Bad Mergentheim

Geschichtswerkstatt Der Verein stellt seinen fünften Band der Reihe „Geschichte(n) aus Bad Mergentheim“ vor / Diesmal 37 Biografien aus der Deutschordenszeit vor 1809

Lebensbilder aus fünf Jahrhunderten vereint

Archivartikel

Die Geschichtswerkstatt Bad Mergentheim hat ihr fünftes Buch herausgegeben. Es wird am 30. Oktober im Kulturforum öffentlich vorgestellt.

Bad Mergentheim. Er ist einer der bedeutendsten Manieristen in der Geschichte der europäischen Plastik und hat neue Maßstäbe in der Formgebung der Bronzeskulptur gesetzt. Wahrscheinlich gibt es keinen in Mergentheim Geborenen, der derartige Superlative auf sich vereinigen kann. Aber es gibt viele Mergentheimer, die wie er kaum bekannt und es wert sind, dass sie aus dem Turm des Vergessens befreit werden.

Die Rede ist hier von Caspar Gras (1585 bis 1674), einem Meister der Bronzekunst, und dem neuen Buch der Geschichtswerkstatt Bad Mergentheim, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Frauen und Männer aus fünf Jahrhunderten, die in Mergentheim gelebt und Herausragendes geleistet haben, ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen.

Es sei nicht einfach gewesen, den Band mit Biografien aus der Jahrhunderte langen Deutschordens-Zeit, die 1809 in Mergentheim endete, zu füllen, erklärt Christine Schmidt, Stadtarchivarin und Schriftführerin des Vereins Geschichtswerkstatt. Das habe nicht daran gelegen, dass es an interessanten Kandidaten und Kandidatinnen gemangelt habe, sondern daran, dass die Recherche für diese Zeit, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht, nicht einfach und zum Teil sehr zeitaufwändig gewesen sei. Nicht nur das Bad Mergentheimer Stadtarchiv, auch das Staatsarchiv Ludwigsburg, das Diözesanarchiv Rottenburg-Stuttgart und viele weitere Archive seien besucht worden.

Die insgesamt 37 Lebensbilder spannen einen Bogen vom Statthalter des Deutschen Ordens über Ärzte, Handwerker, Künstler, Pfarrer und Gelehrte.

Unter ihnen der Physiker und Mediziner Ernestus Hettenbach, Anna Kirchheimer, Gattin des Ordenskanzlers, der Hexerei bezichtigt und hingerichtet; Franz Joseph Roth, Baumeister des Ordens, Fuchsenwirt und Posthalter, um nur einige zu nennen. Die Biografien stammen von Mitgliedern und Nichtmitgliedern der Geschichtswerkstatt, die auf ehrenamtlicher Basis unermüdlich und zeitaufwändig historische Arbeit geleistet haben, wie die Stadtarchivarin betont. Sie zeichnete für die Zusammenarbeit mit den Autoren und der Druckerei, sowie für die einheitliche Gestaltung des 284 Seiten starken, reich bebilderten Buches verantwortlich.

Die öffentliche Vorstellung des neuen Bandes der Geschichtswerkstatt, das den Titel „Geschichte(n) aus Bad Mergentheim, 37 Lebensbilder aus der Zeit vor 1809“ trägt, findet am Mittwoch, 30. Oktober, um 18.30 Uhr im Bürgersaal des Kulturforums statt.

Das Buch kann an diesem Abend zu einem herabgesetzten Preis erworben werden.

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