Bad Mergentheim

Kurverwaltung Reparaturarbeiten an der Paulsquelle / Im Mineralbecken der „Solymar“-Therme zu finden / 551 Meter tief liegt die Quelle

Kleine Pumpe fördert Heilwasser zu Tage

„Wir machen die Pumpe der Paulsquelle fit zur bevorstehenden Wiedereröffnung der Solymar-Therme“, sagt Danica Schlosser von der Kurverwaltung. Und so wurde vor kurzem eifrig gearbeitet. Wir waren dabei.

Bad Mergentheim. Gleich bei der Treppe, die vom Volksfestplatz hinauf zum Solymar-Parkplatz führt, liegt die Paulsquelle. Das eingezäunte Areal fällt kaum auf, der Deckel auf dem Betonsockel zieht nur wenige Blicke auf sich. Eine kleine Tafel gibt Auskunft zur „jüngsten“ Bad Mergentheimer Quelle, die 1952 entdeckt wurde. Benannt ist sie nach dem damaligen Kurdirektor Arthur Paul. Und sie liegt tief – genauer gesagt 551 Meter, wie Thomas Hauber, Leiter der Handwerker der Kurverwaltung, dem Reporter erklärt.

In 65 Metern Tiefe

Ganz so weit hinab reichen die Edelstahl-Rohre, die zur Pumpe führen, aber nicht. „Die Pumpe arbeitet in 65 Metern Tiefe, mitten in der Buntsandsteinschicht“, erklärt Hauber. Buntsandstein? Ja, tatsächlich, hier ist kein Muschelkalk, was man in diesem Bereich des Taubertals eigentlich vermuten würde. „Von oben nach unten kommt erst Rottöne, dann der obere Geröllhorizont, danach Plattensand und dann der Buntsandstein.“ Dem folgen weitere Gesteinsschichten – „aber eben kein Muschelkalk“, erklärt Hauber.

Zehn Rohre müssen die zwei Handwerker in der Brunnenstube lösen und mit dem Kranhaken verbinden. Oben sind weitere drei Kurverwaltungs-Handwerker damit beschäftigt, die Rohre auf vorbereitete Gestelle zu legen – ein Lustbronner Betrieb stellt den Kranführer und den Autokran. „Wir haben um 7.30 Uhr begonnen“, sagt Hauber. Die Arbeit geht flott voran, und schon um 9.45 Uhr wird das letzte Rohr mit der daran angeflanschten Pumpe aus der Brunnenstube nach oben befördert. Halbzeit sozusagen, vor allem aber der ideale Zeitpunkt für die Vesperpause. Was auffällt beim Blick hinab in die knapp drei Meter unter der Oberfläche liegende Brunnenstube ist, dass das Heilwasser mit ganz natürlichem Druck aus der Brunnenfassung strömt.

Es riecht leicht salzig, die Luft schmeckt nach Nordsee. Die zehn rund sechs Meter langen und etwa acht Zentimeter im Durchmesser starken Edelstahl-Rohre liegen nun aufgereiht auf den Gestellen. Gleich nachdem sie dort abgelegt wurden, haben die Handwerker sie abgebürstet und ausgespült.

Auf dem Grasboden liegen Salzkristalle. Die kohlensäurehaltige und stark mineralhaltige Solequelle wird nicht für die Trinkkur genutzt, „die Paulsquelle spendet Badewasser“, erklärt Hauber. Doch nicht zur Körperreinigung, sondern für die Bewegungstherapie bei Gelenk- und Wirbelsäulenproblemen wird das Wasser genutzt. „Solymar“-Besucher kennen und schätzen das dortige Mineralbecken – dort kann man im Wasser der Paulsquelle planschen, schwimmen und entspannen.

Auch im Best Western-Hotel können die Gäste die Heilkraft des Wassers in Wannenbädern genießen. Und wer seinen Atemwegen eine kleine „Kur“ verpassen will, kann im Gradierpavillon im Kurpark die mit dem Paulsquellenwasser angereicherte Luft inhalieren.

Zeit für einen Wechsel

Die Vesperpause ist beendet, es geht weiter mit dem Pumpenaustausch. „Nun geht’s rückwärts“, sagt Hauber. Die neue Pumpe liegt noch in einer Holzkiste auf der Pritsche eines Kurverwaltungs-Kleinwagens. „Nein, die alte Pumpe ist nicht kaputt. Aber es ist Zeit für einen Wechsel“, zumal ja wieder der Badebetrieb im „Solymar“ im Juli anläuft. Da soll kein technischer Defekt passieren.

So nutzt die Kurverwaltung die jetzt vorhandene Zeit. „Zuletzt wurde die Pumpe vor sechs Jahren überprüft. Es gab bis heute keine Probleme“, betont Hauber. Zuerst kommt die Pumpe an den Kranhaken, dann die Rohre. Die Männer in der Brunnenstube tragen wieder die PVC-Wathosen und sind eifrig am schrauben. „Gegen 15 Uhr sind wir fertig“, sagt Hauber.

Übrigens: Wer meint, dass hier ein „großer Brocken“ heraufgezogen und dann wieder heruntergelassen wurde, irrt. Die Pumpe ist gerade einmal 105 Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von 15 Zentimetern.

Am Pumpenkopf befindet sich ein etwa 30 Zentimeter langes Rohr – der Beginn der Leitung nach oben, an den die zehn Rohre angeflanscht werden.

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