich an die oftmals zu gestresste Gesellschaft: "Vergesst mal des Handy, guckt ned auf die Uhr. Genießt ganz einfach die Natur." Nach einem herzlichen Dankeschön an OB Glatthaar für seine Laudatio begleitete Conny Lehr den neu ernannten "Fell-Orden-Chor" mit ihrem Akkordeon. Mit der Melodie des Volksliedes "Wo die Nordseewellen", gesungen von den Ordensträgern, ging die diesjährige Ernennung des "Dicken Fells" melodisch zu Ende.