Bad Mergentheim

Landesamateurtheater Preisverleihung in Winnenden steht an / „Odyssee des Lebens“

Lamathea-Gewinner aus der Kurstadt

Archivartikel

Bad Mergentheim.„Die Odyssee des Lebens“ gewinnt den Staatspreis des Landes Baden-Württemberg.

Das ursprünglich 2017 von Museumsdirektorin Maike Trentin-Meyer initiierte und von Regisseuer Florian Brand inszenierte (wir berichteten mehrfach) semidokumentarische Theaterstück die „Odyssee des Lebens“ wird am 3. November mit dem Landesamateurtheaterpreis (Lamathea) ausgezeichnet.

In der Kategorie „Theater mit sozikulturellem Hintergrund“ setzte sich die Bad Mergentheimer Produktion durch und erhält den mit 2000 Euro dotierten Preis.

Noch drei Mal zu sehen

Beim Preisträgerfestival in Winnenden am Wochenende wird die Inszenierung (am 2. November) noch drei Mal zu sehen sein.

Bereits 2018 wurde die „Odyssee des Lebens“ auf Bundesebene mit dem vom Bund deutscher Amateurtheater (BDAT) ausgeschriebenen „amarena“-Preis bedacht. Nach dem Gewinn des Jurypreises bei den Theatertagen am See in Friedrichshafen in diesem Frühjahr ist der baden-württembergische Staatspreis die nun dritte Auszeichnung in Folge.

14 Darsteller

Das Ensemble der „Odyssee des Lebens“ setzt sich aus 14 Darstellern im Alter zwischen 15 und 67 Jahren zusammen. Die Gruppe umfasst Jugendliche mit und ohne Flucht- oder Migrationshintergrund sowie versierte Amateur-Schauspieler aus der Region. Insgesamt sind sechs unterschiedliche Nationalitäten im Ensemble vertreten.

Die Aufführungen sind als semidokumentarisches Stationentheater konzipiert; die Szenen, Figuren und Texte von Homers Odyssee werden mit den Erlebnissen und Geschichten der 14 Projektteilnehmer verwoben.

Leitmotive

Als Leitmotive dienen dabei Odysseus Heimreise nach Ithaka und die Flucht beziehungsweise Migrationsbewegungen der einzelnen Teilnehmenden.

So trifft beispielsweise der syrische Protestmarsch auf den gestrandeten Odysseus, wird im Hades von Antikeleia auf die Wichtigkeit von Smartphones für Geflüchtete hingewiesen oder erzählt die Zauberin Kirke von ihrer Wandlungsfähigkeit als im Libanon und Deutschland aufgewachsene Teenagerin.

Die Zuschauer werden auf eine Odyssee geschickt, mit dem Ziel nach Ithaka, also Griechenland, also Europa, zu kommen. Sie werden registriert, bekommen einen Pass, dürfen einwandern oder werden abgewiesen.

Auf verschiedenen Routen erleben die Zuschauer verschiedene Szenen bis sie am Ende vereint ihr Ziel erreichen und doch getrennt sind.

Die Odyssee ist jedoch noch nicht zu Ende. Nach den Auszeichnungen auf internationaler-, Bundes-, und Landes-Ebene plant das junge Ensemble unter dem Titel „Odyssee õuo“ und unter der Leitung des Regisseurs Florian Brand eine umfangreiche Neu- und Wiederaufnahme für 2020. Grundlage dafür ist laut Pressemitteilung eine erfolgreiche Finanzierung bis Januar 2020. pm

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