Bad Mergentheim

Leserbrief Zu Verkehrsfluss-Veränderungen in der Innenstadt

Langfrist-Lösungen gefragt

Archivartikel

Mein Eindruck nach ein paar Tagen der Verkehrsneuordnung: O.k., der Anfang ist gemacht. Ob in jedermanns Sinn, wird sich zeigen. Denn über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Der Verkehrsveränderte Renner ist es wohl nicht. Ich bin nur schneller wieder aus der Innenstadt, bei den nutznießenden Groß-Märkten!

O-Ton eines Befragten: „Da kann man ja auch vor der Türe parken!“ Sie sehen, der Grund ist banal, aber die negative Wirkung auf die Innenstadt enorm! Ein kleines Dauerstadtfest am Gänsmarkt ist der Grund. Was ja schön ist, aber den Kern, akzeptablen Parkraum in der Innenstadt zu schaffen, nur am Rande streift.

Denn sie denken wie Straßenplaner. Nicht wie kurzen Parkraum suchende, umsatzsteuerzahlende Kunden. Denn der Umsatz und die Einkaufslust muss auch bei schlechtem Wetter für ihn ein „Heileid“ sein. Wenn sie jetzt noch die „Papagallos“ auf dem Brunnen spielen lassen, haben wir Tauber nachgemacht. Aber sonst? Was mir fehlt, sind langfristige Ideen und Lösungen wie z.B. ein doppeltes Parkdeck unter dem Riesen-Neubau bei der Berufsschule, damit die Schülerautos aus der Wachbacher Straße verschwinden. Gleichzeitiger Durchgang unter dem Neubau in die Innenstadt, unter der Teurerkreuzung, mit Zugang von der Kreuzung, also langsamer Verkehr, kein Ampelstau, usw..

Noch ne Idee ? Das Schloss ist keine heilige Kuh und der Graben schon gar nicht. Einfahrt in ihn gebührenpflichtig mit Parkzeitbegrenzung von der Igersheimer Straße in den Schlossgraben, der ausgebaut wird mit der Ausfahrt Münzgasse. Zwei Ausstiege am Deutschordenplatz. Gleichzeitig, im Rahmen dieser Baumaßnahme, wird der Graben so ausgebaut, dass er kulturell zu „Schlossgrabenkonzerten“ mit Besuchern auf dem Deutschordenplatz genutzt werden kann, denen bei diesen Anlässen die drei Quellen der Badestadt am Brunnen des DO-Platzes zur Lustwandlung kredenzt werden kann, da verkehrsfrei. Diesen Platz ohne den Schnickschnack vom Gänsmark, der dem Schloss angepasst ist, langfristig ein Kulturelles „Heileid“ für MGH.

Aber dazu bedarf es Willensmut und Überzeugungskraft, denn das Schloss und die Innenstadt benötigen „Werbung“ und Besucheranreize, sich in ihr wohlzufühlen: „Das Deutschordensstadt-Outlet mit Fußwegparkraum!“

Man kann Denkmäler schützen und pflegen und dennoch zeitgemäß nutzen, denn so kosten sie nur. Schon der Milchling hat Wasserleitungen verlegt, da hat der Schlossherr noch seinen WC-Topf in den Graben gekippt!

Bevor mir jetzt irgendeiner einen Vogel zeigt – schlaft erst einmal ein paar Nächte drüber. Die „Aber“ werden immer weniger und die „Geil“ immer mehr. Jetzt seid Ihr dran!

Wir haben Raum und Ideen, nutzt sie, sonst sind wir, die Innenstädter, über kurz oder lang nur noch Parkbank-Benutzer, wenn sie die Lehnensitzer nicht belegt haben, in einer leeren, seelenlosen Stadt. Dann hängt dem Milchling einen Sack über den Kopf, dass er die Schande nicht mit ansehen muss.

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