Bad Mergentheim

Stadtteilbesuch Oberbürgermeister und Ortsvorsteher erklären Vorhaben / Rund 35 interessierte Bürger beim Rundgang / Unterquerung der B 290 wird kritisch gesehen

„Langfristig eine Umgehungsstraße notwendig“

Bad Mergentheim.Den Stadtteilrundgang mit Oberbürgermeister Udo Glatthaar und Ortsvorsteher Detlef Heidloff am vergangenen Dienstagabend nutzten rund 35 Bürger, um vor Ort Fragen und Themen, die sie bewegen, anzusprechen.

Und diese waren vielfältig, wie der Verlauf des abendlichen Rundganges, der am Parkplatz des Friedhofes begann, zeigte. Zunächst wiesen jedoch Ortsvorsteher und OB auf die anstehenden Wahlen, insbesondere auf die in diesem Jahr besonders wichtige Europawahl hin.

Danach informierte Ortsvorsteher Heidloff über den seit Jahren bestehenden Wunsch, den Fußweg zwischen Südausgang Friedhof und Bundesstraße 290 herzurichten. Da der notwendige Grunderwerb immer noch nicht zustande kam, wird nun nur der Zugang von der Straße „Am Gottesacker“ zum Südausgang gepflastert.

Für den Friedhof werde eine neue Tonanlage angeschafft und wegen des Straßenlärms an der Friedhofsmauer zur B 290 hin Schallschutzwände erstellt, informierte Heidloff weiter.

Auch eine Umorganisation des Friedhofareals sei vorgesehen. Die von einem Teilnehmer vorgeschlagene Bepflanzung mit schattenspenden Bäumen werde dabei geprüft.

Weiter sprach er die nun fertiggestellte Erschließung des Baugeländes „Bandhaus IV, Abschnitt 2“ an. Hierzu regte ein Anlieger an, das noch monatelang brachliegende Gelände mit Blumensamen einzusäen. Auf eine entsprechende Nachfrage berichtete Heidloff, dass der Spielplatz im neuen Baugebiet demnächst fertiggestellt sei, eingezäunt und mit vier Bäumen bepflanzt werde. Ein weiteres Anliegen eines Bürgers war die unzulängliche Regelung der Fußgängerampel zur Überquerung der Neuen Lindenstraße an der Einmündung zur B 290. „Wohlwollend zur Kenntnis“ nahm der OB eine Anregung von Heidloff nach einem ständigen Mitarbeiter des Bauhofes für den Stadtteil, um eine bessere Pflege der gemeindeeigenen Grünanlagen zu erreichen. Zur anstehenden Aktion des Abfallwirtschaftsbetriebes des Main-Tauber-Kreises mit der Ausstattung der Abfallbehälter mit elektronischen Chips, regte Heidloff an zu überprüfen, ob auch alle Haushalte beim AWMT angemeldet sind. Im weiteren Verlauf wurde der fehlerhafte Einbau von Toren am Feuerwehrgerätehaus angesprochen, dem in der nächsten Woche Abhilfe geschaffen werden soll.

Die nächste Station war an der Tauberbrücke, wo der OB den neuen Verlauf des Taubertal-Radweges erläuterte. Dabei machte er keinen Hehl daraus, wie auch der Ortsvorsteher, dass sie die nun vorgesehene Unterquerung der B 290 im Bereich Höhberg ablehnten und dafür den Radweg lieber parallel zur Tauber unter der Tauberbrücke hindurch geführt zur Edelfinger Straße gewünscht hätten.

Sehr kritisch sahen einige Anwohner die absehbare Verkehrsbelastung der Theobaldstraße, die während der Bauzeit, die nach den Pfingstfeiertagen beginnen soll, sicher noch stärker befahren wird. In diesem Zusammenhang ließ OB Glatthaar durchblicken, dass er langfristig eine Umgehungsstraße um Edelfingen für notwendig halte.

Bevor es dann zur Bürgerfragestunde ins Sportheim ging, wurde noch angeregt die antiquierten Spielgeräte auf dem Spielplatz am Sportplatz zu erneuern und am „Gänswiesle“ zusätzliche Sitzbänke aufzustellen. Im Sportheim berichtete OB Glatthaar zunächst über die allgemeine Situation der Stadt. Dabei wies er auf das Einwohnerwachstum hin und den dringend benötigten Wohnbau, der wichtig für die Fortentwicklung der Stadt sei. Dazu gelte es neben der Bereitstellung von Baugebieten auch die Ortskernentwicklung nicht aus den Augen zu verlieren.

Der Zuzug beziehungsweise Verbleib der jüngeren Generation in der Stadt sei wichtig für den Erhalt einer attraktiven Infrastruktur und für den Nachwuchskräftebedarf der ansässigen Firmen. Dazu gebe die Stadt viel Geld aus, wie beispielsweise den Bau des Bildungscampus mit Kindergarten und Grundschule in Edelfingen.

Die dafür und andere Projekte notwendige finanziellen Mittel machen es notwendig Straßensanierungen, wie beispielsweise die Steinbronnenstraße, zeitlich nach hinten zu verschieben. Nach weiteren Ausführungen zur medizinischen Versorgung und Nahversorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs bekannte sich das Stadtoberhaupt dazu, dass er dafür eintrete, in jeden Stadtteil Institutionen wie Feuerwehr, Kindergarten und Grundschule zu erhalten.

In der anschließenden Diskussion wurde nach einem Digitalisierungskonzept der Stadtverwaltung nachgefragt. Hierzu erläuterte Glatthaar, dass das interne Datensystem vorbereitet wird und bis zur „Smart-City“ ausgebaut werden soll. Auch bewerbe sich die Stadt als Modellstadt für Autonomes Fahren.

Da nun die Breitbandversorgung abgeschlossen ist, könne jedes Klassenzimmer an das Netz angeschlossen werden. Hierzu ergänzte der ebenfalls anwesende Wirtschaftsförderer der Stadt Marcel Stephan, dass die Edelfinger Grundschule Mitte des Jahres mit schnellem Internet ausgestattet werde. Weiter wurde angeregt, im Rahmen des Radwegebaus das Edelfinger Tauberufer zu einem kleinen Strand mit gutem Zugang für Kanufahrer auszubauen und dazu Liegewiesen anzulegen und damit ein kleines Naherholungsgebiet zu schaffen.

Ortsvorsteher Heidloff bat darum das Sportstättenkonzept, das zurzeit erstellt wird, auch in den Ortsteilen zu veröffentlichen. Nach der Beantwortung einiger Fragen zum künftigen Baukörper des Bildungscampus und dem Hinweis eines Teilnehmers, dass die Ausgabe von Mittagessen an Grundschüler durch ehrenamtliche Mitarbeiter des Fördervereins der Grundschule auf bei der Stadt angestelltes Personal verlagert werden sollte, beschloss Heidloff mit einem Dank an OB Glatthaar und Marcel Stephan sowie an alle Teilnehmer des informativen Rundgangs den Stadtteilbesuch. wm