Bad Mergentheim

Amtseinführung Bei Sabine Strommer laufen künftig die Fäden zusammen / Gesamtspendensumme von über 52 000 Euro in nur zwei Monaten

Koordinatorin als großer Schritt für Hospizarbeit

Bad Mergentheim.Sabine Strommer ist als Hospizkoordinatorin für Bad Mergentheim durch die Hospizgruppe und den Vorstand des ökumenischen Hospizvereins Bad Mergentheim ins Amt eingeführt worden.

Die Hospizgruppe begleitet nun schon im einundzwanzigsten Jahr Schwerkranke und Sterbende in Bad Mergentheim und Umgebung. Um die Arbeit professioneller begleiten, entwickeln und bekanntmachen zu können, hat der im vergangenen November gegründete Hospizverein nun die hauptamtliche Koordinatorin Sabine Strommer angestellt. Das konnte dank der Spender geschehen, die in nur zwei Monaten über 50 000 Euro zur Anfinanzierung beigetragen haben. Sabine Strommer hat im Caritas-Krankenhaus eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin absolviert und ein Jahrzehnt Erfahrungen in der Pflege in Neurologie, Onkologie und Palliativeinheit gesammelt. Zuletzt war Strommer als Hospizkoordinatorin im Malteser Hospizdienst St. Veronika in Wertheim tätig.

Besonders qualifiziert

Die neue Koordinatorin hat sich im Lauf der Jahre durch eine Palliative-Care-Zusatzausbildung, sowie den Aufbaukurs für diese spezielle Form der Pflege in der Schmerzmedizin und Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden qualifiziert. Dazu gehört auch ein Koordinatorinnenkurs, sowie eine Fortbildung im Bereich Führen und Leiten. So umfassend erfahren und ausgebildet wird Sabine Strommer ab jetzt die Erstbesuche bei den Schwerkranken und Sterbenden machen und Begleitungen organisieren, die Gruppe zusammenführen, die zwanzig Hospizhelferinnen begleiten, sich um Öffentlichkeitsarbeit kümmern, Veranstaltungen durchführen, sowie die Kontakte zu den Einrichtungen in der Stadt und zum Vereinsvorstand pflegen.

Angebot bekannter machen

Fast die Hälfte der derzeit jährlich etwa sechzig Begleitungen geschehen im Caritas-Krankenhaus. Ein weiterer Teil findet in den Senioreneinrichtungen statt und ein kleinerer Anteil bisher in privaten Wohnungen.

Auch hier wird es darum gehen das Angebot bekannter zu machen. Für das nächste Jahr ist ein neuer Ausbildungskurs für Hospizhelfer und -helferinnen vorgesehen.

Die Stelle wird durch Fördergelder nach dem Sozialgesetzbuch und Spenden finanziert. Auf Spenden wird der Verein aber auch weiter angewiesen sein, da die Fördergelder nicht kostendeckend sind. Die Hospizgruppe mit Verein und Koordinatorin bilden so einen tragenden Teil der Hospiz- und Palliativversorgung in Baden-Württemberg. Auch das Caritas-Krankenhaus mit der Palliativeinheit gehört dazu und so sind dort viele Kontakte und Begleitungen.

Hochmotivierte Mitarbeiter

Die Hospizbegleiterinnen hörten die einleitenden Worte des ersten Vorsitzenden Dr. Thorsten Zahn, der deutlich machte, wie die Vorstandsarbeit diesem Engagement zu Gute kommt. Der zweite Vorsitzende Dr. Carsten Köber gab einen Einblick in die Vorstandsarbeit seit der Gründung mit Fokus auf die schwierige Phase der Spendenwerbung und Anstellung. Koordinatorin Strommer stellte sich der Gruppe vor und gab der Freude Ausdruck, mit solch hochmotivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Tätigkeiten fortzuführen und weiterentwickeln zu dürfen.

Ohne zahlreiche Spender wäre die Anstellung der Koordinatorin nicht möglich gewesen. Neben der Sparkasse Tauberfranken, deren symbolischen Spendenscheck über 2500 Euro der Vorstandsvorsitzende Peter Vogel dem Vereinsvorstand überreichte waren weitere Institutionen im Boot: die Firma „Hakro“ Schrozberg, das Caritas-Krankenhaus (5000) und die Diabetes-Klinik Bad Mergentheim, das Sanitätshaus Seitz, die Burg-Apotheke und die Möhler-Apotheke Igersheim, der Rotary-Club Bad Mergentheim sowie weitere, teils auch private Einzelspender. Zudem erfolgte eine Förderung mit 3500 Euro durch den Landkreis sowie eine Beteiligung der beiden Kirchengemeinden mit je 10 000 Euro.

Letztlich konnten für das Projekt in zwei Monaten Spendenzusagen von über 52 000 Euro erreicht werden. pm