Bad Mergentheim

Bürgerforum "Stadtbild" Serie "Mergentheim und das Wasser" (Folge 17)

König Namensgeber für Wilhelmsquelle

Archivartikel

Bad Mergentheim.Es war der 13. Oktober 1826, als Schäfer Franz Gehrig durch das merkwürdige Verhalten seiner Schafe die spätere Wilhelmsquelle am rechten Tauberufer wiederentdeckte. Nach lange anhaltender Trockenheit rieselte ein Rinnsal, das sonst unter dem Wasserspiegel lag, aus der Böschung. Gehrig beobachtete, dass die Schafe sich gierig daran tränkten. Er versuchte das ockerbraune Wasser selbst, stellte fest, dass es bittersalzig schmeckte.

Auf Gehrigs Meldung hin überzeugte sich der Stadtrat von der Besonderheit der Quelle und veranlasste eine erste Untersuchung durch den Mergentheimer Oberamtsarzt Dr. Christian Friedrich Bauer. In seinem Buch "Mergentheim und seine Heilquellen" berichtet Dr. Bauer davon.

Ein Loch gegraben

Zunächst wurde das Mineralwasser aus einem nahe der Quelle gegrabenen Loch geschöpft. Im Winter 1826/1827 füllte die Tauber das Loch jedoch auf und auch einen mit einem Kasten aus Eichenholz ausgekleideten Schacht musste man aufgeben. Man beschloss, die Quelle außerhalb des Hochwasserbereichs zu suchen, etwa 300 Schritte entfernt am Fuß des Löffelstelzer Berges. Tatsächlich war die Bohrung erfolgreich. Am 23. Juni 1829 wurde das Bad eröffnet. Es erhielt den Namen Karlsbad nach dem württembergischen Kronprinzen und späteren König. Über die Anfänge berichtet die Beschreibung des Oberamts Mergentheim: "Obwohl das Bad schon in den ersten Jahren eine kräftige Heilwirkung bei einer Reihe von Krankheiten gezeigt hatte, so blieb doch die Frequenz desselben weit hinter den gehegten Erwartungen zurück. Die Stadt sah sich veranlasst, das Bad im Jahr 1834 zu verkaufen."

Mehrere Eigentümerwechsel folgten noch, einen Aufschwung erlebte das Bad erst unter der Bad Mergentheim-Aktiengesellschaft, 1906 vom Bankier Albert Schwarz aus Stuttgart, der Stadt Mergentheim vertreten durch Schultheiß Theodor Klotzbücher und anderen gegründet.

König und Königin von Württemberg waren anwesend, als 1907 die an historischer Stelle neu gefasste Quelle eingeweiht und nach dem König Wilhelmsquelle getauft wurde.

Die Bad Mergentheimer Quellen enthalten neben Kochsalz auch Glauber- und Bittersalz, die Wilhelmsquelle ist die mit der schwächsten Konzentration. kw