Bad Mergentheim

Coronavirus Mehr Anrufe unter 116 117 und mehr Personaleinsatz

Kontakte ermitteln und isolieren

Archivartikel

Main-Tauber-Kreis.Die Coronavirus-Krise fordert die zuständigen Behörden und deren Personal. Die Redaktion hakte nach, wie das Gesundheitsamt aktuell aufgestellt und verstärkt ist, auch um die Detektivarbeit nach Infizierten und deren Kontaktpersonen zu leisten und wie die Rettungsleitstelle mit dem Anrufaufkommen auf der Notdienstnummer 116 117 zurechtkommt.

Laut Markus Moll, Pressesprecher des Landratsamts, haben sich die Anrufe auf der 116 117 „zuletzt knapp verdoppelt“. Am 8. März „waren es beispielsweise 32. Die Zahl mag zunächst gering erscheinen, jedoch sind diese Anrufe und deren Bearbeitung recht zeitintensiv“, so Moll, weil es viele Fragen der Bürger gebe. In der Integrierten Rettungsleitstelle des Kreises wurde laut Moll kein Personal aufgestockt, aber sichergestellt, dass keiner der insgesamt 18 Disponenten mehr im Rettungsdienst/Fahrdienst eingesetzt werde. „Dadurch wurde das Infektionsrisiko für die Disponenten gesenkt und damit ein wichtiger Beitrag zur Sicherstellung des Leitstellenbetriebs geleistet“, erklärt Moll.

Und wie läuft die Ermittlung der Kontaktpersonen durch das Gesundheitsamt ab? Wie viele Personen wirken daran mit? Dazu teilt Moll mit: „Nach Eingang eines Laborbefundes mit Bestätigung einer Coronavirus-Infektion setzt sich das Gesundheitsamt mit der betroffenen Person in Verbindung, informiert diese telefonisch über den Befund und gibt Informationen über das Coronavirus und zum Umgang damit. Für den Betroffenen wird sofort mündlich die Isolation für 14 Tage angeordnet. Diese wird schnellstmöglich durch einen schriftlichen Bescheid ergänzt.

Ebenso wird die infizierte Person nach ihren engeren Kontaktpersonen befragt und gebeten, eine entsprechende Liste mit Kontaktdaten zu erstellen. Diese engeren Kontaktpersonen werden in gleicher Weise informiert und mit mündlicher Anordnung und schriftlichem Bescheid für 14 Tage häuslich isoliert.

Aufgrund des hohen Arbeitsaufwandes wirken nahezu alle Mitarbeiter des Gesundheitsamtes an der Ermittlung von Kontaktpersonen mit. Zusätzlich wurde das Team durch Kräfte aus anderen Bereich des Landratsamtes, ehrenamtliche Mitarbeiter der Rotkreuz-Kreisverbände Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim sowie kurzfristig gewonnenes externes Personal verstärkt. Diese Personen verfügen zumeist ebenso über eine medizinische Vorbildung“, so Markus Moll.

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