Bad Mergentheim

Stadtwerk Tauberfranken Von der Wertschöpfung sollen künftig auch Partnerstädte- und -gemeinden profitieren

Kommunen können sich beteiligen

Archivartikel

Das Stadtwerk Tauberfranken bietet Kommunen in der Region künftig die Möglichkeit, sich an dem Unternehmen und damit an der Wertschöpfung zu beteiligen.

Bad Mergentheim. Wie es in einer Pressemitteilung des Stadtwerks Tauberfranken heißt, habe sich „die regionale Verankerung“ des Unternehmens „in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt“.

Die Zusammenarbeit mit den Konzessionsgemeinden des Stadtwerks sei zunehmend enger und intensiver geworden. So habe sich die Kooperation zwischenzeitlich über den Gas- und Stromnetzbetrieb hinaus erweitert – zum Beispiel um den Vertrieb von Gas- und Stromprodukten in der Region, um Contracting-Angebote, Straßenbeleuchtung und Betriebsführungen im Wasser- und Abwasserbereich.

Für alle Konzessionsgemeinden

Auch die neuen Themen wie Erneuerbare Energien, Elektromobiliät, Energieberatung, WLAN, Breitband und Smart City-Anwendungen spielen eine zunehmend wichtigere Rolle. Deshalb haben die Gesellschafter Stadtverkehr Bad Mergentheim GmbH und Thüga AG entschieden, den Partnerkommunen die Beteiligung am Stadtwerk Tauberfranken zu ermöglichen und sie so an der Wertschöpfung des Unternehmens teilhaben zu lassen.

Das Angebot richtet sich an alle Konzessionsgemeinden des Stadtwerks Tauberfranken. Die Stadtverkehr Bad Mergentheim und die Thüga geben in Summe zehn Prozent ihrer Anteile in eine neue Stadtwerk Tauberfranken Beteiligungsgesellschaft GmbH, wobei die Stadt Bad Mergentheim mit 50,1 Prozent die Mehrheit am Stadtwerk Tauberfranken behält und deshalb nur 1,26 Prozent abgeben kann. „Thüga ist von diesem Konzept überzeugt“ und sei deshalb bereit, 8,74 Prozent in die neue Gesellschaft einzubringen, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

An dieser Beteiligungsgesellschaft können sich die Kommunen Assamstadt, Boxberg, Dörzbach, Großrinderfeld, Grünsfeld, Igersheim, Königheim, Krautheim, Künzelsau, Lauda-Königshofen und Tauberbischofsheim je nach Größe mit drei bis 12 Prozent beteiligen. Die Mindestbeteiligung je interessierter Kommune liegt bei einem Prozent. Auch die Stadt Bad Mergentheim wird mit einem Prozent beteiligt sein. Damit die Interessen der Beteiligungsgesellschaft auch direkt beim Stadtwerk Tauberfranken vertreten werden können, erhält die Beteiligungsgesellschaft ein bis zwei Aufsichtsratssitze am Stadtwerk Tauberfranken. Um den Wert der Anteile zu ermitteln, habe man eine renommierte Wirtschaftsprüfungskanzlei beauftragt, eine Unternehmensbewertung durchzuführen. Diese nach bundeseinheitlichem Standard durchgeführte Bewertung habe für die Kommunen „eine nachhaltige Renditeprognose“ von durchschnittlich 4,5 Prozent ermittelt. Von dieser Rendite profitierten die Kommunen, da sie an der kompletten Wertschöpfung des Stadtwerks teilhaben, also auch an bereits getätigten Investitionen in Erneuerbare Energien und in neue Beteiligungen des Stadtwerks, schreibt das Unternehmen weiter. Dies sei in Zeiten schwindender Margen beim Strom und Gas wichtig; bereits heute erziele das Stadtwerk Tauberfranken rund 50 Prozent seines Ergebnisses aus den neuen und zukunftsorientierten Beteiligungen: Mit rund 20 Mio. Euro sei das Stadtwerk an seiner Muttergesellschaft Thüga AG beteiligt. Der Gewinn, der vom Stadtwerk an Thüga AG abgeführt wird, fließe dadurch nahezu identisch als Dividende wieder zurück. So könnten 100 Prozent der Wertschöpfung in der Region gehalten werden.

4,5 Millionen Euro betrage die Beteiligung des Stadtwerks an der Thüga Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG, die bundesweit in Erneuerbare Energieerzeugung investiere. Die Naturwärme Bad Mergentheim GmbH sei eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Stadtwerks, am Stadtwerk Külsheim GmbH beträgt die Beteiligung 49 Prozent und an der Windpark Külsheim GmbH & Co. KG 40 Prozent. „Die Beteiligung von interessierten Kommunen soll sehr zeitnah bereits zum 1. Juli 2020 erfolgen“, heißt es in dem Schreiben schließlich Der Gemeinderat von Bad Mergentheim habe dem Modell bereits einstimmig zugestimmt, ebenso der Aufsichtsrat des Stadtwerks Tauberfranken.

Die restlichen Gremiumsbeschlüsse auf Ebene des Gesellschafters Thüga AG sollen bis Ende November 2019 gefasst sein.

Nachdem der Umbau der Energiesysteme regional stattfinde, hätten die beteiligten Kommunen durch ihre Beteiligung die Möglichkeit, die Energiewende aktiv mitzugestalten und davon zu partizipieren, heißt es abschließend.

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