Bad Mergentheim

Lebensmittel Landesinitiative „Bewusste Kinderernährung“ überreicht Auszeichnung / Einrichtung legt Wert auf gesunde, regionale Produkte

Krabbelwiese Kunterbunt erhält Zertifikat

Archivartikel

Bad Mergentheim.Lust am Selbermachen und Freude an gesundem Essen – das sind zwei Eckpfeiler für ernährungs-bewusste Kinderkrippen und Kindertagesstätten. Individuelle Konzepte zu nachhaltigem, bewusstem Essen in Kita und Krippe können seit mehreren Jahren über die Landesinitiative Bewusste Kinderernährung (Beki) zertifiziert werden. Als „ernährungsbewusste Kin-derkrippe“ darf sich nun die Krabbelwiese Kunterbunt für Kinder von sechs Monaten bis drei Jahren auf dem Gelände des Caritas-Krankenhauses. Als erste Kinderkrippe im Main-Tauber-Kreis wurde sie für drei Jahre mit dem Beki-Zertifikat ausgezeichnet.

Das freut vor allem Krippen-Leiterin Melanie Michel, die gemeinsam mit Qualitätsleiterin Stefanie Hirsch und Beki-Referentin Linda Fischer viel Zeit und Herzblut in Konzeptentwicklung und tägliche Umsetzung gesteckt hat: „Bereits seit der Eröffnung der Krabbelwiese Kunterbunt vor 13 Jahren vermitteln wir den Kindern, dass gesunde Ernährung etwas Schönes ist, etwas das nicht nur Nähe zu Nachhaltigkeit und Natur, sondern auch durch Rituale wie gemeinsames Kochen und Essen Nähe zueinander vermittelt.“ Diese Traditionen habe die Krabbelwiese weiterentwickelt und in einem eigenen Ernährungskonzept festgehalten. Neben gemeinsam zubereitetem Frühstück am Mittwoch mit selbst angebautem Gemüse und Kräutern aus den Beeten, die jede Krippengruppe am Haus betreut, werden zu den Zwischenmahlzeiten Obst und Gemüse aus regionalem Anbau gereicht. Das Mittagessen liefert täglich die Menü-Manufaktur Hofmann im Rahmen seiner Produktlinie „Kinderküche“. Die Vesperboxen sowie Nachmittagssnacks werden von den Eltern gerichtet. Daneben finden regelmäßig Kreativprojekte statt.

Körper fit und gesund halten

Erster Landesbeamter Christoph Schauder: „Sie geben bereits den Kleinsten die Möglichkeit, zu lernen, wie sie ihren Körper fit und gesund halten. Es ist toll, zu sehen, dass die Kinder schon in der Krippe ein Grundgerüst für ihr weitere Leben erhalten, auf das sie aufbauen können.“ Da der Main-Tauber-Kreis sehr ländlich geprägt ist, böten sich viele tolle Möglichkeiten für Kooperationen mit hiesigen Betrieben. „Sie zeigen den Kindern dadurch, dass der Weg zum Honig beispielsweise ein komplexer Produktionsprozess für Biene wie Mensch ist, und dass Brot nicht einfach aus dem Regal beim Bäcker kommt“, so Schauder weiter.

Michael Raditsch, Stellvertretender Hausoberer des Caritas-Krankenhauses, fand ebenfalls lobende Worte: „Man weiß heute zwar eigentlich, dass gesunde, ausgewogene Ernährung ein wichtiger Baustein für das Individuum selbst, aber auch im täglichen Miteinander ist. Aber trotzdem ist oft noch Überzeugungsarbeit in diesem Bereich nötig. Sie haben es hier in der Krabbelwiese geschafft, ein nachhaltiges Konzept zu etablieren, an dem die Kinder Spaß haben.“ und dass ihnen geistig wie körperlich nachweislich etwas bringt.“ Als stellvertretender Hausoberer des Caritas-Krankenhauses sei Michael Raditsch besonders dankbar und stolz, dass die Mitarbeitenden ihre Kleinkinder während der Arbeit in einem „so engagierten, kreativen und nun auch in Sachen gesunde Ernährung zertifizierten Umfeld“ unterbringen können.

Beki-Koordinatorin Margit Balbach stellte abschließend kurz die Landesinitiative Bewusste Kinderer-nährung (Beki) des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz vor. Diese sei bereits seit 40 Jahren anerkannter Bildungspartner für Kitas in Baden-Württemberg. Seit Einführung der Zertifizierung haben sich im Land insgesamt 180 Kitas und Krippen als qualifiziert. „Der Weg dorthin ist kein leichter und jede Einrichtung qualifiziert sich am Ende auch für unser Maskottchen, die Beki-Birne“, betonte Margit Balbach. „Jede Kita und jede Krippe erarbeitet ihr ganz individuelles Ernährungskonzept und setzt dieses dann um.“ Grundlage dafür seien fünf Bausteine, die innerhalb von zwei Jahren den Anforderungen entsprechend gestaltet werden müssen. Dazu zählen zusätzlich zu einem Verpflegungsangebot nach kindgerechten Qualitätsstandards und umfangreichen Außenbeziehungen, die die Krabbelwiese unter anderem mit der Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit, der Mühle Kuhn in Markelsheim und dem Bio-Hof Grashüpfer aus Erlenbach-Tiefenthal unterhalte, vor allem auch die regelmäßige Fortbildung der Pädagogen im Bereich Ernährungsbildung und die Einbeziehung der Eltern im Bereich verantwortungsbewusste, gesunde Ernährung unter dem Baustein „Erziehungspartnerschaften“. „Hier möchte ich besonders positiv hervorheben, dass die Eltern die gesunde Vesperdose und das Kartoffel-Herbstfest unterstützen und aus dem regen Austausch mit den Mitarbeitenden ein herausragender Info-Flyer entstanden ist“, so die Koordinatorin. ckbm

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